Wieder Baustelle: Saarlandstraße wird für Kanalbau komplett gesperrt

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Die Saarlandstraße wird wieder zur Baustelle. Am 8. Juni startet die Stadt mit Vorarbeiten zum Bau eines neuen Abwasserkanals. Die Geschäftsstraße ist dann abschnittsweise ganz gesperrt.

Dortmund

, 05.06.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Ende April ist die Saarlandstraße nach fast zehn Monaten wieder baustellenfrei und keine Einbahnstraße mehr. Doch das Aufatmen der Geschäftsleute vor Ort ist nur von kurzer Dauer.

Noch für diesen Monat kündigt die Stadt den Start des Kanalbaus in der Saarlandstraße an. Der sorgt dann sogar für ein dreiviertel Jahr für eine Vollsperrung der wichtigen Geschäftsstraße.

2019 sorgt eine Baustelle für viel Ärger

Schon im vergangenen Jahr hatte es viel Ärger um eine Baustelle von DEW-Tochter Donetz gegeben. Sie ließ ab Juli 2019 in Vorbereitung für den geplanten Kanalbau Versorgungsleitungen verlegen. Die Bauarbeiten liefen alles andere als rund und dauerten auch länger als ursprünglich geplant. Viele Geschäftsleute gerieten dadurch bereits in Schwierigkeiten, weil Kunden ausblieben.

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Unvorbereitet trifft Anwohner und Geschäftsleute die neue Baustellen-Runde nicht. Schon vor längerer Zeit hatte die Stadt angekündigt, dass der Abwasserkanal unter der Saarlandstraße nach mehr als 100 Jahren erneuert werden muss.

Vollsperrung für Kanalbau

Der hat als zentraler Abwassersammler für weite Teile der südlichen Innenstadt ein großes Kaliber: Bis zu 1,80 Meter messen die Rohre im Durchmesser. Entsprechend groß ist der Eingriff in Straße und Erdreich. Die Folge: Dort, wo gebaut wird, muss die Saarlandstraße voll gesperrt werden.

Das soll abschnittsweise geschehen, kündigt die Stadt an. „Um den Baustellenbereich so klein wie möglich zu halten, und damit die Behinderungen für die Anwohner auf ein Mindestmaß zu beschränken, wird in vier Teilstrecken gearbeitet“, heißt es in einer Mitteilung.

Vier Bauabschnitte

Der erste Bauabschnitt beginnt an der Einmündung Alter Mühlenweg in die Saarlandstraße und reicht bis zur Einmündung Plauener Straße, der zweite von dort bis zur Kreuzung mit der Chemnitzer, der dritte bis zur Dresdener Straße. Den Abschluss bildet dann die Kanalerneuerung in der Dresdener Straße selbst.

Insgesamt sollen die Arbeiten ein Jahr dauern. Ab dem 8. Juni (Montag) wird die Baustelle im Start-Abschnitt eingerichtet. Dann wird der Autoverkehr in beide Richtungen umgeleitet. „Die gesperrten Abschnitte werden immer so kurz wie möglich eingerichtet und nach der Rohrverlegung so schnell wie möglich wieder freigegeben“, kündigt die Stadt an.

Die Bürgersteige blieben auf beiden Seiten erhalten. Auch die Zufahrt zu den Grundstücken und Seitenstraßen soll während der Baumaßnahme gewährleistet bleiben, soweit es möglich sei. Ausdrücklich bittet man um Hinweise von Anliegern „insbesondere von den Gewerbetreibenden zu wichtigen Vorhaben im Quartier, wie etwa Großanlieferungen, damit dies rechtzeitig und abgestimmt möglich gemacht werden kann“.

Sorgen bei Geschäftsleuten

Die leidgeprüften Geschäftsleute sind trotzdem auf das Schlimmste vorbereitet. Es wird schwierig, fürchtet Birgitta Wenger-Klein als Vorsitzende der Interessengemeinschaft Saarlandstraße. Man habe zwar Verständnis, dass der Kanalbau nötig sei, hätte sich nach der bisherigen Baustelle und den Corona-Folgen aber eine „Verschnaufpause“ gewünscht.

Als Problem sieht die Geschäftsfrau nicht zuletzt, dass die Saarlandstraße vom öffentlichen Nahverkehr komplett abgeschnitten wird. Denn die Busse von DSW21 müsse in beide Richtungen eine Umleitung fahren. „Aus unternehmerischer Sicht ist das eine Katastrophe“, sagt Birgitta Wenger-Klein.

Vor allem ist der Kanalbau noch nicht das Ende der Baustellen-Zeit. Denn anschließend soll noch die Saarlandstraße komplett umgestaltet werden. Wie genau, ist noch offen, nachdem die ursprünglichen Pläne der Stadt auf wenig Begeisterung gestoßen sind.

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