Punkrock für 20 Zuschauer: Im Subrosa in der Dortmunder Nordstadt gibt es wieder Indoor-Konzerte. © Oliver Schaper
Domicil, FZW und andere

Wieder erlaubt: Hier gibt es in Dortmund Konzerte vor Publikum

Dortmund geht wieder rein. Konzerte in Innenräumen sind durch die gesunkene Inzidenz wieder erlaubt. Hier finden Sie den Stand der Dinge in Dortmunds bekanntesten Live-Locations.

In diesen Tagen liegen Terminankündigungen im Posteingang der Redaktion, die mit jedem Wort Freude ausdrücken. Zahlreiche Dortmunder Livemusik-Spielstätten dürfen wieder mit begrenzter Zuschauerzahl zu Veranstaltungen in Innenräumen einladen. Zuletzt war das im Sommer 2020 möglich.

FZW, Domicil, Subrosa: Plötzlich stehen wieder die Namen im Veranstaltungskalender, die viele so schmerzlich vermisst hatten. Plötzlich gibt es überhaupt wieder Termine, die nicht in der virtuellen Welt stattfinden.

Überall gelten noch strenge Hygieneauflagen

Der Euphorie sind noch enge Grenzen gesetzt. Denn bei einer Inzidenz zwischen 50 und 35 sind maximal 250 Zuschauer erlaubt. Es gibt nur Sitzplätze mit Abstand. Und: Voraussetzung für den Eintritt ist die Erfüllung eines der drei Gs – geimpft, genesen oder getestet.

Liegt die Inzidenz fünf Werktage lang unter 35, was in Dortmund voraussichtlich ab Sonntag (13.6.) der Fall sein wird, sind Innenveranstaltungen mit bis zu 1000 Besucherinnen und Besuchern erlaubt.

So sehen die Planungen der größeren Dortmunder Konzertstätten derzeit aus.

FZW

Parallel zu den vom FZW-Team organisierten Open-Air-Veranstaltungen bei den Juicy Beats-Parksessions läuft langsam der Betrieb in der Halle an der Ritterstraße wieder an.

Am Freitag (11.6.) spielt die Band „Pauls Jets“ aus Wien ab 20 Uhr das erste Konzert nach der langen Pause. 100 statt sonst knapp 1400 Gäste sind erlaubt. „Wir haben die Bestuhlung sehr großzügig gehalten. Wir arbeiten erst einmal mit dem kleinen Besteck und schauen, wie es anläuft“, sagt Matthias Schmidt vom FZW.

Das FZW an der Ritterstraße im Dortmunder Unionviertel
Das FZW an der Ritterstraße im Dortmunder Unionviertel © Stephan Schütze (Archivbild) © Stephan Schütze (Archivbild)

In behutsamem Tempo sind weitere Termine in Planung. Für den 10.7. (Samstag) ist der Auftritt der deutschen Brass-Funk-Band Moop Mama ein erstes Highlight, das in Kooperation mit dem Studierendenwerk realisiert wird. Am 18. Juli (Sonntag) spielt die schottische Band We Were Promised Jetpacks in der großen Halle.

Die Vorgaben für die Konzerte im FZW: „AHA-Regeln“ einhalten, Maskenpflicht auch am Platz, personalisierte Tickets und feste Sitzplätze. Für zusätzlichen Schutz sorgen die moderne Lüftungsanlage und eine neue UV-Clean-Anlage.

Alle Termine unter www.fzw.de.

Domicil

Nach Dutzenden Livestream-Konzerten aus dem leeren Domicil dürfen wieder Menschen in den Saal an der Hansastraße.

Den Re-Start bestreitet am Samstag (12.6.) das Jazz-Piano-Trio des Pianisten Constantin Krahmer, der zusammen mit dem Schlagzeuger Leif Berger und dem New Yorker Bassisten Thomas Morgan um 20 Uhr im großen Konzertsaal spielen wird.

Im Juni sind zahlreiche weitere Termine geplant, darunter auch wieder eine kuratierte Montagssession.

Das Hygienekonzept sieht eine stark reduzierte Sitzplatzkapazität im Schachbrettmuster vor. Es wird keine Pausen geben, die Veranstaltungsgastronomie ist im Kiosk-Modus geöffnet.

Am 26. Juni startet dann der „domicil Open Air Sommer“ mit dem Junkyard an der Schlägelstraße als Kooperationspartner. Hier werden auch wieder die ersten internationalen Künstlerinnen und Künstler zu erleben sein, darunter Bokanté, Marc Ribot, Kinga Glyk, Teresa Bergman und Julian Lage.

Auch im Domicil gilt: Eintritt nur für Getestete, Geimpfte und Genesene und Mundschutzpflicht auch am Sitzplatz. Das komplette Programm auf www.domicil-dortmund.de.

Subrosa

Der Musikkneipe in der Nordstadt gebührt die Ehre, mit dem Auftritt der Folk-Punk-Band North Alone am Donnerstag (10.6.) das erste Dortmunder Indoor-Konzert nach dem Lockdown auf die Beine gestellt zu haben.

Am Donnerstag (10.6.) spielt die Punkband North Alone vor maximal 20 Gästen. „Die haben dann den ganzen Laden und die Terrasse für sich“, sagt Subrosa-Chef Simon Grimm.

Endlich wieder Nähe: Die Band North Alone hat die konzertlose Zeit in Dortmund beendet. © Oliver Schaper © Oliver Schaper

Das Programm, komplett abrufbar unter www.songsandstories.de, drückt Aufbruchstimmung aus: Bis Anfang August steht mindestens ein Termin pro Woche im Plan, erst einmal mit der 20-Besucher-Regel. Bleibt die Inzidenz unter 35, fiele die Testpflicht für Innengastronomie weg. Im Subrosa wären dann auch bei Musikveranstaltungen möglicherweise wieder mehr Personen denkbar.

„Wir haben seit Januar schon 30 Konzerte mit Videoaufzeichnung gemacht und dadurch wieder Mut gefasst“, sagt Simon Grimm. Mut, der allerdings zuletzt wieder etwas gebrochen wurde, als das Ordnungsamt seine Forderung aus dem Sommer 2020 erneuerte, dass die offiziell nicht genehmigte Außenterrasse des Subrosa an der Gneisenaustraße abgerissen werden muss.

Konzerthaus

Am 16. Juni (Mittwoch) öffnet Dortmunds renommiertes Klassik-Haus wieder seine Türen für Publikum. Das „Junge Wilde“-Konzert von Kian Soltani und anderen Mitwirkenden beendet die „Zeit der musikalischen Dürre“, wie es das Konzerthaus selbst ausdrückt.

Es gelten die „üblichen“ Hygienebedingungen (GGG, Maske am Platz). Im Juni und Juli sind mehrere hochkarätige Klassik-Konzerte geplant, andere Veranstaltungen finden weiterhin im Stream-Format statt. Die Planungen für die Saison 21/22, zuletzt im „Saisonbuch“ vorgestellt, laufen auf eine vorsichtige Rückkehr zur Konzert-Normalität hin.

Alle Termine auf www.konzerthaus-dortmund.de.

Warsteiner Music Hall und Westfalenhallen

Eine weitere große Dortmunder Konzertstätte wird derweil noch für andere Dinge gebraucht. Die Warsteiner Music Hall ist weiterhin das einzige Dortmunder Impfzentrum. Alle bereits im vergangenen Jahr abgesagten Termine werden nach und nach noch einmal auf 2022 verlegt.

Für die Westfalenhallen gibt es im Ticketshop Termine ab Ende Juli, unter anderem für Peter Maffay im September. Details dazu liegen aber noch nicht vor.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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