Wiese verkommt zum Hundeklo: Bunter Schilderwald vertreibt die „Täter“

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Hundekot auf öffentlichen Flächen zählt zu den größten Ärgernissen. Drei Dortmunderinnen haben ein kreatives Konzept gegen die unerwünschten Hinterlassenschaften entwickelt.

Lütgendortmund

, 22.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Hundeklo vor ihrer Haustür nervt Beate Wagenführ, Sabine Raper und Manuela Lindemann schon lange. „In den schlimmsten Zeiten haben wir hier um die 50 Haufen gezählt. Der Gestank war nicht mehr auszuhalten“, sagt Beate Wagenführ.

Weil freundliche Ansprachen meist verpuffen oder bei Hundehaltern sogar Aggressionen auslösen können, entwickelten die Lütgendortmunder Nachbarinnen während einer „Keller-Krisen-Sitzung“ ein kreatives Konzept gegen die Hinterlassenschaften. Dafür haben sie zunächst fleißig gebastelt.

Vor sechs Wochen begannen sie damit, jedes Häufchen auf den Wiesen und Wegen am Mehrfamilienhaus in der Klobesstraße mit einem bunten Schildchen am Stil zu kennzeichnen. „Schon wieder zu faul?“, „Kot“, „Kacke“ oder „Einpacken!“ ist darauf zu lesen.

Auch „Kothaufen-Emojis“ stecken im Boden. „Jedes neue Häufchen bekommt ein neues Schild“, erklärt Beate Wagenführ.

Hier können die Hundehalter lesen, welche Würmer sich die Hunde beim Schnüffeln am Hundekot einfangen können.

Hier können Hundehalter lesen, welche Würmer sich die Hunde beim Schnüffeln am Hundekot einfangen können. © Beate Dönnewald

Hunde können sich beim Schnüffeln am Kot mit Würmern infizieren

Zusätzlich befestigten sie kommentierte Skizzen an den Bäumen, die in Reim-Form „Kack, Sack, Pack, Zack“ die leichte Hundekot-Entsorgung mittels Tüte erklären.

Auf anderen laminierten Zetteln können die Hundehalter lesen, welche Gefahren für ihre Vierbeiner von den Häufchen ausgehen: „Ihr Hund kann sich allein durch Schnüffeln am Kot mit Würmern infizieren. Wollen Sie das?“

Eine Skizze zeigt, wie einfach die Entsorgung der Häufchen mit einer Tüte ist.

Eine Skizze zeigt, wie einfach die Entsorgung der Häufchen mit einer Tüte ist. © Beate Dönnewald

„Wir hatten auch Verbotsschilder aus dem Internet in die Wiesen gesteckt, die wurden aber bis auf eins geklaut“, erzählt Beate Wagenführ. Also bastelten die Frauen erneut: „Dieses Privatgrundstück ist keine Hundetoilette“, steht auf den laminierten Zetteln.

Wiese wird jetzt seltener als Hundeklo missbraucht

Tatsächlich hat sich der Aufwand der drei Nachbarinnen gelohnt. „Es landen hier mittlerweile deutlich weniger Hundehaufen“, sagt Beate Wagenführ. Immer wieder beobachte sie, wie Leute mit Hunden angesichts des „Schilderwalds“ die Straßenseite wechselten. „Sie fühlen sich wohl ertappt.“

Verbotsschilder wie diese zeigen mittlerweile Wirkung.

Verbotsschilder wie diese zeigen mittlerweile Wirkung. © Beate Dönnewald

Der 44-Jährigen ist durchaus bewusst, dass das Problem mit dieser Aktion nicht gelöst ist, sondern nur verlagert wurde. „Jetzt machen die Hunde ihr Geschäft wahrscheinlich auf einer anderen Wiese.“

In ihrem persönlichen Umfeld und auf Facebook sei sie mit der Aktion auf positive Resonanz gestoßen. „Aber es gibt natürlich auch immer welche, die meckern.“

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„Das hat so schlimm gestunken, das ging gar nicht mehr“

Ihre Tochter Lisa (14) ist jedenfalls froh, dass sich die Situation bei ihnen gebessert hat. „Das hat so schlimm gestunken, das ging gar nicht mehr. Im Dunkeln konnte man hier nur mit Taschenlampe lang gehen, um bloß keinen Haufen zu übersehen.“

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