H-Bahn-Ausbau in Dortmund soll noch weiterführen – wenn es nach Lokalpolitikern geht

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DSW21 will den Ausbau der H-Bahn bis zum Hafen prüfen. Lokalpolitiker werfen nun ein weiteres neues Streckenstück in den Ring. Und auch der Stadtbahn-Ausbau ist nicht vom Tisch.

Huckarde

, 10.03.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Dortmunder SPD-Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Westphal hat eine massive Verlängerung der H-Bahn vorgeschlagen. Ist sie derzeit nur im Bereich des Uni-Campus und des Technologieparks in Eichlinghofen unterwegs, soll sie künftig – wenn es nach ihm geht – über Dorstfeld und das HSP-Gelände bis zum Hafen schweben.

DSW21, die die H-Bahn betreibt, zeigte sich zuletzt offen gegenüber einem Ausbau. Als Alternative zur ebenfalls diskutierten Seilbahn-Idee sei eine mögliche H-Bahn-Erweiterung Teil einer Machbarkeitsstudie, die derzeit erarbeitet werde, sagte Verkehrsvorstand Hubert Jung.

„Zwei Kriterien sind für uns grundsätzlich entscheidend: Zum einen muss ein Bedarf nachgewiesen sein, der die Investitions- und Betriebskosten rechtfertigt“, gibt er zu bedenken. „Zum anderen muss eine bauliche Maßnahme technisch durchführbar und genehmigungsfähig sein.“

Lokalpolitiker fordern H-Bahn-Erweiterung bis Kirchlinde

Ob die Kriterien zugunsten der H-Bahn-Erweiterung zum Hafen ausfallen, soll die Machbarkeitsstudie ergeben. Noch vor deren Start werfen Politiker aus dem Stadtbezirk Huckarde ein weiteres zu prüfendes Streckenstück in den Ring.

„Die Verwaltung wird gebeten, Planungen vorzunehmen, um die Kokerei zügig an das H-Bahn-Netz in Dortmund anzubinden“, heißt es in einem Antrag der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung. Und nicht nur das: „Eine Anbindung bis nach Kirchlinde, das wäre der Traum“, sagt Fraktionschef Stefan Keller.

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Hinsichtlich der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 wäre eine solche Anbindung attraktiv. Langfristig würde dadurch zudem der geplante Energiecampus östlich der Emscherallee und nördlich der Kokerei Hansa besser an den Öffentlichen Nahverkehr angeschlossen.

„Kostengünstig und platzsparend“, sei die gewünschte H-Bahn-Verbindung bis nach Kirchlinde, so die SPD-Fraktion. „Die Stärkung des ÖPNV ist eine wesentliche Aufgabe, der sich die Kommunen in Zukunft stellen müssen.“

DSW21 will Anbindung nicht prüfen

Allerdings wird die H-Bahn-Anbindung bis nach Kirchlinde nicht Teil der Machbarkeitsstudie sein, wie DSW21-Pressesprecherin Britta Heydenbluth mitteilt.

„Eine Anbindung Huckardes oder Kirchlindes mit der H-Bahn ist schon aufgrund der Länge der Strecke für uns nicht denkbar. Hier wäre die H-Bahn nicht das geeignete Verkehrsmittel“, erklärt sie. Huckarde und Kirchlinde seien ohnehin über die U47 und die Buslinie 460 sehr gut angebunden.

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Das sehen die Huckarder Bezirksvertreter, die seit Jahren für eine Stadtbahn-Anbindung Kirchlindes kämpfen, anders. Für einen möglichen Ausbau ab der Haltestelle „Huckarde Abzweig“, die ein Stück Richtung Norden verlegt werden müsste, gibt es bereits konkrete Strecken-Pläne.

Sechs oberirdische Haltestellen sind angedacht: „Varziner Straße“, „Aspeystraße“, „Jungferntalstraße“, Bothestraße“, „Krankenhaus Kirchlinde“ und das Schulzentrum an der Bockenfelder Straße.

Über die Boschstraße könnte die Stadtbahn in Richtung Krankenhaus Kirchlinde fahren.

Über die Boschstraße könnte die Stadtbahn in Richtung Krankenhaus Kirchlinde fahren. © Carolin West

Stadtbahn-Pläne könnten in den Fokus genommen werden

Bislang wird jedoch nur der Platz für die Trasse vorsorglich freigehalten. „Trassensicherung“ nennt die Stadt Dortmund dieses Stadium der Planung. In diesem Stadium war einst auch die Erschließung der Westfalenhütte – die nun konkretisiert wird und umgesetzt werden soll.

Für die Anbindung Kirchlindes ist es noch nicht soweit. „Es konnte keine betriebswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit herausgestellt werden“, sagt Stadt-Pressessprecher Christian Schön. „Der prognostizierte zusätzliche Aufwand wäre erheblich und stellt bisher ein finanzielles Hindernis dar.“

Die Bezirksvertreter pochen auf den ökologischen Aspekt. Tatsächlich könnte die Verkehrswende ihren Plänen Auftrieb geben. Bund und Land wollen den ÖPNV-Ausbau mit höherer Priorität fördern. „Bislang ist jedoch nicht klar, ob ausreichend Mittel bereitgestellt werden, um die Folgekosten zu finanzieren.“

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