Wird diese Straße im Dortmunder Süden die neue B1 für Lkw?

hzSchwerlastverkehr

Die Sperrung der B1 für Lkw schwebt wie ein Damokles-Schwert über den Stadtbezirken. Die schweren Fahrzeuge werden sich einen neuen Weg suchen – dieser scheint besonders passend.

Sölde

, 06.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was zählt die Meinung von mehr als 1500 Bürgern? Wenn es nach den Initiatoren der Bürgerinitiative gegen die Erhöhung der Bahnunterführung in Sölde geht, ist die Antwort: eine Menge.

Die Bezirksvertretung Aplerbeck haut in dieselbe Kerbe, wird aber eine Erhöhung auf 4,20 Meter (jetzt 3,90 Meter) nicht verhindern können.

Wird diese Straße im Dortmunder Süden die neue B1 für Lkw?

3,90 Meter Höhe hat die Unterführung schon, 4,20 Meter sollen es werden. © Jörg Bauerfeld

„Der Rat der Stadt Dortmund hat sich in seiner Sitzung am 28. April 2016 in Kenntnis aller Argumente bei dem genannten Brückenbauwerk für eine Durchfahrtshöhe von 4,20 Metern ausgesprochen. Die Verwaltung sieht keinerlei Veranlassung, den Ratsbeschluss aufzuheben oder modifizieren zu lassen“, sagt Christian Schön, Pressesprecher der Stadt Dortmund.

Sölder Bürger wollen kämpfen

„Die Maßnahme wird unverändert ausgeführt bzw. die Brücke ist bereits entsprechend der Genehmigung gebaut. Der noch ausstehende Straßenbau ist Teil der Genehmigung und wird nach der Gasperiode begonnen.“ Also: Nach der Winterzeit soll der Start des Baus losgehen.

Viele Bürger in Sölde möchten nicht hinnehmen, dass die Sölder Straße zur neuen B1 für Lkw wird. Uta Koenig, Sigrid Metz-Göckel, Lothar Thielmann und Michael Zinnhardt – vier Sprecher der Bürgerinitiative – haben jetzt der Bezirksvertretung eine Petition überreicht.

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Eine der Hauptforderungen der Initiative ist das Durchfahrtsverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen. Käme so ein Verbot, könnte eigentlich die jetzige Höhe der Bahn-Unterführung von 3,90 so bleiben.

Die Sölder befürchten einen nicht kontrollierbaren Zuwachs an Schwerlastern, die über die Sölder Straße, die Vellinghauser Straße und die Lichtendorfer Straße von Nord nach Süd fahren werden. Allein aufgrund der bevorstehenden Sperrung der B1 für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen, die noch in diesem Jahr umgesetzt wird.

Kein Durchfahrtsverbot für Lkw

Wenn man die Höhe von 3,90 Meter so belasse und nicht wie geplant auf 4,20 Meter ausbaue, könnte die Stadtverwaltung Geld sparen. Ein guter Grund. Doch das Durchfahrtsverbot kommt nicht. Nach dem Ausbau auf 4,20 Meter werden die schweren Lkw durch Sölde brausen können.

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„Ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen wurde, auch unter dem Gesichtspunkt der klassifizierten Landesstraße, mehrfach von der Verkehrsbehörde geprüft und abgelehnt. Die politischen Gremien wurden über das Ergebnis informiert“, sagt Pressesprecher Schön.

Bezirksvertretung will weiter kämpfen

„Wir werden das so nicht hinnehmen und weiter dafür kämpfen, dass das Durchfahrtsverbot für schwere Fahrzeuge kommt“, sagt Aplerbecks Bezirksbürgermeister Jürgen Schädel (SPD), der die Petition entgegennahm.

Wird diese Straße im Dortmunder Süden die neue B1 für Lkw?

Eine Petition wurde in der BV Aplerbeck verlesen. © Jörg Bauerfeld

Die Chancen stehen jedoch schlecht, da sich der Rat der Stadt Dortmund in dieser Sache über den Beschluss der Bezirksvertretung hinweggesetzt hat. Einer der Gründe: Bei der Sölder Straße handele es sich um eine klassifizierte Landesstraße, die grundsätzlich alle Verkehre aufnehmen müsse, so die Pressestelle der Stadt Dortmund.

Weitere Punkte der Petition

Die weiteren Punkte der Petition geraten so ein wenig in den Hintergrund. Wichtig sind sie für die Bürger dennoch:

  • Eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Sölder Straße auf Tempo 30.
  • Feste Radarstationen zur Einhaltung und Kontrolle der Geschwindigkeit.
  • Ampeln bei der Einmündung der Schlagbaumstraße.
  • Ein weiterer ampelgesteuerter Fußgänger-Übergang.
  • Der weitere Ausbau und Markierung der Fahrradspuren.
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