Wissenschaft unterm "U"

Die Spatzen pfiffen es schon vor Wochen von den Dächern: Grundsätzlich unterstützt Ministerpräsident Jürgen Rüttgers die Verwandlung des "U"-Turms zu einem Kreativwirtschaftszentrum (wir berichteten) - und damit zu einem Aushängeschild für die Kulturhauptstadt 2010.

04.01.2008, 18:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wissenschaft unterm "U"

Auch Museums- und Ausstellungsebenen - wie hier im Modell des Architekturbüros Gerber - gehören weiterhin zum Konzept für den U-Turm.

Mit Blick auf das Kulturhauptstadt-Jahr war zuletzt aber auch die Ungeduld gewachsen, weil das Land immer wieder die Entscheidung über die erhoffte Förderung verschoben hatte. Jetzt sollen aber Nägel mit Köpfen gemacht werden: Bis Ende Januar soll die so genannte Ressortabstimmung zwischen den Ministerium abgeschlossen sein, kündigte der stellvertretende Regierungssprecher Holger Schlienkamp an.

Neue Ideen

Mindestens 30 Mio. Euro von EU und Land könnten es am Ende sein. Wie viel genau, will Schlienkamp noch nicht verraten. Kann er auch noch nicht. Denn die Summe hängt am Ende von den konkreten Inhalten des Kreativwirtschaftszentrums im Turm ab, an denen noch immer gebastelt wird. Dabei spielen vor allem die Hochschulen eine große Rolle. Sowohl die Universität, die am "U" eine Brücke zwischen Kunst, Wirtschaftswissenschaften und Informatik schlagen will, als auch der Fachbereich Design der Fachhochschule hat großes Interesse an einer Beteiligung. Adolf Winkelmann, Professor für Filmdesign und erfolgreicher Regisseur, bastelt an einem Konzept für kreative Filmwirtschaft - mit eventuellen Auswirkungen auf die Förderung durch das Land. Die Idee soll in den nächsten Wochen konkretisiert werden, kündigte Winkelmann gegenüber den Ruhr Nachrichten an.

Klar ist damit, dass "der Förderantrag noch einmal neu berechnet werden muss", wie es Kulturdezernent Jörg Stüdemann formuliert. "Wir begrüßen in jedem Falle die Initiative des Ministerpräsidenten für eine Förderung des U-Turms und warten nun die weitere Ressortabstimmung in Düsseldorf ab."

In der Politik fiel das erste Echo unterschiedlich aus. FDP/Bürgerliste sehen den Mitteleinsatz der Stadt mit 30 Prozent der Investitionskosten noch immer als zu hoch an. Dazu kämen die Folgekosten, die die Stadt über Jahre belasteten, erklärt die Fraktionsvorsitzende Dr. Annette Littmann - die zugleich an die Forderung von SPD und Grünen nach einer 80-prozentigen Förderung erinnert.

Folgekosten

Die wurde freilich unter dem Vorzeichen einer Museumsnutzung des U-Turms formuliert, die sich nun nur noch auf drei Etagen des alten Kellereigebäudes beschränkt. Entsprechend gelassen fällt die Bewertung von Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger aus. Mit der avisierten 70-Prozent-Förderung sei das Ergebnis "wesentlich besser als erwartet" und erfülle "annähernd die Voraussetzungen für die anteilige kommunale Finanzierung".

Freilich drängen auch die Grünen darauf,, "dass die zukünftige Nutzung Einnahmen zur Reduzierung der Folgekosten sicherstellt." Krüger: "Hier ist die Kreativität der Kulturschaffenden und der Kulturverwaltung gefragt. Das Potenzial für ein lebendiges Kulturzentrum ist vorhanden." Oli

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