Unerwartete Wendung beim geplanten Wohnbauprojekt in Brechten

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Was wird aus dem Wohnbauprojekt gegenüber der St.-Antonius-Kirche in Brechten? Die Evinger CDU-Fraktion hat bei einem Ortstermin Anwohner über das geplante Wohnzentrum informiert.

Brechten

, 31.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gegen Ende des vergangenen Jahres wurden Pläne bekannt, nach denen ein Investor ein großes Bauvorhaben mit Mehrfamilienhäusern für Betreutes Wohnen in Brechten angehen will. Konkret ging es um ein Grundstück zwischen Widumer Straße und der Straße Im Dorfe, auf dem Seniorenwohnungen entstehen sollten. Erste Pläne hatten sechs barrierefreie Mehrfamilienhäuser für Betreutes Wohnen vorgesehen.

Wie jetzt bekannt wurde, wird doch nicht gebaut. Diese Information gaben Vertreter der Evinger CDU-Fraktion am Donnerstag (30. Januar) Anwohnern des von dem Bauvorhaben betroffenen Gebietes. Es habe eine Woche zuvor eine Gesprächsrunde zum aktuellen Stand des Projektes gegeben, erklärte Petra Frommeyer, Fraktionsvorsitzende der CDU. „Das Ergebnis des Gespräches ist, dass auf dem Grundstück erst mal nicht gebaut wird.“

Grundstück für mögliche Bebauung nur ein „schmaler Schlauch“

Beteiligt waren an der Gesprächsrunde neben Bezirksbürgermeister Oliver Stens, der dazu eingeladen hatte, Petra Frommeyer für die CDU, Gabriele Hammacher für die SPD, Vertreter der Planungsverwaltung sowie der Investor. Letzterer habe dabei erklärt, dass er von den Plänen abrücken wird, so Frommeyer. Deswegen steht das Vorhaben nicht mehr im städtischen Arbeitsprogramm für 2020/21.

Gründe für das Abrücken von den Plänen seien vor allem die Größe des verfügbaren Grundstücks sowie die daraus resultierende erschwerte Umsetzbarkeit des Projektes. Anders, als in den ersten Plänen vorgesehen, hätte nicht die gesamte Freifläche gegenüber der Kirche St.-Antonius bebaut werden können. Bis auf ein schmales Flurstück sind alle anderen Grundstücke in Privatbesitz.

Lediglich das Flurstück 1608 in der Mitte wäre für den Bau eines Wohnzentrums in Frage gekommen, ist dafür aber zu schmal.

Lediglich das Flurstück 1608 in der Mitte wäre für den Bau eines Wohnzentrums in Frage gekommen, ist dafür aber zu schmal. © Screenshot TIM-online.nrw.de

Die Eigentümer dieser Grundstücke hätten verkaufen müssen, was sie jedoch nicht wollen. Einige waren verärgert, dass sie im Vorfeld nichts von den Plänen erfahren hatten und fühlen sich übergangen. Der Großteil möchte jedoch generell kein Bauprojekt auf der Freifläche haben. Die Erschließung und Anbindung an die anderen Straßen hätte zum einen über die Grundstücke geführt und zum anderen das Verkehrsaufkommen in der sonst ruhigen Gegend deutlich erhöht.

Dadurch, dass die Eigentümer nicht verkaufen wollen, hat sich die verfügbare Fläche deutlich verkleinert. Das Grundstück, das übrig geblieben wäre und hätte bebaut werden dürfen, sei nur ein „schmaler Schlauch“ gewesen, so Frommeyer. Mit knapp 50 Metern in der Breite wäre nicht genug Platz für das Bauvorhaben gewesen. Zudem hätten Zu- und Abfahrten zum Grundstück sowie ein Ausbau der Straße Im Dorfe erfolgen müssen.

Ein Rahmenplan für Brechten soll erst mal Grundstücke erfassen

Die Vertreter der CDU-Fraktion und die Anwohner, die zu dem Ortstermin erschienen waren, zeigten sich zufrieden darüber, dass das Bauvorhaben nun zu den Akten gelegt ist. „Damit können wir den dörflichen Charakter sowie die Freifläche an sich erhalten“, so Frommeyer. „Außerdem besteht hier im Moment kein akuter Bedarf an Altenheimplätzen.“

Dennoch würde ein Rahmenplan für Brechten erstellt, der die Möglichkeit prüft, ob für eventuelle Projekte für seniorengerechtes Wohnen andere Flächen zur Verfügung stehen. Dafür würden in diesem und im nächsten Jahr Grundstücke erfasst, sagt Frommeyer.

Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) wollte sich auf Anfrage vorerst nicht zu den Ergebnissen der Gesprächsrunde äußern. Er sei überrascht, so Stens, dass die CDU-Fraktion über die vom Bauprojekt betroffenen Personen hinaus von den Ergebnissen der Gesprächsrunde informiert habe. Die CDU-Fraktion hat das Thema von der Tagesordnung der Bezirksvertretungs-Sitzung am 4. Februar nehmen lassen.

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