Wohnqualität in Dortmund leidet unter B236-Baustelle in Schwerte

hzBaustellen und Verkehr

Der Stau auf der Wittbräucker Straße ist rekordverdächtig. Oft stauen sich die Fahrzeuge einen Kilometer lang vor einer Ampel auf dem Höchsten. Auch die Nebenstraßen sind stark belastet.

Höchsten, Schwerte

, 21.08.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Unheil an der Wittbräucker Straße im Dortmunder Süden begann in der Nachbarstadt. In Schwerte wird die B236 vierspurig ausgebaut. Zusätzlich auch die Autobahn Auf- und Abfahrten auf die A1 in Richtung Köln und Bremen.

Am 4. Mai sperrte die Deges, die ausführende Firma, den Autobahnanschluss in Richtung Köln. Keine Ab- oder Auffahrten sind seitdem möglich. Geplante Dauer der Arbeiten - bis zum 30. Oktober.

Umleitungsstrecke in Richtung Schwerte und A1

Da die Wittbräucker Straße als offizielle Umleitungsstrecke für die Verkehrsteilnehmer dient, die auf die A1 in Richtung Köln wollen, kommt‘s dort zu Staus.

Gerade Lkw nutzen vermehrt die Wittbräucker Straße, um aus dem Dortmunder Süden über das Autobahnkreuz Dortmund-Süd (A45) den Anschluss auf die A1 in Richtung Köln zu bekommen.

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Vor allem für die Kreuzung auf dem Höchsten bedeutet dies eine Belastung. Die Folge sind endlos lange Staus und ein zunehmender Schleichverkehr durch die angrenzenden Wohnstraßen.

Immer mehr Verkehrsteilnehmer versuchen, den Stau durch die Tempo-30-Zonen zu umfahren. Das hat Hauke Thomas beobachtet. Er wohnt im Fuchsweg, einer kleinen Wohnstraße südlich der Wittbräucker Straße. Durch den Weg fahren nun täglich „Fremdfahrzeuge“.

„Ob sich das lohnt? Ich weiß ja nicht. Manche schaffen es, drei Autolängen zu gewinnen, bevor sie sich wieder in den Stau einreihen“, sagt der Anwohner.

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Das würde aber nur gelingen, wenn die „Stauumfahrer“ die Tempo-30-Regel in den Wohnstraßen ignorieren. „Ich habe mich damit bereits vor Wochen an die Verkehrsüberwachung der Stadt Dortmund gewendet - leider erfolglos“, so Thomas, der Lösungen parat hält.

Lösungsvorschläge eines Anwohners

  • Umwidmung des Fuchswegs und der oberen Egge als Anwohnerstraßen, damit die Durchfahrt zur Stauumgehung nachlässt.
  • Installation von Temposchwellen, um die Geschwindigkeitsübertretungen zu vermindern.
  • Regelmäßige Geschwindigkeitsüberwachung im Bereich Fuchsweg / Eichhörnchenweg.

Auch die Hörder Politik hat das Problem der Wittbräucker Straße schon längst erkannt. Ein Versuch, für die Ost-West-Achse ein Lkw-Verbot zu erreichen, scheiterte an dem Veto der Stadt.

Politik sucht städteübergreifend nach Lösungen

Jetzt macht die CDU einen erneuten Versuch - zumindest, um die Bauarbeiten auf Schwerter Gebiet zu beschleunigen. Zusammen mit den Christdemokraten aus der Ruhrstadt will man bei der Deges noch einmal vorsprechen, um Lösungen zu suchen.

Und das scheint aus Dortmunder Sicht auch erforderlich, denn nach dem Ausbau der A1 Auffahrt in Richtung Köln ist die zweite in Richtung Bremen dran. Das würde im besten Fall weitere fünf Monate Umleitungsverkehr über die Wittbräucker Straße im Dortmunder Süden bedeuten.

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