Wütende Droote-Mieter in verschimmelten Wohnungen schließen sich zusammen

hzMieterärger in Scharnhorst

Seit langer Zeit bemängeln Mieter der Droote-Siedlung unzumutbare Zustände. Die Eigentümer-Gesellschaft zieht sich ihrer Meinung nach aus der Verantwortung. Jetzt gibt es aber Hoffnung.

Scharnhorst

, 23.10.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Wohnung von Sabrina Rohleder ist dem Schimmel zum Opfer gefallen. Ganze Räume sind durch den Pilzbefall unbewohnbar geworden. Dennoch musste die Mutter eines fünfjährigen Sohns knapp acht Wochen auf eine Reaktion der zuständigen Paul-Immobilien-GmbH warten.

Jetzt lesen

Keine Hilfe durch Eigentümergesellschaft

„Ich habe beinahe jeden Tag dort angerufen und die Notlage geschildert. Es ist allerdings nichts passiert. Erst als der Schimmel schon komplette Wände befallen hatte, hat das Unternehmen einen Handwerker geschickt“, so Rohleder.

Selbst der Experte sei von dem Ausmaß überrascht gewesen: „Weil der Pilz bereits derart tief in die Wand eingezogen war, musste er mehrere Schichten abtragen und neu verspachteln. Das war scheinbar auch für ihn etwas Neues.“

Wütende Droote-Mieter in verschimmelten Wohnungen schließen sich zusammen

Das Bad von Sabrina Rohleder war aufgrund des Schimmels über einen Zeitraum von mehreren Wochen nicht zu benutzen. © Sabrina Rohleder

„Sie wohnen hier nicht am Phoenix-See“

So wie Sabrina Rohleder geht es mehreren Mietern, deren Wohnungen zur Paul-Immobilien-GmbH gehören. Auch eine Nachbarin Rohleders beklagt, dass ihre Wohnung seit Wochen Schimmelflecken aufweise, vonseiten der Eigentümergesellschaft jedoch keine Maßnahmen ergriffen wurden. Darüber hinaus seien die Spielplätze in der Siedlung äußerst marode.

Wütende Droote-Mieter in verschimmelten Wohnungen schließen sich zusammen

Weil viele Geräte kaputt oder baufällig sind, werden die Spielplätze von vielen Kindern gemieden. © Marius Paul

„Wenn man sich an das Unternehmen wendet und die Missstände anprangert, bekommt man nur zu hören, dass wir hier ja nicht am Phoenix-See wohnen würden und wir uns eine andere Wohnung suchen sollten, wenn wir mit den Zuständen unzufrieden seien“, sagt Anwohner Frank Keil.

Mieterbeirat für Droote-Siedlung

Um die gemeinsamen Interessen geschlossen vertreten und möglicherweise grundlegende Veränderungen bewirken zu können, haben die Mieter der 250 Wohnungen in der Droote-Siedlung nun einen neuen Weg eingeschlagen und am Dienstagabend (22.10.) einen Mieterbeirat gegründet.

„In Zusammenarbeit mit der Lokalpolitik und dem Mieterverein Dortmund wollen wir auf diese Art und Weise unsere Einflussmöglichkeiten auf die Eigentümergesellschaft verbessern“, erklärte Sabrina Rohleder, die gemeinsam mit Hannelore Jacoby, Oleg Topchiy, Frank Keil und Daniela Krugmann dem neuen Mieterbeirat angehört.

Wütende Droote-Mieter in verschimmelten Wohnungen schließen sich zusammen

Verdreckte Hauswände, beschmierte Stromkästen und kaputte Mülleimer sind an vielen Ecken der Droote-Siedlung zu entdecken. © Marius Paul

Lanstrop als Musterbeispiel

Laut Rainer Stücker, dem Geschäftsführer des Dortmunder Mietervereins, sei es wichtig, dass man sich auch von Widerstand nicht abschrecken lasse. „Allerdings muss man auch realistisch bleiben. In der näheren Zukunft wird sich so schnell nichts verändern lassen. Aber wenn man hartnäckig bleibt, dann kann man durchaus einiges erreichen. Da ist unter anderem der Mieterbeirat in Lanstrop ein positives Beispiel.“

Auch dort werden viele Wohnungen von der Paul-Immobilien-GmbH verwaltet. Anders als in Scharnhorst durften sich die dortigen Bewohner allerdings in der Vergangenheit über vereinzelte Investitionen und Modernisierungsmaßnahmen freuen.

Jetzt lesen

Gleiches erhoffe man sich jetzt auch an der Droote, unterstrich Rüdiger Schmidt von der SPD Dortmund. „Wir sind hier nicht im Wilden Westen und natürlich haben auch die Mieter ihre Rechte. Ich kann den vorhandenen Ärger absolut nachvollziehen.“

Eigentümergesellschaft gibt sich engagiert

Vonseiten des Immobilienunternehmens hieß es bezüglich der Schimmelbekämpfung, dass man immer möglichst zeitnah einen Fachbetrieb mit der Beseitigung beauftrage.

Darüber hinaus erwäge man Investitionen grundsätzlich an Standorten, die eine Notwendigkeit aufweisen. Diese hätte im Lanstroper Fall vorgelegen. In Scharnhorst führe man ebenfalls regelmäßige Prüfungen durch, so Geschäftsführer Jens Müller. Aktuelle technische Mängel seien dabei nicht vorgefunden worden.

Vorhandene Problemstellen im Außengelände und an Spielplätzen würden natürlich repariert und etwaige Reinigungen durchgeführt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt