Zahl der Fehltage steigt: So krank waren die Dortmunder 2018

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Der durchschnittliche Dortmunder war 2018 länger krank als im Vorjahr. Diese Branchen sind besonders betroffen - und das sind die Gründe für die Arbeitsunfähigkeit.

Dortmund

, 23.08.2019, 16:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Dortmunder waren im vergangenen Jahr länger krank als im Jahr 2017. Das geht aus den jeweiligen Berechnungen von drei großen Krankenkassen hervor. Sie haben die Informationen über Krankschreibungen ihrer Versicherten ausgewertet.

Laut den Berechnungen der Barmer war ein Dortmunder oder eine Dortmunderin im Durchschnitt 2018 in Summe etwa 20,2 Tage krankgemeldet. Im Vorjahr waren es etwa 19,8 Tage. Die Barmer rechnet die Daten ihrer Versicherten für diese Auswertung auf die gesamte Dortmunder Bevölkerung hoch.

Die Techniker Krankenkasse hat die Krankheitsfälle ihrer Versicherten ausgewertet. Demnach waren TK-Versicherte in Dortmund in 2018 durchschnittlich 17,5 Tage krankgeschrieben. 2017 lag diese Zahl bei 16,8 Tagen, auch hier ist also ein leichter Anstieg zu erkennen. Versicherte der AOK in Dortmund waren 2018 im Durchschnitt 20,8 Tage arbeitsunfähig. Auch bei dieser Kasse ist die Zahl im Vergleich zu 2017 leicht angestiegen.

Jeder Zwanzigste ist krank

Der leichte Anstieg zeigt sich ebenfalls im Krankenstand, also dem Anteil der Erwerbspersonen, die durchschnittlich pro Tag krankgeschrieben sind. Laut AOK waren 2018 an einem durchschnittlichen Tag rund 5,7 Prozent ihrer Versicherten krankgeschrieben. 0,1 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die Techniker Krankenkasse meldet für 2018 einen durchschnittlichen Krankenstand von rund 4,8 Prozent und für 2017 von rund 4,6 Prozent. Demnach war an einem durchschnittlichen Tag also etwa jeder zwanzigste Versicherte krankgeschrieben.

„Ursache für den Anstieg war vor allem die Erkältungswelle Anfang des Jahres“, sagt AOK-Sprecher Jens Kuschel. Für Mitte Januar bis Ende März 2018 verzeichnete die AOK rund 28 Prozent mehr Krankheitsfälle wegen Atemwegserkrankungen als im gleichen Zeitraum 2017.

Ursachen

Die meisten Fehltage der AOK-Versicherten haben in 2018 unverändert Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht. Mit 23,9 Prozent liegt deren Anteil an den gesamten Fehltagen mit großem Abstand an erster Stelle. Auf den weiteren Plätzen folgen Atemwegserkrankungen (14,0 Prozent), psychische Erkrankungen (10,9 Prozent) und Verletzungen (10,1 Prozent).

Die AOK hat die Zahlen für ihre Versicherten auch nach Branchen aufgeschlüsselt: Die höchsten Fehlzeiten gab es in Dortmund 2018 demnach in den Berufsgruppen Abfallwirtschaft (59,7 Tage) und industrielle Gießerei (38,8 Tage). Die niedrigsten Fehlzeiten waren in der Hochschullehre und -forschung (2,7 Tage) sowie in der Landwirtschaft (2,8 Tage) festzustellen.

Aus Pflichtgefühl krank zur Arbeit

Wie oft die Dortmunder 2018 zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie sich krank gefühlt haben, lässt sich aus den Zahlen der Krankenkassen nicht ableiten. Laut einer Studie der Universität St. Gallen im Auftrag der Barmer sind allerdings zwei von drei Deutschen 2018 mindestens einmal zur Arbeit gegangen, obwohl sie sich krank gefühlt haben.

Überdurchschnittlich häufig gehen laut der Studie Beschäftige in den Gesundheitsberufen sowie im Lebensmittel- und Gastgewerbe, Auszubildende, Menschen mit Migrationshintergrund und Frauen krank zur Arbeit.

Als Gründe dafür nennen die Befragten der Studie am häufigsten Pflichtgefühl (rund 60 Prozent) und Rücksichtnahme auf Kollegen (50 Prozent). Auch wegen eines Übermaßes an Arbeit (rund 21 Prozent) oder weil kein Kollege die eigenen Aufgaben übernehmen kann (rund 28 Prozent) gehen Menschen krank zur Arbeit. Heiner Beckmann, Landesgeschäftsführer der Barmer betont außerdem: „Häufig ist Angst ein Hauptgrund für Präsentismus. Arbeitgeber und Führungskräfte tun daher gut daran, Druck nicht einfach nach unten weiterzugeben.“

Am „blauen Montag“ ist übrigens nichts dran. Im Vergleich der Wochentage entfallen auf den Montag laut Barmer sogar die wenigsten Fehlzeiten.

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