BVB-Abend: Anwalt des Veranstalters droht Martener Wirt mit Bußgeld und Gefängnis

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Der BVB-Abend im Martener Meilenstein bleibt ein heikles Thema. Jetzt hat sich Veranstalter Peter Schiefelbein sogar rechtlichen Beistand besorgt.

Marten

, 05.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

BVB-Geschichten „zum Schmunzeln“ mit BVB-Archivar Gerd Kolbe, ein Freibier und eine kostenlose Currywurst pro Person und im Anschluss das Spiel Borussia Dortmund gegen Paderborn im Live-Stream: Der BVB-Abend im Meilenstein am 22. November 2019 sollte eine unterhaltsame Veranstaltung werden.

Stattdessen hagelte es bereits im Vorfeld Kritik: Michael Smajlovic, der Wirt des Martener Hofs, beschwerte sich.

„Mit Steuergeld wird eine Übertragung des Fußballspiels Dortmund gegen Paderborn mit Freibier und kostenloser Currywurst zum Leidwesen der in Marten noch vorhandenen Gastronomen veranstaltet und finanziert“, schrieb Michael Smajlovic in einem Leserbrief an diese Redaktion.

War der Brief echt?

Die Echtheit des Briefes zweifelte BVB-Abend-Veranstalter Peter Schiefelbein schon beim Erhalt an. Er könne sich nicht vorstellen, dass Smajlovic, zu dem er immer ein gutes Verhältnis gehabt habe, derartige Zeilen verfasst. Doch der Wirt beharrt auf der im Brief ausgedrückten Meinung.

Jetzt hat er Post von Peter Schiefelbeins Anwalt erhalten: Eine Abmahnung gegen die Behauptung, es seien Steuergelder in den BVB-Abend geflossen (Schreiben liegt der Redaktion vor). Denn neben der öffentlichen Behauptung in dem Brief verbreite Michael Smajlovic sie weiterhin mündlich.

BVB-Abend: Anwalt des Veranstalters droht Martener Wirt mit Bußgeld und Gefängnis

Der Wirt des Martener Hofs, Michael Smajlovic, schießt gegen BVB-Abend-Veranstalter Peter Schiefelbein. © (A) Beate Dönnewald

„Das geht einfach so nicht“, sagt Peter Schiefelbein im Gespräch mit dieser Redaktion. Er hoffe, der Sache mit dem Anwaltsschreiben einen Riegel vorschieben zu können.

Das fordert den Martener Wirt dazu auf, Äußerungen bezüglich der Finanzierung des BVB-Abends zu unterlassen. Schließlich sei die Veranstaltung ganz korrekt und dem Verwendungszweck entsprechend aus Mitteln des Stadtbezirksmarketings finanziert worden.

Smajlovic: „Das ist noch nicht vorbei“

„Diese Mittel sind zweckgebunden und fließen an das Stadtbezirksmarketing zurück, wenn sie nicht ausgeschöpft werden“, erklärt Peter Schiefelbein. Das Geld (750 Euro) sei satzungsgemäß verwendet worden.

Sollte der Wirt seine Aussagen dennoch weiterhin öffentlich tätigen, drohen ihm eine Geldstrafe bis zu einer Höhe von 50.000 Euro oder eine Ordnungshaft bis zu sechs Monate, heißt es in dem Schreiben von Schiefelbeins Anwalt.

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„Unter Kollegen über einen Anwalt zu kommunizieren ist nicht korrekt“, sagt Michael Smajlovic. „Das ist doch lächerlich.“ Er bleibe bei seiner Meinung, dass der BVB-Abend in der Form nicht hätte stattfinden dürfen.

Angst vor Konsequenzen habe er nicht, es handele sich lediglich um eine Abmahnung. Dennoch wäre ihm eine persönliche Ansprache durch Peter Schiefelbein lieber gewesen. Der hingegen beteuert, bereits mehrfach auf den Wirt zugegangen zu sein. „Aber ich habe alles so gemeint. Wenn ich etwas sage, ist das so“, sagt Michael Smajlovic.

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