Zu volle Busse in Dortmunds Norden: „Wir stehen wie die Ölsardinen“

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Laut DSW21 werden an Schultagen mehr als doppelt so viele Busse eingesetzt wie üblich. Trotzdem stehen die Schüler teilweise dicht an dicht. Dazu gibt es offenbar auch keine Alternative.

Scharnhorst

, 28.08.2020, 13:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Breite statt Spitze - so heißt laut Pressemitteilung der DSW21 von Anfang August das Konzept zur Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln in den Bussen in Dortmund. Dazu werden laut dem Verkehrsunternehmen an Schultagen 440 statt 200 Busse in den Morgen- und Mittagsstunden eingesetzt.

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Mit überschaubarem Erfolg, wie sich in Hombruch und Huckarde jüngst zeigte - und wie es nun in Scharnhorst auf der Buslinie 427 der Fall zu sein scheint. So berichtet es Marion Pedyna: „Wir stehen im Bus wie die Ölsardinen“, sagt die zweifache Mutter.

Kinder sind auf den Bus angewiesen

Pedynas Kinder gehören beide zur Risikogruppe, sind aber auf den Bus angewiesen. Tochter Fiona, die die Gesamtschule Scharnhorst besucht, versucht der Rushhour möglichst auszuweichen.

Dazu nimmt die 14-Jährige morgens einen früheren Bus, der nur wenig frequentiert wird und nimmt dafür früheres Aufstehen und Wartezeit auf dem Schulhof vor dem Unterrichtsbeginn in Kauf.

Marion Pedyna mit ihrem Sohn Fyn

Marion Pedyna mit ihrem Sohn Fyn © Schaper

Für ihren Bruder Fyn ist das nicht möglich. Denn einerseits soll der Zweitklässler nicht alleine im Bus fahren, zum anderen wäre der Siebenjährige bei der Ankunft auf dem Gelände der Siegfried-Drupp-Grundschule alleine auf dem Hof.

Andere Taktung soll Abhilfe schaffen

Pedyna schlägt vor, einen später fahrenden, oft fast leeren Bus einfach früher fahren zu lassen. Eine andere Taktung der zwischen 7 und 8 Uhr fahrenden Linien 427 schließt DSW21 jedoch aus. „Eine Veränderung der Zeiten hätte immer Auswirkungen auf das gesamte Netz und würde damit auch andere Fahrgäste und ihre Fahrtwünsche betreffen“, sagt Sprecherin Britta Heydenbluth auf Anfrage.

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Außerdem seien die Fahrten mit der Stadt Dortmund als Aufgabenträger so abgesprochen und könnten nicht ohne Weiteres verschoben werden. „Es sollte klar sein, dass wir in der aktuellen Situation gezielte Fahrtwünsche in der Regel nicht erfüllen können“, äußert sich DSW21-Verkehrsvorstand Hubert Jung in der Mitteilung.

In der Linie 427 stehen und sitzen die Passagiere dicht an dicht.

In der Linie 427 stehen und sitzen die Passagiere dicht an dicht. © Schaper

Darüber ist Marion Pedyna unglücklich. „Es muss doch irgendwie klappen, dass der Bus nicht so voll ist.“ DSW21 verweist jedoch darauf, dass die Fahrgastnachfrage vergleichsweise gering sei, da es sich um eine Grundschule handele.

Das Absetzen per Auto ist nicht möglich

Ihren Sohn direkt an der Siegfried-Drupp-Grundschule mit dem Auto abzusetzen ist nicht möglich - Pedyna hat keinen Führerschein. Und selbst wenn: Die Eltern der Schüler sind dazu angehalten, nicht vorzufahren. In der Vergangenheit hätten sich Anwohner darüber beschwert, berichtet Pedyna.

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Also bleibt nur der Bus: Die Linie 427 taucht unter den 21 Verbindungen, die in der „Breite statt Spitze“ behandelt werden, in der Mitteilung der DSW21 übrigens nicht auf.

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