Zu wenig Fahrten? Bus-Chaos auf dem Weg zu Dortmunder Schulen

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DSW21 verzichtet seit Beginn des Schuljahres für den Transport von Schülern auf Einsatzbusse. Stattdessen sollen mehr Linienbusse eingesetzt werden. Diese Idee ist in Huckarde gescheitert.

Huckarde

, 27.08.2020, 15:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Volle Busse, Fahrgäste ohne Corona-Distanz, Schüler, die an den Bushaltestellen stehen gelassen werden; Eltern, die wieder Taxifahrer spielen – in Huckarde ist nach dem Beginn des Schuljahres das Schulbus-Chaos ausgebrochen.

Von den Kindern und Jugendlichen im Dortmunder Westen, in Huckarde, Jungferntal und Rahm besuchen viele das Schulzentrum Wischlingen, die Wilhelm-Busch-Realschule oder das Reinoldus- und Schiller-Gymnasium an der Höfkerstraße.

Einsatzbusse sind eingestellt worden

Der Weg zu den Schulen ist ziemlich lang. Doch das war bislang kein Problem, denn die Einsatzbusse Linie E 461 brachten die Schüler auf direktem Weg zu ihrem Ziel und holten sie am Mittag wieder ab.

Das hat sich mit Beginn des neuen Schuljahres geändert. DSW21 hat alle Einsatzbusse gestrichen. Dafür kündigte das Verkehrsunternehmen an, zum Schulstart besonders frequentierte Buslinien mit zusätzlichen Fahrten zu verstärken.

Linien 461, 447 und 465 besonders betroffen

In der Ankündigung wurden die in Huckarde betroffenen Linien 461, 447 und 465 ausdrücklich auch erwähnt. Mit diesen Maßnahmen sollten volle Busse vermieden werden, um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren.

Doch dieser Plan scheint nicht aufgegangen zu sein. Schüler, Eltern und Lehrer berichten von chaotischen Zuständen auf dem Weg zur Schule.

Zunächst erhöht sich durch den Ausfall des Einsatzwagens die Fahrzeit der Schüler aus dem Jungferntal. „Die Kinder müssen früher aufstehen“, berichtet Nicole Linke, Mutter eines betroffenen Schülers.

Zum Umsteigen Fahrbahn überqueren

Dann steigen die Jungferntaler am Huckarder Marktplatz von der Linie 461 in die 447 oder 465 um, um nach Wischlingen zu gelangen. Dazu müssen sie die Fahrbahn ohne Fußgänger-Ampel überqueren.

An dieser Haltestelle ereignen sich dann die Zwischenfälle, die die Schüler besonders frustrierend finden. Denn die Busse, die dort halten sollen, sind oftmals bereits voll mit Schülern, die aus anderen Stadtteilen kommen.

Busfahrer lassen Schüler stehen

„Viele Busfahrer halten dann dort nicht mehr und lassen die Kinder stehen“, berichtet Karola Hügging, Schulleiterin des Reinoldus- und Schiller-Gymnasiums.

Nachrichten, dass vermehrt Schüler deshalb zu spät zum Unterricht erscheinen, haben die Schulleiterin noch nicht erreicht, doch sie wünscht sich eine weniger stressige Anreise der Schüler.

DSW21 wird auf diese Situation zunächst nicht reagieren. Das geht aus der Antwort einer Unternehmenssprecherin auf eine entsprechende Anfrage dieser Redaktion hervor: „Es rollt alles, was Räder hat“, schreibt Britta Heydenbluth.

Unter dem Motto „Breite statt Spitze“ habe man den Zeitkorridor für die Fahrten zur Schule verbreitert, damit sich die Schüler möglichst gut verteilen können.

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