Zu wenig Strom und Wasser: So reagiert die Stadt auf Vorwürfe des Mengeder Ferienspaßes

hzHansemannpark in Oestrich

Die AG Mengeder Ferienspaß fühlt sich von der Stadt im Stich gelassen: Seit fünf Jahren warte man auf die zugesagte Sanierung des Hansemannparks. Jetzt reagiert die Stadt auf die Vorwürfe.

Oestrich, Mengede

, 14.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ordentlich Dampf abgelassen Richtung Verwaltung hat der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Mengeder Ferienspaß in der vergangenen Woche. „Wir sind stinksauer auf die Stadt“, sagte Schriftführerin Elke Kock im Interview mit dieser Redaktion am dritten Tag der Ferienspiele.

Der Grund: die mangelhafte Strom- und Wasserversorgung im Hansemannpark, die die Stadt trotz Zusage vor fünf Jahren noch immer nicht aufgerüstet habe. Einmal mehr musste die AG deshalb in Sachen Strom, Wasser und Abwasser improvisieren, auf eine warme Küche wurde ganz verzichtet. „Weil es hier nur Strom gibt, der für ein Einfamilienhaus reicht. Aber für eine Veranstaltung wie diese brauchen wir das Doppelte“, so Techniker Günter Kock.

Nun liegt eine schriftliche Stellungnahme zu den öffentlich geäußerten Vorwürfen des Vereins vor. Darin erklärt Stadtsprecher Christian Schön, dass die Bezirksvertretung (BV) Mengede nicht nur für die Optimierung der Infrastruktur, sondern auch für die Spielflächensanierung 45.000 Euro bereitgestellt habe.

Hier sei man einen großen Schritt vorangekommen: Nach vielen Abstimmungsprozessen mit der BV würden im kommenden Herbst die neuen Spiel- und Aufenthaltsflächen im Oestricher Hansemannpark eingerichtet. „Die Aufträge dieser Maßnahmen sind vergeben“, so Christian Schön.

„Tiefbauverwaltung hat sich intensiv mit der Bezirksvertretung ausgetauscht“

Darüber hinaus, heißt es in der Stellungnahme, habe sich die Tiefbauverwaltung mit den Mengeder Bezirksvertretern auch intensiv zu den Themen Strom, Wasser und Abwasser ausgetauscht, um so die genauen Erfordernisse und die anschließende technische Umsetzung zwischen den beteiligten Fachbereichen (Tiefbauamt, Städtische Immobilienwirtschaft und Stadtentwässerung) abzustimmen.

„Im Laufe des Abstimmungsprozesses ergaben sich wiederholt Änderungswünsche des Ferienspaßes, die ein Umdenken/Umplanen der Verwaltung notwendig machten und es kam zu Verzögerungen bei der weiteren Umsetzung“, schreibt Christian Schön.

„Es gibt derzeit keine Lösung für die Abwasserentsorgung“

Inzwischen sei aber deutlich geworden, so der Stadtsprecher, dass die technische Umsetzung aufgrund der vorhandenen Bodenbeschaffenheit problematisch ist. „Die Verwaltung hat in der Vergangenheit mehrfach gegenüber der örtlichen Politik erläutert, dass zum einen die Abwasserableitung über einen Sinkkasten rechtswidrig ist und zum anderen die Bodenverhältnisse die Errichtung eines neuen Abwasserkanals nicht zulassen.“ Und das bedeute, dass es für die Abwasserentsorgung derzeit keine Lösung gebe.

„Unter diesen einschränkenden Rahmenbedingungen“ prüfe das Tiefbauamt derzeit federführend mit der Städtischen Immobilienwirtschaft und der Stadtentwässerung, ob es andere Möglichkeiten einer Verbesserung der Infrastruktur gibt. „Über die Ergebnisse wird die Stadt Dortmund weiter informieren“, so Christian Schön.

Kann die Strom- und Wasserversorgung nicht unabhängig von der Abwasserproblematik verbessert werden? Auf diese Nachfrage erklärt der Stadtsprecher: „Die Wasserver- und -entsorgung muss als Einheit betrachtet werden. Frischwasserleitungen können im Hansemannpark nur verlegt werden, wenn auch das Abwasser beseitigt werden kann. Die Stromversorgung ist unabhängig davon und kann ohne technische Probleme bis zu den Sommerferien 2020 verlegt werden.“

Zur ebenfalls gestellten Nachfrage, welche Änderungswünsche des Ferienspaß-Vorstandes denn die Arbeiten um bislang fünf Jahre verzögert haben, äußerte sich schön nicht.

Wir haben diesen Bericht am 16. August um eine weitere Antwort der Stadt Dortmund zur Abwasserproblematik und zur Wasser- und Stromversorgung ergänzt.

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