Fridays for Future: Pläne für zwei große Demos im September

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Die Bewegung um Fridays for Future möchte im September wieder auf die Dortmunder Straßen. Zwei Demonstrationen sind bereits bei der Polizei angemeldet - eine davon soll besonders werden.

von Beat Linde

Dortmund

, 11.08.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Aktivisten und Aktivistinnen von Fridays for Future haben für September zwei Demonstrationen angekündigt: Am 4. September soll eine Kundgebung stattfinden, um kommunale Forderungen im Vorfeld der Kommunalwahlen vorzustellen, und am 25. September ist eine Sterndemonstration geplant.

Demonstrieren unter Corona-Auflagen

Die Sterndemonstration ist mitunter auch eine Antwort auf die Frage, wie Demonstrationen in Zeiten der Corona-Pandemie aussehen können: Aus verschiedenen Stadtteilen werden sich unterschiedliche Züge Richtung Südwall bewegen. Geplant ist unter anderem ein Fahrradzug, wie es ihn bereits Ende Juli gab. Dadurch soll gewährleistet werden, dass die Teilnehmer ausreichend Abstand zueinander einhalten können und das Infektionsrisiko gesenkt werden kann.

Trotzdem gehen die Organisatoren davon aus, dass wegen der Infektionsgefahr nicht annähernd die Anzahl von 12.000 Teilnehmern aus dem letzten Jahr erreicht werden wird. Für beide Demonstrationen sind bei der Polizei jeweils 1500 Menschen angemeldet worden. Zusätzlich wird es in den nächsten Wochen noch Kooperationsgespräche zwischen den Organisatoren und der Polizei geben, um Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen gemeinsam abzustimmen.

Die Polizei geht ohnehin nicht davon aus, dass es zu Komplikationen kommen wird. Wie ein Sprecher mitteilt, waren die Organisatoren bei allen Veranstaltungen bisher äußerst „kooperativ“ und die Abläufe der Demonstrationen „immer vollkommen unproblematisch“. Zwar könne es zu Störungen im Verkehr kommen, aber genau darin liegt wahrscheinlich auch die Absicht der Demonstranten, um wieder sichtbarer in die Öffentlichkeit zu rücken.

Protest auf der Straße ist erfolgreicher als im Internet

Aus Sicht der Aktivisten ist das auch nötig, denn die ins Internet verlegten Kundgebungen während der Corona-Zwangspause hatten nicht die erhoffte Durchschlagskraft. Lena Kah, Aktivistin bei Fridays for Future in Dortmund, begründete das gegenüber unserer Redaktion unter anderem damit, dass die gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf das Corona-Virus fokussiert war. Das sei zwar „gut und richtig“ gewesen, allerdings dürften die Menschen nicht vergessen, dass „wir uns auch noch in einer zweiten Krise befinden, die unser Leben sehr wahrscheinlich nachhaltiger gefährden wird als das Virus“.

Trotzdem habe sie nicht das Gefühl, dass das Corona-Virus die Bewegung ausgebremst hätte, im Gegenteil: „Die schnellen und umfassenden Maßnahmen zeigen doch, was möglich ist, wenn der politische Wille da ist“ - und um den wieder auf die Umwelt zu fokussieren, sei die Straße eben besser als das Internet.

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