Zwei junge Frauen wollen auf Kinder und Jugendliche in Scharnhorst zugehen

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Im Bereich Jugendhilfe im Stadtbezirk Scharnhorst hat es gleich mehrere Veränderungen gegeben. Wir stellen die neue Jugendreferentin und die neue Leiterin des Abenteuerspielplatzes vor.

Scharnhorst

, 21.11.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gleich zwei neue Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Kinder und Jugendlichen im Stadtbezirk Scharnhorst. Sie berichten von ihren ersten Erfahrungen.

Indra Paas (27) ist als Jugendpflegerin Nachfolgerin von Heidrun Weisemann-Fege, die Mitte vorigen Jahres in den Ruhestand gegangen ist. Indra Paas, die ursprünglich aus Hattingen stammt, hat in Essen Soziale Arbeit studiert und war vor ihrem Engagement in Scharnhorst für eineinhalb Jahre im Sozialamt tätig, wo sie für Geflüchtete zuständig war.

Verstärkt auf Jugendliche zugehen

In ihrem neuen Job hat sie die Aufgabe, die Aktivitäten der städtischen Kinder- und Jugendeinrichtungen in Scharnhorst zu koordinieren. Das sind der Abenteuerspielplatz an der Flughafenstraße, die Jugendfreizeitstätte „Zentrum“ in Scharnhorst-Ost und der Juki-Treff in Lanstrop. Bisher sei sie damit befasst gewesen, die Akteure und Gegebenheiten vor Ort kennenzulernen.

In Zukunft wolle sie die „aufsuchende Arbeit“ verstärken - das heißt, Mitarbeiter des Jugendamtes sollen zum Beispiel in den Nachmittags- und Abendstunden zu den Jugendbuden gehen, wo sich auch Jugendliche treffen, die ansonsten weder das „Zentrum“, noch den Abenteuerspielplatz aufsuchen. Vielleicht helfe das ja, die in Verruf geratenen Jugendbuden langfristig wieder sauberer werden zu lassen. Man könne zum Beispiel mit den Jugendlichen Fußball spielen oder ihnen Gesprächsangebote machen, müsse dabei aber sensibel vorgehen.

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Viele Jugendliche nehmen Reißaus, wenn jemand komme und sage: „Hallo, ich bin vom Jugendamt.“ Insgesamt gehe es darum, Berührungsängste abzubauen. Vielleicht lasse sich ja auch die Bluebox, ebenfalls ein Ort für Jugendliche in Scharnhorst, wieder mehr mit Leben füllen. Stockbrotbacken könne sie sich dort vorstellen.

Kampfsport Jiu Jitsu

Indra Paas, die am Ostentor wohnt und die Kampfsportart Jiu Jitsu betreibt, ist begeistert von der Vielseitigkeit ihres neuen Jobs. Gut gelaufen sei zum Beispiel neulich ein Sportangebot für Mädchen in der Turnhalle der Paul-Dohrmann-Schule. Die Teilnehmerinnen konnten sich im Yoga, Trampolin oder Zumba probieren. Besonders für muslimische Mädchen sei das toll gewesen. Weil keine Männer oder Jungs anwesend gewesen seien, durften sie sich ohne Kopftuch bewegen.

Friederike Luise Rechter (29) ist als neue Leiterin des Abenteuerspielplatzes Scharnhorst Nachfolgerin von Nadine Ruhrmann, die heute als Jugendpflegerin im Stadtbezirk Hörde tätig ist. Friederike Luise Rechter hat Soziale Arbeit in Dresden studiert und war danach in der Ambulanten Familienhilfe auf Rügen tätig.

Zwei junge Frauen wollen auf Kinder und Jugendliche in Scharnhorst zugehen

Auf dem Abenteuerspielplatz Scharnhorst gibt‘s für Kinder jede Menge Möglichkeiten, sich handwerklich zu betätigen. © Oliver Schaper (Archiv)

Auf dem Abenteuerspielplatz Scharnhorst möchte sie künftig die verschiedenen Abteilungen enger zusammenführen: den Pferdebereich mit der Werkstatt zum Beispiel. Sie mag besonders den Aspekt „Natur pur“ an diesem Ort. Viele Kinder aus den Hochhäusern in Scharnhorst-Ost kennen die Natur gar nicht, glaubt sie. Der Abenteuerspielplatz könne Abhilfe schaffen. Und obwohl in den Sommermonaten etwa 60 Kinder täglich diesen Ort an der Flughafenstraße 512 aufsuchen, gebe es immer noch Familien, die ihn gar nicht kennen und nicht wissen, dass der Eintritt kostenlos ist.

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Friederike Luise Rechter reitet in ihrer Freizeit gerne oder beschäftigt sich mit ihrem zweijährigen Australian-Shepard/Border-Collie-Mix „Mozart“. Besonders das Reiten komme auch dem Abenteuerspielplatz zugute, denn dort leben derzeit zwölf Pferde. Im nächsten Jahr sollen mit finanzieller Hilfe der Bezirksvertretung zwei neue angeschafft werden. Dafür werden jedoch andere in Rente auf einen geeigneten Gnadenhof geschickt.

Aus Ostdeutschland nach Dortmund gezogen

Friederike Luise Rechter, die für den Job eigens aus Ostdeutschland nach Dortmund gezogen ist - nach Aplerbeck an den Schwerter Wald - mag die Dortmunder Vielseitigkeit. Man könne Großstadtleben genauso genießen wie die Natur.

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