Zweite Corona-Welle? So sind die Krankenhäuser in Dortmund vorbereitet

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Die Fallzahlen der Coronavirus-Neuinfektionen steigen, die Diskussion um die zweite Welle ist in vollem Gange. Wie sieht die Situation in Dortmunds Krankenhäusern aus - und wie sind diese aufgestellt?

Dortmund

, 14.08.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit einiger Zeit steigen die Fallzahlen der Corona-Infektionen wieder - insbesondere auch in Nordrhein-Westfalen, warnt das Robert-Koch-Institut. Dieser Trend wirkt sich auch auf Dortmund aus. Gab es vor wenigen Wochen noch einige Tage, an denen die Stadt keine oder nur vereinzelte Neuinfektionen vermeldet hat, so waren es in den letzten Tagen oft wieder zweistellige Zahlen. Ist das die zweite Welle? Und wie stehen Dortmunds Krankenhäuser da?

Das Klinikum Westfalen ist vorbereitet

„Sollte die befürchtete Welle kommen, sind wir auf jeden Fall vorbereitet“, lautet die Einschätzung von Klaus-Peter Wolter, Pressesprecher des Klinikums Westfalen. Die Fallzahlen seien zwar gestiegen, letztlich jedoch überschaubar, sagt er weiterhin. „Das liegt aber alles noch im Rahmen der konstant freigehaltenen Kapazitäten.“ Außerdem müssten ja längst nicht alle Erkrankten stationär behandelt werden.

Eine Station wird im Klinikum Westfalen permanent freigehalten sowie auch ein Bereich der Intensivstation. „Wir hatten viel Zeit uns vorzubereiten, falls die Zahlen in die Höhe steigen“, so Wolter. „Sehr kurzfristig könnten wir dementsprechend eine komplette weitere Station freihalten.“ Gleiches gelte für weitere Intensivkapazitäten.

Klinikum Dortmund befürchtet mehr Krankheitsfälle im Winter

Auch das Klinikum Dortmund sieht sich bisher gut vorbereitet auf die Situation rund um die Neuinfektionen. Bisher mache sich der Anstieg der Fallzahlen noch nicht deutlich im Krankenhaus bemerkbar, so Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftisführung des Klinikums. Die Anzahl der stationär behandelten Covid-Patienten liege im Klinikum demnach permanent unter 20. Am 13. August waren es 21 in Dortmund insgesamt.

Sorge bereite der Leitung des Klinikums eher der bevorstehende Winter. In der kälteren Jahreszeit treten zusätzlich zu Covid-19 weitere Krankheiten auf, die ähnliche Symptome mit sich bringen. Es könne dementsprechend schwieriger werden, die Covid-Patienten von anderen zu unterscheiden und zu isolieren, schätzt Mintrop. Ziel sei es, ein Höchstmaß an Flexibilität zu erreichen, damit sämtliche Kapazitäten auch kurzfristig erweitert werden können, erklärt Mintrop.

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Krankenhäuser der Katholischen St.-Johannes-Gesellschaft haben Kapazitäten erweitert

“Als es losging, haben wir wie gefordert zusätzliche Behandlungskapazitäten geschaffen“, so Gudula Stroetzel von der Pressestelle der Katholischen St.-Johannes-Gesellschaft. Somit stehen mehr Intensivbetten mit Beatmungskapazitäten zur Verfügung.

Auch auf den peripheren Stationen seien permanent Betten reserviert für Menschen, die an Covid-19 erkranken. An Masken und anderer Schutzausrüstung mangelt es nicht: „Zu Anfang hat es Engpässe gegeben, aber nachdem wir verschiedene Quellen angezapft haben, haben wir nun ausreichende Kapazitäten, um Patienten und Mitarbeiter mit Schutzkleidung zu versorgen“, versichert Stroetzel.

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Besuchsverbot gilt weiterhin

Besuche gestatten die Krankenhäuser der Katholischen St.-Johannes-Gesellschaft in Absprache mit den anderen Dortmunder Krankenhäusern, die es ebenfalls so halten, nur in Ausnahmefällen. So soll das Ansteckungsrisiko möglichst gering gehalten werden.

Das allgemeine Besuchsverbot gilt zunächst bis zum 31. August in den Dortmunder Krankenhäusern. In enger Absprache mit dem Gesundheitsamt soll dann entschieden werden, ob das Verbot gelockert oder verlängert wird.

Operationen finden derzeit wie gewohnt statt

Operationen werden momentan in allen Krankenhäusern wie gewohnt durchgeführt. Erst wenn die Zahl der Infektionen weiter steigt, könnte der Ablauf von planbaren Operationen wieder verändert werden. Derzeit sehen die Krankenhäuser dafür jedoch keine Notwendigkeit.

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