Erneuter ÖPNV-Streik: „Man kann Kühe auch ausmelken bis sie tot umfallen“

hzWarnstreik

Es wird gestreikt – „schon wieder“, wie Facebook-Nutzer kommentieren. Am Donnerstag soll der öffentliche Nahverkehr in Dortmund lahmgelegt werden. Die Meinungen im Netz sind zwiegespalten.

Dortmund

, 06.10.2020, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wird gezetert, es wird gewütet, Verdi verteidigt sich, bekommt Zuspruch, aber auch viel Ablehnung. Zwischendrin ein animiertes Video, wie ein Kind trotzig ein Buch auf den Tisch wirft, die Mundwinkel hängen bis zum Boden.

Auch Smileys mit hochrotem Kopf oder Mittelfinger-Emojis sind unter den Facebook-Kommentaren zur Streik-Ankündigung für Donnerstag vertreten.

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58 Kommentare, 60 Mal geteilt – das Streik-Thema wird auf Facebook heftig diskutiert. Denn die Gewerkschaft Verdi kündigte am Montag einen erneuten Warnstreik für den öffentliche Nahverkehr in Dortmund an. Am Donnerstag (8.10.) werden weder Busse noch Bahnen in der Stadt fahren.

Viele negative Kommentare zum Streik

Der Großteil der Facebook-Kommentare ist negativ. „Meint ihr den Menschen macht das Spaß, mal wieder gucken zu müssen, wie sie zur Arbeit kommen, wenn kein Auto vorhanden ist?!“, schreibt eine Nutzerin.

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Auch Verdi Westfalen selbst kommentiert unter dem Beitrag und stellt fest: „Spaß macht uns das ganz sicher auch nicht.“ Trotzdem müsse schon wieder dieser Schritt gegangen werden, da die Arbeitgeber alle Gespräche zu mehr Gesundheitsschutz, weniger Überstunden und mehr Personal verweigern würden.

Doch genau da fühlen sich die Facebook-Nutzer unfair behandelt. „Genau, die Arbeitgeber! Und an wem lässt man es aus? An den Kunden!“, schreibt eine Facebook-Nutzerin. Ein weiterer Facebook-Nutzer denkt ebenfalls, dass der Warnstreik der falsche Weg sei: „Das Problem ist, die Sesselfurzer aus der Teppichetage, die es treffen sollte, fahren alle Auto!“

Positive Reaktionen sind kürzer und seltener

Verdi erhält auf die Streik-Ankündigung jedoch auch positive Reaktionen – auch wenn diese meist kürzer und seltener ausfallen. „Richtig so! Kämpft für mehr Lohn und mehr Mitarbeiter!“, schreibt ein Facebook-Nutzer. Eine andere Nutzerin kommentiert: „Solidarität!“

Auch lösungsorientierte Kommentare lassen sich unter dem Beitrag finden. So schlägt ein Nutzer vor: „Es sollte ja jedem zuzumuten sein, ggf. für einen Tag eine Fahrgemeinschaft mit mehreren Kollegen, die auch betroffen sind, zu bilden.“ Neben dem Auto wurde beim Streik in der vergangenen Woche viel auf das Fahrrad gesetzt.

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Warnstreik sorgt in Dortmund für volle Straßen

Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge. So war der Warnstreik in Bildern.
29.09.2020
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Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
In der Märkischen Straße hat es sich am Dienstag gestaut.© Oliver Schaper
Auch diese Station war am Morgen verwaist.© Schaper
Auf der B1 in Höhe der TU, Richtung Stadtmitte, lief der Verkehr entspannt.© Schaper
In der Märkischen Straße hat es sich am Dienstag gestaut.© Oliver Schaper
In der Märkischen Straße hat es sich am Dienstag gestaut.© Oliver Schaper
In der Märkischen Straße hat es sich am Dienstag gestaut.© Oliver Schaper
Der Haltestellen-Knotenpunkt Schulte-Rödding in Eving war am Morgen verwaist.© Schaper
Der Stuttgarter Idrees Hajan ist um halb 4 morgens aufgebrochen, da er am Mittag ein Vorstellunggespräch in Dortmund hat. Vom Streik wusste er nichts.© Schiebener
Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
Vom Warnstreik in Teilen des öffentlichen Dienstes war vor allem der ÖPNV betroffen – viele Staus waren die Folge.© Schaper
Am Hauptbahnhof folgte ein Taxi dem nächsten.© Schiebener
Die Straßen im Dortmunder Nordosten wirkten voller als an anderen Tagen.© Schröter
Auf der B1 war es in beide Richtungen ziemlich voll, der Verkehr lief dennoch relativ zügig.© Kindel
Auf der Lindemannstraße und der Wittekindstraße war es stadteinwärts auch ziemlich voll.© Kindel
An der Station Schulte-Rödding weisen Displays auf den Streik hin.© Schröter
Auf der Kreuzstraße wurde es in den letzten Minuten vor Unterrichtsbeginn des Leibniz-Gymnasiums zunächst voll...© Kindel
... ehe der Stau nach Schulbeginn so schnell ging, wie er kam.© Kindel
Tanja Rohr war zu Besuch bei ihrer Mutter, wusste von dem Streik und bestellte sich rechtzeitig ein Taxi. Mit dem ICE ging es dann anschließend weiter nach Leipzig.© Schiebener
Auf der Hohen Straße standen auch viele Autos vor den Ampeln, dennoch ging es auch hier relativ zügig.© Kindel
Die Ruhrallee (B54) war stadteinwärts hingegen rappelvoll.© Kindel
Taxis füllten sich hier im Minutentakt.© Schiebener
Ist dies das "trostloseste Foto des Bahnstreiks 2020"?© Kindel
Wer trotz der geschlossenen Station an der Kampstraße die Treppen runterlief, hat sich die tägliche Sporteinheit gespart.© Schiebener
Ruhrallee-Stau soweit das Auge reicht.© Kindel
Das Fortbewegungsmittel der Wahl: Das Fahrrad.© Schaper
Auch wenn hier am Stadtgarten noch eine Riege von Leihrädern ungenutzt blieb.© Schiebener

Streik zu Corona-Zeiten

Während der Corona-Krise zu streiken, trifft bei vielen Dortmundern auf Unverständnis. „Grundsätzlich spricht ja nix dagegen, aber ist es nicht wirklich gerade der absolut falsche Zeitpunkt? Die ganze Weltwirtschaft ist von Corona gebeutelt und ihr schreit nach Lohnerhöhungen?“, schreibt ein Nutzer. „Schlimm und das in dieser Zeit“, schreibt ein Anderer.

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Abstimmung auf Instagram: Unverständnis siegt, wenn auch knapp

Auch auf Instagram wurde das Thema viel diskutiert. Eine Abstimmung auf dem Account der Redaktion mit der Frage „Habt ihr Verständnis für den Bus- und Bahn-Streik?“ zeigt, dass die Meinung der Dortmunder zwiegespalten ist.

Knapp 1.000 Instagram-Nutzer haben abgestimmt. 468 (47 Prozent) stimmten für „Ja“ - sie haben Verständnis für den Streik. Eine Instagram-Nutzerin schreibt dazu: „Es ist bedauerlich, dass zu viele Menschen KEIN Verständnis für die Streiks haben.“

Die Mehrheit stimmte jedoch genau dafür ab. 535 Nutzer (53 Prozent) haben kein Verständnis für den erneuten Streik der Verdi Gewerkschaft. Ein Nutzer begründet seine Abstimmung mit: „Weil man soviel für das Monatsticket zahlt und trotzdem muss man sehen wie man zur Arbeit kommt.“

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