Großer Hütehund

Kangal aus Tierheim Recklinghausen gestohlen: Jonny ist wieder da

Unbekannte sind in der Nacht zu Montag auf das Gelände des Tierheims in Recklinghausen eingedrungen und haben ein Kangal-Weibchen gestohlen. Jetzt ist die Hündin wieder da.
Das Tierheim beschreibt Kangal-Hündin „Jonny“ als freundlich und aufgeschlossen. © Malte Oldewurtel/Tierheim Recklinghausen

Update: Nach Hinweisen aus der Bevölkerung kann die Polizei Recklinghausen einen schnellen Fahndungserfolg verbuchen. Der Hund (Kangal), der am Sonntag oder Montag aus einem Recklinghäuser Tierheim entwendet wurde, konnte in Datteln aufgefunden werden.

Hinweise aus der Bevölkerung hatten die Ermittler zu zwei Tatverdächtigen in Datteln geführt. Ein 27-Jähriger und eine 19-Jährige waren mit einem Kangal gesehen worden.

Mit einem Durchsuchungsbeschluss konnte das Tier in einem Auto in Datteln aufgefunden werden. Der Hund wurde an Mitarbeiter des Tierheims übergeben.

Ursprungsmeldung: Tierheimleiterin Kim Bühl ist aufgewühlt. Seit 14 Jahren arbeitet sie im Tierheim an der Waldstraße. „Das ist der erste Hund, der bei uns gestohlen wurde.“ Das Außengehege von Kangal-Hündin Jonny, das direkt an den Wald grenzt, ist leer. Ein Hundekorb und zwei Decken liegen auf dem Boden. Das sei alles, was von Jonny geblieben ist. In der Nacht auf Montag drangen Unbekannte in das Gehege ein und stahlen den fünfjährigen Hütehund.

„Mit Futter angelockt?“

„Es ist gut möglich, dass Jonny mit Futter angelockt wurde, denn im Wald unweit des Auslaufs haben wir Plastik von einer Packung gefunden“, berichtet Kim Bühl. Das Gelände des Tierheims ist nicht videoüberwacht.

Ein Kangal ist kein Schoßhund: Jonny hat ein Stockmaß von 80 Zentimetern und wiegt rund 50 Kilogramm. Die Hütehunde, die aus der Türkei stammen, wurden dazu gezüchtet, ihre Herde vor Angriffen von Wölfen und Bären zu schützen. Die Rasse verteidigt ihr Territorium und gilt als eigenwillig und dominant.

Jonny ist aus der Art geschlagen

Doch Jonny ist offenbar aus der Art geschlagen. Kim Bühl beschreibt die Hündin als „nett“ und Menschen gegenüber „aufgeschlossen“. Sie lasse sich gerne kraulen. Vielleicht war es auch diese auf der Homepage des Tierheims veröffentlichte Beschreibung, die die Hunde-Diebe zu ihrer Tat animierten. : „Menschen gegenüber ist sie sehr freundlich und aufgeschlossen, sie genießt es sehr, gekuschelt und gekrault zu werden.“

Möglicherweise soll sie weiterverkauft werden

Könnte Jonny für illegale Hundekämpfe missbraucht werden? „Das kann ich mir nicht vorstellen, sie ist dafür viel zu lieb.“ Der Kangal sei ein Mode-Hund. „Vielleicht wollte unbedingt jemand dieses Statussymbol haben“, vermutet Kim Bühl. Sie verdeutlicht: „Wir machen uns große Sorgen um unsere Jonny und möchten sie gesund und heil zurückbekommen.“

Die Tierheimleiterin weiter: „Wir bitten dringend darum, die Augen offenzuhalten, ob sie irgendwo gesichtet wird oder sogar auf irgendwelchen Verkaufsplattformen angeboten wird.“

Der Kangal als Waffe oder Statussymbol

  • Die Tierschutzorganisation Peta erklärt, dass es auch in Deutschland Hundekämpfe gibt. Dabei werden zwei hochgezüchtete Hunde dazu angestachelt, gegeneinander zu kämpfen. Meist endet der blutige Kampf damit, dass eines der Tiere schwer verletzt wird oder stirbt.
  • Pitbull-Terrier, American Bulldogs, Staffordshire Bullterrier und Kangals werden für Kämpfe missbraucht. Oft werden die Vierbeiner extra dafür gezüchtet und „scharf gemacht“. Hundekämpfe sind oft ein Merkmal eines kriminellen Kreises. Kriminelle benutzen die Tiere als Waffe oder Statussymbol – und wollen bei Kämpfen Geld verdienen.
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