Dortmund, Unna und Recklinghausen Diagramm: Riesige Unterschiede beim Haus- und Wohnungsbau

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Matti und Veronika Ostwinkel erfüllen sich in Holzwickede in diesem Jahr ihren Traum vom Eigenheim.
Matti und Veronika Ostwinkel erfüllen sich in Holzwickede in diesem Jahr ihren Traum vom Eigenheim. © privat
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Im Kreis Recklinghausen ist der Bau von Einfamilienhäusern in den ersten neun Monaten dieses Jahres gegen den NRW-Trend überdurchschnittlich oft genehmigt worden. Während die Zahl landesweit um 14,5 Prozent zurückging, nahmen die Baugenehmigungen im dortigen Kreisgebiet um stolze 76,6 Prozent zu.

In absoluten Zahlen sind von Januar bis September 2021 im Kreis Recklinghausen noch 154 Einfamilienhäuser genehmigt worden, im selben Zeitraum des laufenden Jahres waren es 272 Eigenheime. Die Zahl neuer Wohnungen in Neubauten nahm von 741 auf 948 zu.

Eine leichte Zunahme bei den Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser hat es auch im Kreis Unna gegeben. Hier stieg die Zahl von 147 auf 166 (+ 12,9 Prozent). Gleichzeitig nahm hier aber die Zahl neuer Wohnungen von 605 auf 510 und damit um 15,7 Prozent ab.

Weniger Einfamilienhäuser in Dortmund genehmigt

In Dortmund hingegen nahm die Zahl der Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser von 218 auf 155 und damit überdurchschnittlich um 28,9 Prozent ab. Nach 1735 neuen Wohnungen, die noch in den ersten drei Quartalen 2021 entstanden, waren es in diesem Jahr nur noch 1521 (- 12,3 Prozent).

Insgesamt haben in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 die nordrhein-westfälischen Bauämter Baugenehmigungen für 46.212 Wohnungen erteilt. Wie Information und Technik NRW mitteilt, waren das 1,3 Prozent weniger Baugenehmigungen für Wohnungen als von Januar bis September 2021 (damals: 46.802 Wohnungen).

39.207 Wohnungen (–3,2 Prozent) sollen in neuen Wohngebäuden und 6117 (+14,8 Prozent) durch Baumaßnahmen an bestehenden Wohn- und Nichtwohngebäuden (z. B. Ausbau von Dachgeschossen) entstehen.

Die im Vergleich zum Vorjahr geringere Zahl der Genehmigungen im Wohnungsbau ist vor allem auf den Rückgang der neu zu errichtenden Einfamilienhäuser zurückzuführen: Mit 8666 war die Zahl der genehmigten Wohnungen hier um 1471 bzw. 14,5 Prozent niedriger als von Januar bis September 2021.

Wegfall von Baukindergeld und Effizienz-55-Förderung

Auch die Zahl der Genehmigungen für Zweifamilienhäuser verringerte sich, und zwar um 230 Wohnungen bzw. 6,7 Prozent auf 3188. Diese Rückgänge dürften zum Teil auf das Auslaufen des Baukindergeldes im 1. Quartal 2021 und auf das Ende der Förderung von Häusern der Energieeffizienz-Stufe 55 zum 31. Januar 2022 zurückzuführen sein, heißt es seitens IT NRW.

Die Zahl der Wohnungen in Mehrfamilienhäusern stieg dagegen um 752 bzw. 2,9 Prozent auf 26 779. Bei den in Wohnheimen genehmigten Wohnungen war ein Rückgang um 343 bzw. 37,4 Prozent auf 574 Wohnungen zu verzeichnen.

Rund ein Drittel der in den ersten neun Monaten des Jahres 2022 genehmigten Wohnungen soll in den kreisfreien Städten entstehen (33,4 Prozent bzw. 15 436) und 66,6 Prozent (30 776 Wohnungen) in den Kreisen des Landes Nordrhein-Westfalen.