13 Jahre gegen versteckte Armut: Beate Mertmann legt Vorsitz der Bürgerstiftung nieder

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13 Jahre lang hat sich Beate Mertmann als Vorsitzende für die Bürgerstiftung Halterner für Halterner eingesetzt. Nun hat sie ihr Amt an Dr. Reinhild Tuschewitzki abgegeben.

Haltern

, 07.09.2019, 16:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Bürgerstiftung Halterner für Halterner hat eine neue Vorsitzende: Dr. Reinhild Tuschewitzki folgt auf Beate Mertmann, die Initiatorin, Gründerin und seit 13 Jahren auch Vorsitzende der Stiftung, die sich aus persönlichen Gründen von dem Amt zurückgezogen hat.

Auf dem 13. Stifterforum im Saal von Schloss Sythen gab Willi Grave, der Vorsitzende des Stiftungsrates, den Führungswechsel bekannt, der von den Gremien einstimmig beschlossen worden ist. In den 13 Jahren unter dem Vorsitz von Beate Mertmann hat die Bürgerstiftung 360.000 Euro an Spenden eingenommen und konnte bis heute 330.000 Euro für zahlreiche Hilfen und Projekte ausgeben. Das Stiftungskapital von anfänglich 246.000 Euro ist inzwischen auf über 600.000 Euro angewachsen. Diese Zahlen nannte Christoph Sebbel, Geschäftsführer der Bürgerstiftung beim Stiftungsforum.

Aus der Aktion „Adventslichter“ geht die Bürgerstiftung hervor

Ein Caritas-Seminar zum Thema Armut öffnete Beate Mertmann, damals Redaktionsleiterin der WAZ in Haltern, vor 30 Jahren die Augen. „Armut in Haltern? Das konnte ich zunächst nicht glauben“, sagt sie. Sie blieb am Thema, forschte weiter. Und entdeckte die oft versteckte Armut in der Seestadt, was sie dazu bewog, mit der Aktion „Adventslichter“ helfend tätig zu werden. 14 Mal führte sie die Aktion durch. Dann, in ihrem beginnenden Ruhestand, beschloss sie, die Hilfen auf neue Beine zu stellen, und gründete mit 12 ebenfalls sozial Engagierten die Bürgerstiftung Halterner für Halterner, die 2006 anerkannt wurde.

„Diese Stiftung ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte Stiftungsrat Willi Grave bei der Verabschiedung von Beate Mertmann als Vorsitzende. „Beate Mertmann hat nicht nur in Haltern viel erreicht, sie hat auch dazu beigetragen, die Bürgerstiftung bundesweit bekannt zu machen.“ Dabei habe ihr immer ein starkes Vorstandsteam zur Seite gestanden, außerdem habe sie ihr Mann Karl-Heinz immer in allen Belangen voll unterstützt.

Schnelle und unkomplizierte Hilfe

Die Stiftung engagiert sich auf vielfältige Weise, hilft Einzelpersonen, unterstützt Gruppen, wo immer „Not am Mann“ ist. „Wir waren da, wenn Menschen dringend Hilfe benötigten“, so Beate Mertmann. Es sind vor allem die schnellen und unkomplizierten Hilfen, die die Arbeit der Bürgerstiftung ausmachen.

Das wird auch unter dem Vorsitz ihrer Nachfolgerin Dr. Reinhild Tuschewitzki so bleiben. Sie war bereits Mitglied des Stiftungsrats, hat außerdem ein Jahr lang in die Vorstandsarbeit hinein geschnuppert und sich auf einem Seminar in Berlin auf die Vorstandsarbeit in Stiftungen vorbereitet. „Ich habe großen Respekt vor der Aufgabe, aber ich denke, dass ich sie mit Unterstützung des Vorstandsteams und des Stiftungsrats bewältigen kann“, so Tuschewitzki auf Schloss Sythen. Auch Beate Mertmann, die in den Stiftungsrat wechselt, wird sie dabei in Zukunft unterstützen.

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