Der Halterner Stausee hat so wenig Wasser, dass die Segelboote in der Stadtmühlenbucht zum Teil schon im Matsch liegen. Zeit für die Segelclubs, ihre Boote zu retten.

Haltern

, 19.10.2018, 20:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganze drei Meter Wasser fehlen dem Halterner Stausee aktuell. Und das ist auch der Grund, warum die 300 Mitglieder der Segelclubs ihre Boote aus der Stadtmühlenbucht schaffen müssen. Allerdings nicht mit dem buchteigenen Kran. Der liegt auf dem Trockenen.

Deshalb werden die 300 Segelboote an diesem und den kommenden zwei Wochenenden von der DLRG über den See zur Baggerei der Gelsenwasser AG transportiert, wo die Boote mithilfe eines Krans aus dem Wasser gehoben und verladen werden. Bis zu 80 Boote wollen die Segelclubs so am Tag aus dem Wasser holen.

Eine Premiere, nicht zuletzt für die DLRG Haltern. Benedikt Wintz und Pascal Sparenberg von der DLRG pendeln am Freitag mehrere Stunden zwischen der Baggerei und der Stadtmühlenbucht hin und her. Vertauen drei bis fünf Boote in der Stadtmühlenbucht und fahren die Boote samt Besitzer rüber zur Baggerei.

Im 15-Minuten-Takt hievt der Kran die Boote raus

Im 15-Minuten-Takt werden die Boote per Kran aus dem Wasser gezogen. Den Zeitplan hatten die Segelclub-Mitglieder am vergangenen Montagabend beschlossen, nachdem die Clubs am Morgen mit Gelsenwasser vereinbart hatten, dass sie den Geländekran für die Bootsbergung nutzen können.

Am Abend wurden dann die Zeiten verteilt, wann wessen Boot aus dem Wasser geholt werden soll. „Die Aktion ist super koordiniert. Ein gutes Zusammenspiel, wie eine gute Nachbarschaft“, sagt Mike Kestermann vom Segelclub Prinzensteg.

Eigentlich wären die Boote erst Mitte November aus dem Wasser gezogen worden. Wenn der See nicht so leer wäre. „Wenn wir hier an dem Gelände der Gelsenwasser AG allerdings noch vier Wochen warten würden, dann wäre hier das Wasser auch zu niedrig“, sagt Kestermann. Aktuell liegt der Pegel noch bei rund zwei Metern.

Bis 15. November muss alles über die Bühne sein

Bis zum 15. November sollen alle Boote aus dem Wasser sein. Auch, weil der Segelclub Westfalen eine neue Steganlage bekommt und der Saugbagger gleichzeitig in der Stadtmühlenbucht den Sand absaugt, damit die Bucht mehr Tiefe bekommt.

Die Boote über den Winter einfach im Wasser zu lassen, das geht nicht. Dafür sind die Risiken zu groß, sagt Mike Kestermann. Denn der Rumpf der Boote bestehe im Inneren aus Holz, außen aus Kunststoff. „Wenn dann im Winter das Eis an den Rumpf drückt, dann hinterlässt das Macken im Schiff.“

Das traditionelle Absegeln der Segelclubs findet am Sonntag (21. Oktober) allerdings trotzdem statt. Zumindest für die Bootsbesitzer, deren Boote noch nicht aus dem Wasser geholt wurden.

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