310 Tonnen weniger CO2 – Projekt Ökoprofit zeichnet 2019 auch Halterner Unternehmen aus

Klimawandel

Das Projekt Ökoprofit 2019 im Kreis Recklinghausen ist beendet. An der positiven Bilanz – nicht nur für die Umwelt – sind 20 Unternehmen beteiligt. Auch aus Haltern wurde dazu beigetragen.

Haltern

17.12.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 3 min
310 Tonnen weniger CO2 – Projekt Ökoprofit zeichnet 2019 auch Halterner Unternehmen aus

Zahlreiche Maßnahmen aus dem Kreis Recklinghausen tragen zu jährlichen CO2-Einsparungen für den Klimaschutz bei. © Ben White/ Unsplash

In diesem Jahr ist die siebte kreisweite Ökoprofit-Runde zu Ende gegangen. Das Projekt unterstützt Unternehmen, CO2 einzusparen und damit dem Klimawandel entgegenzutreten. Neben den ökologischen Verbesserungen werden auch ökonomische und soziale Aspekte berücksichtigt. Vergangenen Mittwoch (4. Dezember) wurden 20 Unternehmen aus dem Kreis Recklinghausen im soziokulturellen Zentrum DAS LEO in Dorsten für ihr Engagement ausgezeichnet, darunter das Halterner Könzgenhaus und die LWL-Haardklinik. Die Bilanz kann sich sehen lassen.

Gemeinsam sparen die Betriebe, von denen 15 erstmals und 5 wiederholt teilgenommen haben, pro Jahr nun rund 71 Tonnen Abfall, 580.000 Kilowattstunden an Energie, 7.380 Kubikmeter Wasser und 470.000 Euro ein. Dem steht eine einmalige Investitionssumme von 323.617 Euro gegenüber. Ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz, da auf diese Weise 310 Tonnen CO2 eingespart werden können.

„Wenn man einmal angefangen hat, kommen aus den Reihen der Mitarbeiter unglaublich viele gute Ideen.“

Ausgezeichnet wurden ganz unterschiedliche Teilnehmer: Garten- und Landschaftsbauer, Schulen sowie ein Gastronomiebetrieb, ein Stadtsportverband oder etwa ein Fahrradhändler. Aus Haltern hat sich zum zweiten Mal das Könzgenhaus beteiligt. Annette Seier vom Könzgenhaus sagt: „Ich kann allen nur empfehlen, im Ökoprofit-Klub weiterzumachen. Wenn man einmal mit dem Thema angefangen hat, kommen aus den Reihen der Mitarbeiter unglaublich viele gute Ideen.“

Die Heimvolkshochschule und staatlich anerkannte Weiterbildungseinrichtung auf dem Annaberg erhielt bereits 2015 von Ökoprofit ein Umweltzertifikat. In diesem Jahr wurde es dem Betrieb für die Einsparung von 4,9 Tonnen CO2 verliehen. Der zukünftige jährliche Klimaschutz entsteht durch die Einschränkung um 9800 Kilowattstunden Energie, 3,8 Tonnen Abfall und 8,7 Kubikmeter Wasser. Das Könzgenhaus spart dadurch jährlich 18.650 Euro.

310 Tonnen weniger CO2 – Projekt Ökoprofit zeichnet 2019 auch Halterner Unternehmen aus

Das Halterner Könzgenhaus nahm zum zweiten Mal beim Projekt Ökoprofit teil. Das Foto zeigt von links: Gudrun Engelhardt (B.A.U.M. Consult GmbH), Martin Scholz und Anette Seier (Könzgenhaus), Daniel Hartmann (Umweltministerium) und Manuela Mönnich (Könzgenhaus). © Kreis Recklinghausen, Svenja Küchmeister

Zu dem Ergebnis haben verschiedene Maßnahmen geführt. So hat das Könzgenhaus von Papierhandtüchern auf Handtuchrollenspender umgestellt, Entsorger wurden geprüft und gewechselt, Entsorgungsintervalle auch reduziert. Zudem nutzt das Könzgenhaus statt PET-Einwegflaschen nun Glas-Mehrwegflaschen, sukzessiv LED-Technik als Leuchtmittel und Recycling-Papier für die Drucker.

Ein weiterer Beitrag entstand durch die eingerichtete E-Tankstelle für Autos und Fahrräder auf dem Parkplatz. Diese setzte man in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Haltern am See um. Andere Verhandlungen wurden mit den Lebensmittellieferanten geführt, sodass nun verstärkt regionale, biologische und faire Produkte vor Ort zum Einsatz kommen.

Haardklinik wieder beteiligt

Auch die LWL-Haardklinik war wieder Teil der diesjährigen Ökoprofit-Runde. Und das bereits zum fünften Mal. Die Auszeichnung gab es hier für jährlich 7,3 eingesparte Tonnen CO2. Die LWL-Klinik kann auf eine jährliche Einsparung von 12.000 Kilowattstunden Energie, 21 Tonnen Abfall, 6.000 Kubikmeter Wasser und damit 41.860 Euro blicken.

Hier wurden die Ergebnisse mit folgenden Investitionen erreicht: Die Haardklinik hat die Dichtigkeit des Wasserversorgungsnetzes mit Helium geprüft, Fenster und Dachflächen saniert sowie Warmwasseranschlüsse für Wasch- und Spülmaschinen installiert. Zusätzlich wird der Rasenschnitts künftig zur Mulchung der Flächen genutzt, was den Grünabfall reduziert. Außerdem wurde ein Konzept zur Biodiversität erstellt und Freiflächen werden ökologisch besser genutzt, etwa durch Insektenhotels, die Errichtung von Blumenwiesen oder Nistkästen.

310 Tonnen weniger CO2 – Projekt Ökoprofit zeichnet 2019 auch Halterner Unternehmen aus

Die fünfte Auszeichnung bekam die LWL-Klinik Marl-Sinsen − Haardklinik in diesem Jahr. Zu sehen sind von links: Gudrun Engelhardt (B.A.U.M. Consult GmbH), Dr. Daniel Napieralski-Rahn (LWL-Klinik), Daniel Hartmann (Umweltministerium), Christoph Krursel (LWL-Klinik) und Andrea Baudek (Stadt Marl). © Kreis Recklinghausen, Svenja Küchmeister

Der Ablauf des Projekts Ökoprofit ist bewusst einfach gehalten: Nach einer Bestandsaufnahme suchen die zuständigen Firmenvertreter mit Beratern an der Seite nach Einsparpotenzial im Betrieb. Eine Umsetzung von Maßnahmen findet dann nach und nach statt. Ergänzend zu den Betriebsbegehungen finden acht gemeinsame Workshops statt, in denen die Firmenvertreter ihr Wissen vertiefen und sich mit anderen Teilnehmern austauschen.

Die österreichische Landeshauptstadt Graz entwickelte das Konzept Anfang der 1990er Jahre. Ökoprofit ist eine gemeinsame Aktion von Kommunen, der örtlichen Wirtschaft und weiterer Partner. Berater der B.A.U.M. Consult GmbH aus Hamm haben das Projekt im Kreis Recklinghausen erneut durchgeführt. Unterstützt wurden sie von Vertretern der Städte und des Kreises, der HWK Münster, der Gelsenwasser AG sowie der Effizienz-Agentur NRW.

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NRW gilt als Vorreiter bei der Umsetzung und weist zusammen mit Bayern die höchste Teilnehmerdichte Deutschlands auf. Finanziert wurde das Projekt durch ZIRE Mittel (Zukunftsinvestitionen im Kreis Recklinghausen), Beiträge der teilnehmenden Betriebe und eine Förderung des Landes NRW.

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