Alte Linde

500 Jahre alt: Pflegemaßnahmen an geschichtsträchtiger Linde

Ihre Geschichte reicht weit zurück: 500 Jahre alt soll die alte Linde neben der St. Maria Magdalena-Kirche in Flaesheim sein. Um sie am Leben zu erhalten, musste sie beschnitten werden.
Die alte Linde an der St. Maria Magdalena-Kirche wurde am Donnerstag, 25. Februar, zurückgeschnitten. © Niklas Berkel

Sie überlebte den 2. Weltkrieg, den 1. Weltkrieg, und auch im 30-jährigen Krieg von 1618-1648 stand sie ihren Baum: Die alte Linde in Flaesheim nahe der St. Maria Magdalena-Kirche mag vielleicht sogar schon zu Zeiten von Martin Luther Anfang des 16. Jahrhunderts am Kirchplatz gestanden haben. Seit knapp 500 Jahren bildet das Naturdenkmal den Dorfmittelpunkt Flaesheims. Nun musste sie vor dem Auseinanderbrechen bewahrt werden.

In den vergangenen Jahren bildete die Linde trotz ihres Alters neue starke Triebe. „Diese Triebe werden nun aber zu groß und schwer“, erklärt die Expertin Ulrike Mathes vom Fachdienst Umwelt im Kreis. Es bestehe die Gefahr, dass der Baum, der von innen ausgehöhlt ist, auseinanderfällt, wenn die Äste aufgrund des Laubs zu schwer werden.

Dass die Linde noch einmal so lebendig wurde, ist das Ergebnis einer aufwendigen Sanierung aus dem Jahr 2011. In den 1960er-Jahren füllte man den ausgehöhlten Baumstamm mit Beton, um ihn stabiler zu machen. Die Löcher am Stamm wurden zugemauert und zusätzliche Tragegurte angebracht.

„Aus heutiger Sicht ist diese Sanierung fragwürdig“, erklärte Mathes. Im Jahr 2011 entfernte man daher den Beton und die schädlichen Stahlseile. Zusätzlich wurde die Linde gedüngt und in ihre ursprüngliche Form zurückgeschnitten. Auf diese Maßnahmen reagierte die Linde so gut, dass sie neue Triebe bildete.

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500 Jahre alte Linde wurde beschnitten

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Nun müsse der Baum in regelmäßigen Abständen alle paar Jahre „zurück auf den Kopf geschnitten werden“, sagt Ulrike Mathes. „Um dem alten Baum dabei nicht zu viel seiner Kraft, die in den grünen Blättern liegt, zu nehmen, wird dieser Schnitt in zwei Schritten, verteilt auf zwei Jahre, durchgeführt.“ Den ersten Schnitt unternahm eine Fachfirma am Donnerstag, 25. Februar.

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