Halternerin (81) um Schmuck im Wert von 50.000 Euro gebracht - Fast 2 Jahre Haft

hzFalsche Polizisten

Er arbeitete als falscher Polizist und brachte eine Halterner Seniorin so um Schmuck im Wert von 50.000 Euro. Nun ist der Mann verurteilt worden.

Haltern

, 04.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil er dabei geholfen haben soll, eine 81 Jahre alte Halternerin um ihren 50.000 Euro teuren Schmuck zu bringen, ist ein 39 Jahre alter Mann aus Lingen an der Ems am Dienstagmittag zu einem Jahr und 9 Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Konkret handelt es sich um eine Tat vom 9. Juli 2015. Damals hätten Hintermänner einer Bande aus der Türkei bei der Halterner Seniorin angerufen. Als Polizist ausgegeben, habe der Anrufer der Dame gesagt, dass es eine rumänische Diebesbande auf ihren Schmuck abgesehen habe. „Sie sagten ihr, sie solle vorsichtig sein und die Fenster und Türen schließen“, sagt der Pressesprecher am Landgericht Münster, Steffen Vahlhaus.

Im Laufe des langen Gesprächs hätten die Anrufer der Dame dann gesagt, dass zur Sicherheit jemand bei ihr vorbeikäme, um die Dinge in Empfang zu nehmen. Das war der nun Verurteilte. Für seine Arbeit als Abholer soll er laut Landgericht rund 300 Euro bekommen haben.

Angeklagter wurde in der Zwischenzeit bereits verurteilt

In erster Instanz war der Mann wegen Beihilfe zum Betrug zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Auch deshalb, weil er in der Zwischenzeit wegen anderer Dinge verurteilt worden war. Unter anderem sei er ohne Fahrerlaubnis Auto gefahren. Gegen das Urteil legte er Berufung ein.

In dem Berufungsverfahren am Dienstag hatte das Landgericht Münster die Strafe dann von 2 Jahren auf 1 Jahr und 9 Monate gesenkt, weil der Mann „komplett geständig“ gewesen sein soll. Laut Landgericht Münster habe er das Urteil akzeptiert. Zuvor hatte sein Verteidiger die Strafe zur Bewährung beantragt.

Der Mittelsmann in dem Halterner Fall, ein Mann aus Rheine, sitzt bereits wegen insgesamt 15 Fällen des bandenmäßigen Betrugs für 10 Jahre und 6 Monate in Haft. Laut Landgericht Münster habe die Polizei diverse Schmuckgegenstände in den Wohnungen des Mittelsmannes in Rheine und des 39-Jährigen aus Lingen sicherstellen können, die die Halternerin habe identifizieren können.

Das rät die Polizei Recklinghausen

Die Polizei in Recklinghausen rät Betroffenen in solchen Fällen, das Gespräch zu beenden und daraufhin selbst den Notruf unter der 110 zu wählen. Die Banden hätten es als falsche Beamte immer darauf abgesehen, am Ende Geld ausgehändigt oder mitgeteilt zu bekommen, welche Wertgegenstände sich im Haus befinden, so Ramona Hörst im vergangenen Jahr.

Die Banden mit Sitz im Ausland hätten ihre Abholteams auf der Straße, die tageweise bestimmte Bereiche abklapperten, so Hörst. Weil aber viele Bürger richtig reagierten, sei die Erfolgsquote dieser Versuche eher gering.

Lesen Sie jetzt