A43-Unfall: Verunglückter Audi R8-Fahrer hat sich Anwalt genommen

hzIllegales Rennen?

Nach dem Unfall auf der A 43 soll ein Sachverständiger den zerstörten Audi R8 begutachten. Der Fahrer will sich bislang nicht äußern. Er lässt sich laut Polizei nun anwaltlich vertreten.

Haltern

, 28.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Freitag gegen 14.45 Uhr hatte sich der Unfall auf der Autobahn 43 ereignet. Zwei Menschen, ein 32-jähriger Audi R8-Fahrer mit seiner 30-jährigen Beifahrerin (beide aus Mönchengladbach) waren dabei schwer verletzt worden. Ihr Sportwagen war zwischen den Anschlussstellen Haltern-Lavesum und Dülmen mit einem Ford Transit kollidiert. Die Autobahnpolizei sucht Zeugen, weil aus ihrer Sicht vieles darauf hindeutet, dass der Unfall durch ein illegales Autorennen verursacht wurde.

„Die Ermittlungen zu dem Unfall dauern an“, sagt Andreas Bode von der zuständigen Autobahnpolizei Münster. Zeugen hatten laut Polizei berichtet, dass der Audi-Fahrer rücksichtslos mit bis zu 200 Stundenkilometern über die Autobahn gerast war. Laut den Aussagen könnte sich der Audi-Fahrer demnach mit einem unbekannten BMW M3 ein Rennen geliefert haben.

Die Polizei hofft, dass weitere Verkehrsteilnehmer den Unfall beobachtet haben und möglicherweise Angaben dazu machen können. Sie bittet in diesem Zusammenhang um Hinweise auf den BMW M3. „Der Fahrer des Audi R8 will sich bislang nicht dazu äußern. Er lässt sich nun anwaltlich vertreten“, so Polizeisprecher Andreas Bode.

Fahrzeug sichergestellt

Neue Erkenntnisse erhofft sich die Polizei durch ein Gutachten, das nun in Auftrag gegeben wurde. „Wir haben das Fahrzeug im Zuge der Unfallaufnahme als mögliches Beweismittel sichergestellt“, erklärt Andreas Bode. „Ein speziell geschulter Sachverständiger wird es nun unter die Lupe nehmen.“ Das daraus resultierende Gutachten könne möglicherweise weitere Rückschlüsse und Erkenntnisse zum Unfallgeschehen ans Tageslicht bringen.

Bereits am Unfallort hatte die Polizei aufwendig zahlreiche Spuren gesichert. Dabei soll auch eine Drohne zur Erstellung von Luftbildern eingesetzt worden sein. Die Fahrtrichtung Münster war für die Dauer der Unfallaufnahme für etwa fünf Stunden komplett gesperrt worden. Der Verkehr hatte sich auf eine Länge bis zu sechs Kilometern gestaut. „Die Unfallaufnahme dauerte deutlich länger als es gewöhnlich bei solchen Unfällen der Fall ist“, schildert Guido Bludau, der als Reporter für unsere Zeitung im Einsatz war.

Die Feuerwehr Haltern war am Freitag mit mehreren Kräften zu dem Unfall auf der A43 ausgerückt. Zu dem Einsatz wollte sich Feuerwehrchef Werner Schulte am Dienstag aufgrund der laufenden Ermittlungen der Polizei nicht im Detail äußern. Für die Einsatzkräfte der Feuerwehr gehe es bei Unfällen stets darum, erste Hilfe zu leisten. „Die Hintergründe spielen für uns keine Rolle“, so Schulte. Zum Glück seien bei dem Unfall nicht noch mehr unbeteiligte Personen verletzt worden.

Staatsanwaltschaft entscheidet über Anklage

Die Polizei wird den Fall nach Abschluss ihrer Ermittlungen an die zuständige Staatsanwaltschaft geben. Diese wird dann über eine mögliche Anklageerhebung entscheiden. Denkbar wäre beispielsweise eine Anklage wegen des Vorwurfs des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr als Tatbestand des deutschen Strafrechts. Hier kann eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe verhängt werden.

Zeugen, die Angaben zu dem Unfallgeschehen und dem unbekannten BMW M3 machen können, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0251 275-0 bei der Polizei zu melden.

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