Altertumsverein wählte im Römermuseum - Escape-Room geplant

hzAltertumsverein Haltern

Auf der Jahreshauptversammlung unter erschwerten Bedingungen wählte der Halterner Altertumsverein neu und hörte von interessanten Zukunftsplänen des LWL-Römermuseums.

Haltern

, 13.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Pandemie schränkt alle Vereine in ihren Aktivitäten ein, auch den Verein für Altertumskunde und Heimatpflege Haltern. Doch eine Kontaktaufnahme mit den Mitgliedern war ihm wichtig. So fand am 9. Oktober in genügendem Abstand zueinander die Jahreshauptversammlung statt. Dr. Josef Mühlenbrock stellte dafür den Saal des LWL-Römermuseums zur Verfügung. Hier berichtete er im Anschluss an die Regularien interessante Projekte seines Hauses.

Vorsitzender Franz Schrief bedauerte, dass aktuell unter erschwerten Bedingungen wenig stattfinden könne. So stehen beispielsweise noch eine Domführung mit Anette Brachthäuser in Münster aus, ebenso ein Ausflug nach Telgte. Dafür gab der Verein den Bildband „Haltern 1936“ heraus und verschenkte ihn an seine Mitglieder. Ein Teil der Bücher wurde auch verkauft, mittlerweile gibt es nur noch wenige Restexemplare bei Marlies Breuer.

Neuer Vorstand wurde einstimmig gewählt

Johannes Beckmann organisierte darüber hinaus zwei Pättkesfahrten. Unterstützt wird er jetzt von Bernd Valtwies, der die Aufgabe von Dieter Klenske übernommen hat. Die anwesenden Vereinsmitglieder dankten Dieter Klenske für die jahrelange Ausarbeitung von Touren mit Applaus und einem Präsent. Hans-Werner Wiens legte das Amt als Schatzmeister nieder, das er über 20 Jahre ausgeübt hat. Auch dafür gab es großes Dankeschön vom Verein.

Eine Tafel mit Informationen über das erste Römisch-Germanische Museum Haltern überreichte Franz Schrief (r.) im Namen des Altertumsvereins an Dr. Josef Mühlenbrock.

Eine Tafel mit Informationen über das erste Römisch-Germanische Museum Haltern überreichte Franz Schrief (r.) im Namen des Altertumsvereins an Dr. Josef Mühlenbrock, Leiter des LWL-Römermuseums, als Dank für dessen Vortrag und Gastfreundschaft. Schrief betonte die große Bedeutung des Museums für Haltern. © Altertumsverein

Die Wahlen leitete der künftige Bürgermeister Halterns, Andreas Stegemann. Er ist ganz frisch dem Altertumsverein beigetreten. Einstimmig gewählt wurden: Franz Schrief (Vorsitzender), Marianne Stenner (2. Vorsitzende), Marlies Breuer (Schriftführerin und Vertreterin im Förderverein Römermuseum), Hendrik Griesbach (Schatzmeister), Johannes Beckmann (er ist auch Bindeglied zum Heimathaus-Verein), Illa Schaefer, Hans-Werner Wiens, Robert Kleppel, Dieter Klenske, Bernd Valtwies, Ursula Kelders und Frank Schürmann sowie Sonja Jedfeld und Martin Kleine Jäger (Kassenprüfer).

Mit Virtual-Reality-Brillen mitten in der Welt der Römer

Unter dem Titel „Das Imperium kehrt zurück“ bewegt sich das LWL-Römermuseum im digitalen Zeitalter. Immerhin sind inzwischen 40 Prozent der Besucher unter 30 Jahre, wie Dr. Josef Mühlenbrock in seinem Vortrag betonte. Ein großes Projekt ist deshalb, das Museum und die Römerbaustelle Aliso mit Leben zu füllen.

20 Männer und zwei Frauen tun das schon als 1. Kohorte der 19. Legion. In Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung Masthoff entwickelt das Museum gerade Virtual Reality-Brillen, sie ermöglichen den Museumsbesuchern ein einzigartiges optisches Erlebnis der Römergeschichte in Haltern.

Mit der Black Box wird das Museum ein Experimentierraum

Mit dem Museum für Archäologie in Herne und dem Bergbau-Museum Bochum erhält das LWL-Römermuseum zudem eine Förderung der Kulturstiftung des Bundes von bis zu 1,04 Millionen Euro im Rahmen des „Fonds Digital“. Als Verbundprojekt „Museum als CoLabor. Öffne die Blackbox Archäologie!“ wollen die Museen digitale Medien verstärkt zum Experimentieren und der Wissensvermittlung nutzen.

Eine Tafel mit Informationen über das erste Römisch-Germanische Museum Haltern überreichte Franz Schrief (r.) im Namen des Altertumsvereins an Dr. Josef Mühlenbrock.

Eine Tafel mit Informationen über das erste Römisch-Germanische Museum Haltern überreichte Franz Schrief (r.) im Namen des Altertumsvereins an Dr. Josef Mühlenbrock, Leiter des LWL-Römermuseums, als Dank für dessen Vortrag und Gastfreundschaft. Schrief betonte die große Bedeutung des Museums für Haltern. © Altertumsverein

Jetzt in Corona-Zeiten hat das Museum Videoreihen und digitale Schnitzeljagden erfunden. „Anfragen dazu kamen sogar vom Goethe-Institut aus Südkorea“, freute sich Dr. Mühlenbrock. „Das Digitale und Analoge gehört bei uns inzwischen eng zusammen.“

Bis 2022 wird ein originalgetreues Wachhaus zum Escape-Room

Zur Ausstellung „Rom in Westfalen“ vom 25. März bis 30. Oktober 2022 wird ein Wachhaus mit Arrestzellen und Stellplätzen für Kampfmaschinen an der Holz-Erde-Mauer neu aufgebaut und komplett eingerichtet. Dr. Mühlenbrock kündigte an: „Hier entsteht ein Escape-Room, der erste europaweit überhaupt, der sich mit der Geschichte der Römer beschäftigt.“

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