Die Behelfsbrücke am Halterner Bahnhof wird derzeit abgebaut. Die linke Treppe fehlt hier bereits. © Ingrid Wielens
Deutsche Bahn

Abbau der Behelfsbrücke am Halterner Bahnhof hat begonnen

Fast 20 Monate lang war die Behelfsbrücke am Halterner Bahnhof in Betrieb. Jetzt wird die gewaltige Stahlkonstruktion abgebaut. Die Bahn zieht Bilanz.

Sie hatte viele Gemüter erhitzt. Menschen kamen auf ihr zu Schaden, rutschten aus, stürzten, trugen sich mitunter schwere Verletzungen zu. Die Behelfsbrücke am Halterner Bahnhof stand lange Zeit im Fokus der Öffentlichkeit. Im Mai 2019 war sie in Betrieb genommen worden. Sie diente als Ersatz für die Personenunterführung, die modernisiert und mit Fahrstühlen ausgestattet werden sollte. Jetzt hat die Behelfsbrücke, die über die Gleise zum mittleren Bahnsteig führte, ausgedient.

Ohne „Wackelpuddingbrücke“ kein Zugang zum Mittelbahnsteig

Gesperrt worden war sie zwar bereits seit der Freigabe der inzwischen modernisierten Unterführung Mitte Dezember des vergangenen Jahres. In diesen Tagen aber wird die Stahlkonstruktion wieder abgebaut.

„Endlich“, mag so mancher Bahn-Fahrgast denken. Viele Halterner hatten sich auf dem Brücken-Provisorium äußerst unsicher gefühlt. Liefen mehrere Zugreisende darüber, geriet sie spürbar ins Schwingen. „Wackelpuddingbrücke“, hatte eine Halternerin die Konstruktion genannt, als sie im Ausschuss Bauen und Verkehr unter Beteiligung der Öffentlichkeit kritisiert und von Bahnvertretern verteidigt worden war. Das Eisenbahnbundesamt habe die Brücke auf ihre Sicherheit hin überprüft, konterten die Mitarbeiter des Unternehmens damals. Und gaben zu bedenken, dass der Mittelbahnsteig ohne die Brücke lange Zeit nicht mehr erreichbar gewesen wäre.

Positives Fazit trotz allen Ärgers

Rückblickend zieht Bahnsprecher Stefan Deffner jetzt trotz allen Ärgers ein positives Fazit. „Wir hatten damals nach den ersten Vorfällen nachgearbeitet“, sagt er. Die 50 Stufen, die auf beiden Seiten auf die Brücke führten, seien neu abgeklebt und dadurch rutschfester geworden.

Auch seien ein zweites Geländer und weitere Bodenplatten installiert worden. „Seitdem ist dann ja auch nichts mehr passiert“, erklärt Deffner. Zum Glück habe sich die Situation an der Behelfsbrücke dann recht schnell normalisiert.

Nach Angaben des Bahnsprechers werden derartige Stahl-Behelfsbrücken „standardmäßig“ an vielen Bahn-Baustellen eingesetzt. „Beschwerden hat es sonst niemals gegeben“, stellt er fest.

Mit dem Abbau der Bahnhof-Behelfsbrücke liegt die Deutsche Bahn voll in ihrem vor Monaten angegebenen Zeitplan. Und was kommt als Nächstes? Das neue Bahnsteigdach auf dem Mittelbahnsteig wird im ersten Quartal dieses Jahr noch fertiggestellt. Mit Inbetriebnahme der Aufzüge im zweiten Quartal wird der Bahnhof Haltern am See dann vollständig barrierefrei erreichbar sein.

Über die Autorin
Redaktion Haltern
Geboren in Dülmen, Journalistin, seit 1992 im Medienhaus Lensing - von Münster (Münstersche Zeitung) über Dortmund (Mantelredaktion Ruhr Nachrichten) nach Haltern am See. Diplom-Pädagogin und überzeugte Münsterländerin. Begeistert sich für die Menschen und das Geschehen vor Ort.
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Ingrid Wielens

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