Am Montagmorgen begann der endgültige Abriss der Sparkasse in Sythen. © Jürgen Wolter
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Abriss Sparkasse Sythen: Baggerführer braucht „Fingerspitzengefühl“

Immer wieder blieben Passanten stehen, um zuzuschauen: Am Montagmorgen begann der endgültige Abriss der Sparkasse Sythen. Dabei gibt es Einiges zu beachten.

Meter für Meter frisst sich die große Abrisszange – sie allein wiegt zweieinhalb Tonnen – in das Mauerwerk: Um 7 Uhr am Montagmorgen begann die Firma Köster aus Haltern mit dem Abriss der Sparkasse in Sythen. Dabei musste Baggerführer Daniel Konopka durchaus mit „Fingerspitzengefühl“ vorgehen.

Die Abrisszange „knabberte“ Stück für Stück am Mauerwerk.
Die Abrisszange „knabberte“ Stück für Stück am Mauerwerk. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Er kennt seinen 30-Tonnen-Anbrissbagger ganz genau und bewegt die Abrissschere und die große Zange zentimetergenau. „Ich fange mit dem

Dachstuhl an, denn dabei muss man – anders als bei Flachdachgebäuden – besonders aufpassen“, sagt der Baggerführer. „Die Teile des Dachstuhls müssen Stück für Stück herausgetrennt und nach vorne weggezogen werden. Sonst besteht die Gefahr, dass der gesamte Dachstuhl nach hinten wegrutscht.“

Gebäudeteile dürfen nicht auf Nachbargrundstücke fallen

Mit der Abrissschere greift der Bagger in das Mauerwerk. Damit werden zunächst die Eisenverbindungen „durchgeknabbert“, um den Zusammenhalt der Bauteile zu lösen. Daniel Konopka muss darauf achten, dass keine Gebäudeteile auf Nachbargrundstücke fallen. Auch die Container, in denen die Stadtsparkasse Sythen zurzeit ihren Betrieb aufrecht erhält, stehen in unmittelbarer Nähe zur Abrissstelle. „Deshalb kommt zunächst die Zange zum Einsatz, um die einzelnen Teile stückweise zu entfernen“, sagt Daniel Konopka.

Die Materialien vom Abriss werden getrennt und weitgehend recycelt.
Die Materialien vom Abriss werden getrennt und weitgehend recycelt. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Der Greifer schiebt anschließend den Bauschutt nach unten. Mit einem Wasserstrahl verhindert ein weiterer Mitarbeiter allzu große Staubbildung. Und noch eine Stelle muss Daniel Konopka ständig im Blick behalten. „Am Zaun läuft die Telefonleitung der Sparkasse entlang. Da sollten möglichst keine Teile drauffallen“, sagt Daniel Konopka.

Zwischen den Abrissintervallen sortierten zwei weitere Mitarbeiter den Bauschutt. „Wir trennen die Materialien“, sagt Daniel Konopka. „Sie werden weitgehend recycelt. Der Schutt wird unter anderem im Straßenbau wiederverwendet. Holz, Glas und andere Stoffe werden davon getrennt.“ Die Aufbereitung nimmt die Firma Köster auf ihrem Betriebsgelände am Ikenkamp vor.

Bankautomatensprengung beschleunigte den Abriss

Der eigentliche Abriss wird zwei bis drei Tage in Anspruch nehmen, schätzt Daniel Konopka. Auch die Garagen und der Keller stehen noch auf seiner Liste. Im Vorfeld war das Gebäude zunächst entkernt worden. Die Sparkasse hatte den sowieso geplanten Abriss nach einer Bankautomatensprengung im Dezember 2019 vorgezogen.

Der Bankbetrieb wird zurzeit in Containern abgewickelt. An gleicher Stelle wird ein Neubau mit einer modernen Sparkassenfiliale und fünf neuen Wohnungen entstehen, der im Frühjahr nächsten Jahres fertiggestellt sein soll.

Die Firma Köster aus Haltern nimmt den Abriss der Sparkasse vor.
Die Firma Köster aus Haltern nimmt den Abriss der Sparkasse vor. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Der Halterner Architekt Jörg Jäger hat das Konzept für das neue Gebäude erarbeitet, mit dem das Grundstück im Zentrum von Sythen besser ausgenutzt und den Kunden eine attraktivere Sparkassenfiliale angeboten werden soll. Mit 127 Quadratmetern sind die neuen Filialräume etwas größer als die bisherigen.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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