Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger - Hilfsorganisationen informieren in Haltern

hzWelthungertag-Aktion mit Video

15 Organisationen beteiligten sich an der ersten Veranstaltung zum Welthungertag auf dem Marktplatz. Dieser Tag gebe mehr Anlass zur Trauer als zur Freude, mahnten sie.

Haltern

, 13.10.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Auch ich wäre mit meiner Familie geflohen, wenn wir unter menschenunwürdigen Bedingungen oder einem korrupten Regime hätten leben müssen“, sagte Bodo Klimpel. Der Halterner Bürgermeister eröffnete zusammen mit Petra Schwarzbich-Efsing und Susanne Schildknecht von Unicef die erste Haltener Veranstaltung zum Welthungertag.

Auf dem Marktplatz hatten am Samstagvormittag 15 Organisationen ihre Infostände aufgebaut. Armut, Hunger, soziale Not und Ungerechtigkeit – alle beschäftigen sich in unterschiedlichen Zusammenhängen mit diesem Thema, sei es die Caritas, der Förderverein Kayelitscha, Ayuda, die Halterner Tafel oder das UN Kinderhilfswerk Unicef.

Alle fünf Sekunden stirbt ein Kind an Hunger

Dass alle fünf Sekunden weltweit ein Kind unter fünf Jahren an Hunger stirbt, das war für Petra Schwarzbich-Efsing der Anlass, die Veranstaltung mit den Aktiven des Halterner Asylkreises auf die Beine zu stellen. „Jedes neunte Kind weltweit ist unterernährt, das sind 800 Millionen“, so Schwarzbich-Efsing bei der Eröffnung des Aktionstages. „Drei Millionen sterben pro Jahr und das obwohl wissenschaftlich erwiesen ist, dass dieser Planet genug Ressourcen hat, alle zu ernähren“.

Hunger hängt zusammen mit Armut. Kinder von unterernährten Müttern sind nicht leistungsfähig, haben keine Energie zu lernen und wenig Erwerbschancen. „Ein Teufelskreis, aus dem die Menschen nicht herauskommen“, so Schwarzbich-Efsing. Kriege und Naturkatastrophen sind einige der Hauptursachen für Hunger und auch für die Flucht aus den betroffenen Gebieten: „In Europa geboren zu sein, ist Glück oder Fügung, aber kein Verdienst. Wir alle sind eine Menschheit“.

Bürgermeister Bodo Klimpel mahnte, über das nachzudenken, was wir im Überfluss nutzen. Und er dankte den Organisatoren für ihre Initiative: „Wer nichts tut, kann auch nichts bewegen“.

Glocke schlägt zur Erinnerung

Alle fünf Sekunden schlug eine Glocke, die das Sterben eines Kindes symbolisierte. „So ein Tag ist eigentlich ein Trauertag, aber auch ein Freudenfest, weil so viele Menschen hier sind“, sagte Susanne Schildknecht vom Unicef-Kreisverband Recklinghausen. „Hunger wäre vermeidbar, bei einer anderen Verteilung der Ressourcen in der Welt.“

Geflüchtete hatten für die Besucher Spezialitäten aus ihren Heimatländern gebacken. Zahlreiche Halterner nutzen die Gelegenheit, sich über die Arbeit der einzelnen Organisationen und Initiativen zu informieren.

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