Die Verantwortlichen der Halterner Seniorenheime bewerten die aktuelle Situation, sprechen über Besuchsmöglichkeiten und erklären, was jetzt besser funktioniert als im Frühjahr.

von Lukas Runde

Haltern

, 25.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die steigende Anzahl von Corona-Neuinfektionen hat Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Bereiche. Auch die Seniorenheime in Haltern mussten sich seit Beginn der Pandemie an die ungewöhnlichen Umstände anpassen.

„Die Lage um uns herum in der Gesellschaft ist besorgniserregend und macht uns Sorgen“, sagt Martin von Berswordt, Pressesprecher des ASB Seniorenzentrums Kahrstege. Die Situation innerhalb der Einrichtung selbst sei allerdings ruhig und entspannt, so der Pressesprecher weiter.

Besuche sind weiterhin möglich

Es sei kein Vergleich zum Frühjahr. Besonders die Verfügbarkeit von notwendigen Schutzmaterialien, wie zum Beispiel eines Mund-Nasen Schutzes, sorge für Entspannung. Zudem seien die Mitarbeiter routinierter im Umgang mit der Situation geworden.

Besuche sind im Seniorenheim Kahrstege trotz stetigem Anstieg der Neuinfektionen weiterhin möglich. „Wir bitten die Angehörigen zu überlegen, ob ein persönlicher Besuch das Mittel der Wahl ist“, so der Pressesprecher.

Allgemein dürften zurzeit maximal zwei Personen für maximal zwei Stunden ihre Angehörigen im Seniorenheim besuchen. Die Einrichtung sei zudem dazu verpflichtet, bei jedem Besucher, der mit Krankheitssymptomen die Einrichtung betritt, einen Antikörpertest durchzuführen.

Weiterhin werden die Angehörigen gebeten, sich an die geltenden Hygieneregeln zu halten.

Halterner beweisen viel Weitsicht

Ähnlich sieht es auch im Altenwohnhaus St. Anna aus, zu dem auch das Altenwohnhaus St. Sixtus gehört. Man sei laut Geschäftsführer Peter Künstler mit dem eingespielten Konzept zufrieden. Allerdings herrsche auch eine „unterschwellige Unsicherheit“ aufgrund der vielen Neuinfektionen in Haltern.

„Das Ziel ist es, den Eintrag von Corona-Viren in die Häuser zu erschweren“, erklärt Peter Künstler. Auch in seinem Wohnheim seien Besuche weiterhin gestattet. Die Häuser selber wären auch gar nicht in der Lage, Besuchsverbote zu verhängen. Solche Entscheidungen könnten nur vom Land NRW in Kraft getroffen werden.

Allerdings gelten auch für Besucher im St. Anna Altenwohnheim die üblichen Hygienemaßnahmen. Zudem werde bei jedem Besucher beim Betreten der Einrichtung die Temperatur gemessen.

Peter Künstler stellt gerade in dieser schwierigen Zeit ein vorbildliches Verhalten bei den Halterner Besuchern und Angehörigen fest. Die Halterner Bürger bewiesen viel Weitsicht, sagt der Geschäftsführer.

Krisenstab im Alloheim

Die Alloheim Seniorenresidenz in Sythen betrachtet die aktuelle Situation als einen schwierigen Balanceakt. Auf Anfrage heißt es, dass es für die Bewohner wichtig sei, soziale Kontakte zu Bewohnern und Angehörigen zu pflegen, auf der anderen Seite aber der Schutz der Bewohner, die zur Hochrisikogruppe zählen, für die Einrichtung an oberster Stelle stehe.

„Wir passen somit ständig Hygieneregeln und Schutzmaßnahmen tagesaktuell nach den veränderten Rahmenbedingungen an“, informiert ein Sprecher des Betreibers, der Alloheim Seniorenresidenzen SE. Ebenfalls sei in der Einrichtung bereits seit März ein Krisenstab eingerichtet worden, der im täglichen Austausch über die aktuelle Situation stehe.

Dementsprechend seien auch hier Besuche nur unter Einhaltung des Hygienekonzeptes erlaubt. Nach der Registrierung der Kontaktinformationen, werde ein Kurzscreening bei den Besuchern durchgeführt. Zudem werde ebenfalls die Temperatur kontaktlos gemessen. Der Aufenthalt innerhalb der Einrichtung sei, wie in den anderen Wohnheimen auch, nur mit einem Mund-Nase Schutz gestattet.

„Wir sind bestens vorbereitet“

„Die Situation verändert sich erst, wenn ein tatsächlicher Ausbruch im Altenheim stattfindet“, erklärt Wilfried Kersting, Einrichtungsleiter des Seniorenzentrums Lambertusstift in Lippramsdorf. Jetzt ginge es nach seinen Angaben darum, den Einfall von Covid-19 zu verhindern.

Man habe das Personal für diese besondere Situation sensibilisiert. Schutzmaterialien seien anders als im Frühjahr ausreichend vorhanden. „Wir sind bestens vorbereitet“, bestätigt Wilfried Kersting.

Auch im Seniorenzentrum Lambertusstift gelten die während der Corona-Pandemie üblichen Besuchsregelungen. Die Bewohner dürfen laut Wilfried Kersting zwei mal pro Tag von zwei Personen innerhalb der Einrichtung besucht werden. Auch hier werde vorab bei den Besuchern ein Kurzscreening durchgeführt, die Kontaktdaten werden registriert und die Temperatur werde gemessen.

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