Ein speziell ausgebildetes Hochwasser-Einsatzteam der Freiwilligen Feuerwehr aus Haltern, musste nach Wuppertal ausrücken. © Janis Czymoch
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Altersheim in Not: Kräfte aus Haltern eilten zum Einsatz nach Wuppertal

In Wuppertal sorgt Tief „Bernd“ für Chaos. Wassermassen waren in ein Altersheim eingedrungen. Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus Haltern rückten aus. Auch das THW war im Einsatz.

Donnerstagmorgen um 5.30 Uhr wurden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr urplötzlich aus dem Schlaf gerissen. Durch das grelle Summen ihrer Piepser in Alarmbereitschaft versetzt, fanden sie sich an der Halterner Hauptwache ein.

Anders als in der Seestadt war es in vielen Städten Nordrhein Westfalens über Nacht zu teils verehrenden Überschwemmungen gekommen. Im Bergischen Land hatte der heftige Regen die Wupper stark ansteigen lassen. Die umliegenden Talsperren liefen über und die komplette Innenstadt von Wuppertal stand unter Wasser. In weiten Teilen der Stadt brach sogar die Stromversorgung zusammen.

Insgesamt waren etwa 120 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Kreis Recklinghausen mit rund 30 Fahrzeugen dort im Einsatz, wie Kreis-Sprecherin Lena Heimers mitteilte.

Die Leitstelle Recklinghausen hatte bereits am Abend zuvor auch noch Kräfte zur Unterstützung nach Bochum und Engelskirchen sowie in den Kreis Unna entsandt.

Freiwillige Feuerwehr aus Haltern bekommt Hilfe aus Dorsten

Doch zurück nach Haltern: Weil die Freiwillige Feuerwehr aus Lippramsdorf und Lavesum für eine spezielle Hochwasserkomponente ausgebildet ist, wurden die Halterner Einsatzkräfte zu Hilfe gerufen. Da die für den Rettungseinsatz vorgeschriebene Personenzahl am Donnerstagmorgen aber noch nicht ausreichte, gab es Verstärkung: Dem Löschzug schlossen sich auch noch Teile der Freiwilligen Feuerwehr aus Dorsten an.

Die Halterner Feuerwehr unterstützte die Kollegen in Wuppertal mit besonderem Gerät.
Die Halterner Feuerwehr unterstützte die Kollegen in Wuppertal mit besonderem Gerät. © Janis Czymoch © Janis Czymoch

Gemeinsam machten sie sich von der Halterner Hauptwache auf den Weg nach Wuppertal. Einsatzort: ein mit Wasser vollgelaufenes Altenheim. Vor Ort angekommen mussten die Einsatzkräfte schnell reagieren. Denn im Keller des Gebäudes befand sich ein Heizkraftmodul.

Räume standen metertief unter Wasser

Wie der verantwortliche Zugführer unserer Zeitung mitteilte, standen der Heizkraftraum und sämtliche Kellerräume „metertief unter Wasser“. Für die teilweise sehr jungen Feuerwehrleute aus Haltern ein anspruchsvoller Einsatz. Gut, dass der zuständige Zugführer mit über 25 Jahren Erfahrung bei der Freiwilligen Feuerwehr viel Einsatzroutine mitbrachte. Schnell wurden die nötigen Schläuche in den Keller verlegt. Eine Pumpe begann dann, die Wassermassen aus den Räumen abzusaugen.

Weil es sich bei dem Altenheim aber um ein recht großes Gebäude handelte, mussten die Feuerwehrleute einen weiteren Ablauf legen. Dabei kam es zu einer kurzen Verzögerung. Die Pumpe nahm zunächst nicht ihren Betrieb auf. Die Truppe reagierte blitzschnell und tauschte das Gerät aus. Sekunden später schoss das Wasser bereits wieder aus dem Ablaufschlauch.

Eine Pumpe musste schnell ausgetauscht werden. © Janis Czymoch © Janis Czymoch

Feuerwehreinsatz wird fortgesetzt

Als unser Reporter den Einsatzort verließ, wurde das Wasser noch fleißig abgepumpt. Zu diesem Zeitpunkt verlief laut Zugführer alles nach Plan. Nach erfolgreicher Beendigung des Einsatzes am Altenheim war für die Halterner und Dorstener Feuerwehrleute noch nicht Feierabend.

Vorgesehen war im Anschluss die Unterstützung der lokalen Kräfte bei weiteren Einsätzen zur Bekämpfung des Hochwassers im Tal. Dies taten auch acht Kräfte des THW-Ortsverbandes Haltern. Sie halfen nach Auskunft der Landesverbandsdienststelle Nordrhein-Westfalen beim Bau von Dämmen aus Sandsäcken.

Die Halterner Einsatzkräfte sollten auch an anderen Krisenorten in Wuppertal aushelfen. © Janis Czymoch © Janis Czymoch
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