Andreas Hebestreit kocht leidenschaftlich gern, mit seinem Foodtruck stand er auf vielen Festen. Auch in Haltern. © Elisabeth Schrief
Café zum alten Bahnhof

Andreas Hebestreit belebt das Lippramsdorfer Bahnhofscafé neu

Jetzt, in Corona-Zeiten, einen wirtschaftlichen Neuanfang zu wagen - dazu gehört Mut. Andreas Hebestreit hat ihn. Er übernimmt das idyllische Café am Alten Bahnhof in Lippramsdorf.

Wer über den Bahntrassenweg von Haltern nach Lippramsdorf radelt oder auch über den Lippedeich von der anderen Seite kommt, hat meistens ein besonderes Ziel: Das „Café zum alten Bahnhof“. Hiltrud und Norbert Arentz führten es erfolgreich sieben Jahre lang, zum 1. Februar 2021 verpachten sie es an Andreas Hebestreit aus Lippramsdorf.

Der serviert seit drei Jahren in seinem Foodtruck unter dem Firmentitel „Eat Schmackofatz“ frisches Essen auf vier Rädern. Der Ausbruch von Corona hat seine Geschäftsidee allerdings zum Stillstand gebracht. Wenn er nun an seine neuen Pläne denkt, ist er besorgt. Das gibt er offen zu. „Aber ich stehe zu meinem Wort“, sagt er und zeigt letztlich doch mehr Mut als Angst.

Bis zur Eröffnung am 5. Februar gibt es noch viel Arbeit

Eigentlich wäre Andreas Hebestreit mit seinem Foodtruck im Dezember auf dem Dülmener Weihnachtsmarkt gewesen. Der wurde wie alle Veranstaltungen abgesagt. „Ich war deutschlandweit unterwegs, immer von donnerstags bis sonntags.“ Das habe ihm sehr viel Spaß gemacht. An den anderen Tagen hat er für ein Halterner Unternehmen gearbeitet. Krankenfahrten gehörten zu seinen Aufgaben, nach dem Ausbruch von Corona ist er auch Taxi gefahren, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Am 30. November hat er gekündigt, um die Vorbereitungen für die Übernahme des Bahnhofscafés zu treffen.

Viele Behördengänge sind notwendig, selbst die Gaststättengenehmigung muss er neu beantragen. Sein Ansprechpartner ist die Stadt Marl, denn der alte Lippramsdorfer Bahnhof gehört seit der kommunalen Neuordnung 1975 zur Stadt jenseits der Lippe. Die Stadt Marl wirbt für dieses Ausflugsziel und hat ein großes Interesse daran, es zu erhalten. Andreas Hebestreit ist froh über ein gutes Miteinander.

Hiltrud Arentz hat mit viel Geschmack das Café eingerichtet, Andreas Hebestreit wird daran nichts ändern.
Hiltrud Arentz hat mit viel Geschmack das Café eingerichtet, Andreas Hebestreit wird daran nichts ändern. © Foto: Holger Steffe © Foto: Holger Steffe

Seinen Foodtruck nimmt der 43-Jährige mit zum Bahnhof, weil er durch die Ausstattung des Wagens mehr anbieten kann als Kaffee und Kuchen. Was auch sein Plan ist. Selbst ein Lieferservice wäre möglich. Die Einrichtung des Cafés hat er gekauft, weil das Ambiente einfach einmalig schön sei. Andreas Hebestreit kann sich als Zusatzangebote durchaus Veranstaltungen an Wochenenden – wie zum Beispiel Weinfeste – vorstellen. Dafür und auch für den Eröffnungstermin am 5. Februar hofft er, dass die Corona-Pandemie endlich eingedämmt werden kann.

Faible für das Kochen führte ihn in die Gastronomie

Beruflich ist Andreas Hebestreit wendig und vielseitig. Er ist gelernter Gas- und Wasserinstallateur sowie Kaufmann, früher führte er eine vollstationäre Pflegeeinrichtigung in Wulfen („die Auflagen haben uns erdrückt“), dann entdeckte er sein Faible für die Gastronomie. Corona hat ihm zuletzt das Leben in der Selbstständigkeit schwer gemacht. Alle Großveranstaltungen – abgesagt! Die Leasingraten für den Truck – liefen weiter!

Durch Zufall hörte er davon, dass ein Pächter für das Bahnhofscafé gesucht wurde. „Ohne Coronakrise wäre das für mich nicht infrage gekommen, denn die Arbeit auf dem Truck war einfach schön.“ Er traf sich mit Hiltrud und Norbert Arentz, die Drei wurden sich handelseinig und schlossen einen Pachtvertrag über drei Jahre.

Seine Frau und seine drei Söhne stehen hinter ihm. Freunde rieten ab. „Aber ich will nicht zurück“, sagt er. Am 5. Februar möchte er das Café am Oelder Weg in Haltern-Lippramsdorf öffnen. Bis dahin arbeitet er zuversichtlich alles ab, was für eine Wiedereröffnung notwendig ist und kreiert die Speisekarte. „Ich hoffe sehr, dass meine Geschäftsidee aufgeht.“

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Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief
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