Angeblich Wolf bei Lavesum gesichtet

Foto sorgt für Diskussionen

Ist es ein schlechter Aprilscherz oder womöglich doch ein ernstzunehmender Hinweis? Auf dem Platzteil Lavesum des Truppenübungsplatzes Haltern soll ein Wolf gesichtet worden sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es für die Sichtung bislang nicht, doch das Gerücht hält sich hartnäckig. Befeuert wird es durch ein Foto, das in Kreisen der Jägerschaft die Runde macht.

LAVESUM

, 19.04.2016, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Einer der beiden Wölfe, die in einem Gehege im Naturwilpark Granat untergebracht sind.

Einer der beiden Wölfe, die in einem Gehege im Naturwilpark Granat untergebracht sind.

Ist der tierische Schnappschuss echt? "Über diese Frage wird derzeit eifrig diskutiert", bestätigt Horst Böke, der als Förster im Auftrag der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) für den Platzteil Lavesum zuständig ist, auf Anfrage unserer Zeitung.

Das Foto zeigt ein wolfsähnliches Tier, verdeckt hinter einem Baumbestand. Die Aufnahme, so die Information des Försters, soll der Sohn eines Jägers aus Hausdülmen am 10. April gegen 16 Uhr am Rand des rund 1400 Hektar großen Geländes, an der Merfelder Straße, gemacht haben. Der Name des jungen Fotografen sei leider unbekannt.

Versteckmöglichkeiten

Was die Sache nicht weniger spannend macht: Unabhängig voneinander, so teilt Heinz Himmelmann, Vorsitzender vom Hegering Haltern mit, hätten sich zwei Personen - ein Jogger und ein Spaziergänger - gemeldet, die an dem gleichen Tag gegen Mittag einen Wolf im Bereich der Hohen Mark gesehen haben wollen.

"Das macht mich stutzig", sagt Horst Böke. Weitere, und vor allem konkrete Indizien, lägen ihm bislang aber nicht vor. "Ausschließen kann ich es nicht. Wir fahren zwar ständig durch das Revier, aber das Gelände ist riesig. Da findet ein Wolf genug Versteckmöglichkeiten."

Niels Ribbrock von der Biologischen Station Kreis Recklinghausen zeigt sich skeptisch. Die Informationslage sei unklar. Ribbrock: "Das Foto könnte überall entstanden sein. Es reicht auch nicht aus, um eindeutig bestimmen zu können, dass es sich hierbei um einen Wolf handelt." Den entscheidenden Beweis könne nur eine genetische Untersuchung, zum Beispiel durch eine Haarprobe, bringen. Unmöglich sei eine Sichtung aber nicht.

Wanderfreudiges Tier

Der Wolf ist in NRW kein Unbekannter mehr. Im Kreis Paderborn wurde am 30. März ein Wolf von einem Auto erfasst, konnte aber selbstständig weiterlaufen. Die Auswertung von Haarproben bestätigte, dass es sich bei dem angefahrenen Tier um einen Wolf handelte. Wenige Tage später war ein junger Wolf in Rietberg (Kreis Gütersloh) von Jungjägern entdeckt und gefilmt worden. Ribbrock: "Der Wolf ist ein wanderfreudiges Tier. Junge Wölfe können bis zu 70 Kilometer pro Tag zurücklegen."

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