Wer sein Auto online verkaufen will, kann vom Betrügern kontaktiert werden. © picture alliance / dpa
Trickbetrug beim Autoverkauf

Angebliche Käufer wollen erstmal Geld: Neue Betrugsmasche in Haltern

Zwei junge Halterner wurden beim Versuch, ihre Autos online zu verkaufen, von Betrügern kontaktiert. Die Polizei warnt vor einer neuen kriminellen Masche.

Zwei junge Halterner wollten ihre gebrauchten Autos über ein Online-Portal verkaufen. Beide erhielten innerhalb kurzer Zeit Anrufe, die sie stutzig machten. Ihre Mutter machte den Fall jetzt im Gespräch mit unserer Redaktion öffentlich.

„Zunächst wollte meine Tochter ihren Gebrauchtwagen verkaufen“, berichtet unsere Leserin. „Dazu stellte sie es in ein Online-Verkaufsportal, einschließlich Fotos und aller Informationen.“

Innerhalb kurzer Zeit erhielt die Tochter einen Anruf einer Frau, die mit osteuropäischem Akzent sprach. „Sie würde das Auto gern kaufen, da sie es ihrem Vater schenken wolle, sagte die Frau“, berichtet unsere Leserin. „Sie akzeptierte den Verkaufspreis (2500 Euro) ohne Verhandlung, gab aber an, sie sei zurzeit auf einer Schiffsreise und könne das Auto nicht selbst abholen. Sie würde ein Logistikunternehmen beauftragen, das Fahrzeug abzuholen, dafür solle ihr meine Tochter aber vorab 1000 Euro überweisen.“

Die Täter begehen „Vorleistungsbetrug“

De Mutter riet ihrer Tochter dringend davon ab, sich darauf einzulassen. Wenige Tage später erhielt ihr Bruder, der ebenfalls ein altes Auto inseriert hatte, ein ähnliches Angebot.

„Diese Masche ist ein inzwischen häufig vorkommendes Betrugsmuster“, sagt dazu Corinna Kutschke, Sprecherin der Kreispolizei Recklinghausen, auf Nachfrage „Man spricht vom sogenannten ‚Vorleistungsbetrug‘. Er läuft immer nach einem ähnlichen Muster ab.“

Bei Verkäufen über Online-Portale würde sich ein vermeintlicher Käufer melden, entweder per Telefon, Messenger-Nachricht oder Chat und sein Kaufinteresse signalisieren. „Es wird normalerweise nicht verhandelt, der Preis wird schnell akzeptiert. Dann heißt es aber immer unter einem Vorwand, man könne die Ware nicht selbst abholen, und für den Transport würden Kosten anfallen, die der Verkäufer zunächst überweisen solle“, so Corinna Kutschke.

Häufig werde als Sicherheit die Einrichtung eines Treuhandkontos angekündigt, auf das dann der Transportkostenbetrag zusätzlich zum Kaufpreis eingezahlt würde.

Auf jeden Fall Anzeige erstatten

„Dieses Treuhandkonto gibt es nie. Wenn man sich darauf einlässt und womöglich die Ware abgeholt wird, dann ist beides weg: das Geld und die Ware. Das sieht man nie wieder“, so die Polizeisprecherin.

Die Masche funktioniert nicht nur bei Autos. Auch Möbel oder andere Waren werden dafür genutzt. „Es können auch Kleingeräte wie beispielsweise Handys

sein“, so Corinna Kutschke. „Und wenn es einmal geklappt hat, wird manchmal noch nachgelegt. Dann werden noch Zollgebühren oder andere Kosten verlangt.“

Die Polizei rät, sich niemals auf solche Vorleistungszahlungen einzulassen. Die Fälle sollten auf jeden Fall zur Anzeige gebracht werden.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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