Anwohner leiden unter Motorrädern in Sythen - Lärm-Messung für Stadt Haltern keine Lösung

hzSythener Straße

Seit Jahren ärgern sich die Anwohner im Elterbreischlag über den Motorrad-Lärm. Die Idee einer Lärm-Messung hat die Stadt jetzt verworfen. Dafür hält sie eine Alternative für sinnvoller.

Sythen

, 20.02.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Lärmbelastung für die Anwohner im Neubaugebiet Elterbreischlag ist seit Monaten ein Thema in Haltern. Die SPD-Fraktion hatte deshalb beantragt, an der Sythener Straße insbesondere während der Motorradsaison von März bis Oktober Messungen vorzunehmen. Nach der Auswertung sollten geeignete Mittel zur Lärmreduzierung gefunden werden, um eventuell eine Lärmschutzwand zu errichten.

Dem Vorschlag der SPD erteilt die Verwaltung aus mehreren Gründen eine Absage. „Überspitzt gesagt wären die Ausgaben für die beantragten Messungen herausgeschmissenes Geld“, erklärten Baudezernent Siegfried Schweigmann und Helmut Lampe als Fachbereichsleiter Ordnung und Soziales in einem Pressegespräch.

  • Allein die Kosten für die vorgeschlagenen Messungen für eine Woche an einem Standort der Sythener Straße würden 13.000 Euro betragen, für einen Zeitraum von März bis Oktober fielen 45.000 Euro an.
  • Die aus der Untersuchung stammenden Ergebnisse würde der Landesbetrieb Straßen NRW nicht akzeptieren. Nach den gesetzlichen Vorgaben muss die Lärmsituation über ein Berechnungsverfahren beurteilt werden.
  • Straßen NRW hat bereits darauf hingewiesen, dass etwaige Kostenbeteiligungen an baulichen Einrichtungen (Lärmschutzwand) für den Landesbetrieb ausgeschlossen sind. Das Baugebiet Elterbreischlag sei in Kenntnis der vorhandenen Landesstraße geplant und realisiert worden.
  • Straßen NRW beruft sich außerdem darauf, dass bei der Aufstellung des Bebauungsplanes Elterbreischlag ausdrücklich auf die Errichtung einer Lärmschutzwand verzichtet wurde. Es wurde davon ausgegangen, dass die Bewohner entweder die Lärmbelastungen in ihrem Ruhebereich hinnehmen oder die Gebäude auf ihren Grundstücken so platzieren, die die Ruhebereiche auf der straßenabgewandten Seite liegen.
  • Eine Lärmschutzwand, um den Elterbreischlag zu schützen, müsste etwa 1000 Meter lang sein und würde über eine Million Euro kosten. Das Geld müsste aus der Stadtkasse kommen, denn die Grundstückseigentümer im Elterbreischlag dürften nicht mehr zur Kasse gebeten werden. Somit müsste die Allgemeinheit für die Kosten aufkommen.
  • Nach der Stellungnahme eines Gutachters würde auch eine mehrere Meter hohe Lärmschutzwand nicht für einen ausreichenden Lärmschutz sorgen. Besonders hoch drehende Motorräder wären noch immer hörbar.
  • Da sich an der Sythener Straße im Bereich des Elterbreischlags kein Unfallschwerpunkt befindet, fällt auch die Möglichkeit aus, das Tempo hier durchgängig von 70 km/h auf 50 km/h zu reduzieren.

Die Verwaltung schlägt regelmäßige Verkehrskontrollen vor

Die Verwaltung schlägt aber Alternativen vor, um die Lärmbelastung der Anwohner im Elterbreischlag zu vermindern. Weil sich laut Straßen NRW regelmäßige Verkehrskontrollen positiv auf die Lärmsituation auswirken, hat sich die Stadt mit einer entsprechenden Anfrage an das Polizeipräsidium Recklinghausen gewandt.

Geschwindigkeitskontrollen bei Motorradfahrern wurden an der Sythener Straße schon häufig durchgeführt.

Geschwindigkeitskontrollen bei Motorradfahrern wurden an der Sythener Straße schon häufig durchgeführt. © (Archiv) Silvia Wiethoff

Parallel dazu hat die Verwaltung den Kreis Recklinghausen und Straßen NRW gebeten, zwei Messpunkte für eine mobile Geschwindigkeitsüberwachung auf der Sythener Straße einzurichten.

Die Kreisverwaltung wolle diese Möglichkeit prüfen, teilte die Verwaltung mit. Darüber hinaus sei bei Straßen NRW angefragt worden, ob Kampagnentafeln, Brückenbanner und Anzeigegeräte für Geschwindigkeit im Bereich der Sythener Straße installiert werden dürfen. Diese sollen bei Verkehrsteilnehmern, vor allem bei Motorradfahrern, für rücksichtsvolles Fahren werben.

Das Thema Verkehrslärm beschäftigt erneut die Politik

Der Stadtentwicklungsausschuss wird am Donnerstag (27. Februar) über die Ablehnung von Geschwindigkeitsmessungen und die Möglichkeit verschärfter Kontrollen entscheiden. Das Thema wird auch den Bau- und Verkehrsausschuss am 3. März (Dienstag) beschäftigten. Hier geht es um den Antrag der WGH, ein Konzept zur Reduzierung des Motorradlärms in Sythen zu erarbeiten.

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