Der übliche Geräuschpegel auf dem Halterner Markt und auch die Festveranstaltungen stören Peter Raßmanns überhaupt nicht. © Silvia Wiethoff
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Anwohner von Halterns Marktplatz zur Straßenmusik: „Man wird bekloppt“

Peter Raßmanns, Anwohner des Halterner Markts, kann mit Straßenfesten, Marktfegen und Geräuschpegel der Gastronomie leben. Nur wegen der Straßenmusiker hat er sich beschwert.

Peter Raßmanns ist einer jener Anwohner der Innenstadt in Haltern, die unter der Straßenmusik leiden. „Ich habe nichts gegen die Stadtfeste, oder wenn einer Marktfegen muss und Musik laufen lässt, oder wenn die Leute bis 1 oder 2 Uhr nachts hier in der ansässigen Gastronomie sitzen, kein Problem. Aber das mit den Gauklern ist zu viel“, hat er in einer Rückmeldung auf den Artikel „Belebend oder nervtötend? Straßenmusiker in der Halterner Innenstadt“ an die Redaktion geschrieben.

Endlich fühlt er sich mit seinem Problem ernst genommen. Es sei einfach nicht auszuhalten, wenn auf dem Marktplatz stundenlang immer die gleiche Musik gespielt werde. „Es macht mich mittlerweile seelisch krank“, sagt der 65-Jährige.

Weil er lungenkrank sei, benötige er ständig frische Luft und habe sein Fenster auf Kipp gestellt.

Bei Straßenmusik kann Peter Raßmanns nicht fernsehen

Sobald die Straßenmusiker auftauchten, sei dies aber nicht mehr möglich. Die Lärmbelästigung sei zu groß. Sogar den Ton im Fernsehen könne er dann nicht mehr verstehen. Bei den Künstlern handele es sich meistens immer um dieselbe Truppe, lässt Peter Raßmanns wissen.

„Man wird bekloppt im Kopf“, schildert er seine Situation. Mehrfach habe er sich mit seinem Problem an die Stadt Haltern gewandt, erklärt er. Zuletzt hat der Rentner im vergangenen Sommer ein Schreiben aufgesetzt und darin unter anderem mitgeteilt, dass beim Musizieren der Barden auf dem Markt, die elektrische Verstärker verwenden, in seiner Wohnung häufig ein Lautstärkepegel von 65 Dezibel überschritten werde.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass bei längerfristiger Einwirkung ab einem solchen Wert bereits ein um 20 Prozent erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen besteht.

Das Halterner Ordnungsamt hat Peter Raßmanns vertröstet. „Soweit eine elektrische Verstärkung verwendet wird, kommt es maßgeblich darauf an, wie hoch die Schallintensität und die Dauer der jeweiligen Beschallung ist – eine pauschale Einschätzung (erlaubt/verboten) kann es insofern nicht geben. Insofern sind gezielte Einzelansprachen der Musizierenden leider auch unumgänglich“, steht in einem Schreiben an den Anwohner des Halterner Markts.

Mitarbeiter des Ordnungsamtes Haltern müssen den Einzelfall prüfen

Außerdem müssten beim Einsatz von außendienstlichen Überwachungskräften Prioritäten gesetzt werden und dabei stehe die Straßenmusik nicht ganz oben auf der Liste.

Peter Raßmanns ist mit dieser Antwort nach wie vor nicht zufrieden, denn auch er hat recherchiert, dass in Städten wie Düsseldorf oder Köln die Verwendung von elektronischen Verstärkern schlicht verboten ist. „Warum nicht in Haltern?“, fragt er sich.

In den letzten Monaten sei es wegen der Coronakrise übrigens etwas ruhiger in Halterns Innenstadt gewesen. Doch pünktlich mit den Lockerungen hätten sich auch wieder die ersten Straßenmusiker auf dem Markt eingestellt. „Es geht wieder los“, sagt Peter Raßmanns und kann sich darüber so gar nicht freuen.

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