Die Koordination von Hilfsorganisationen wie den Maltesern und dem Technischen Hilfswerk sorgte bei Spontanhelfern in den Hochwassergebieten für Ärger. © Malteser
Hilfsorganisationen

Appell an Halterner Bürger: „Langfristig am Katastrophenschutz beteiligen“

In den Flutgebieten entsteht bei Helfern Missmut über die Einsatz-Organisation. Matthias Mersmann von den Halterner Maltesern appelliert an die Bürger, sich einer Hilfsorganisation anzuschließen.

Die Anteilnahme und Hilfsbereitschaft für die betroffenen Opfer der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ist ungebrochen. Viele Helferinnen und Helfer aus Haltern versuchen auch mehr als vier Wochen nach der schrecklichen Hochwasser-Katastrophe verzweifelt Ordnung in die Berge von Schutt, Geröll und Schlamm zu bringen. Doch immer mehr Hilfskräfte verlassen frustriert die Katastrophengebiete.

Als unsere Redaktion unmittelbar nach der verheerenden Nacht zum 15. Juli 2021 mit Halterner Freiwilligen über die Lage in den betroffenen Gebieten sprach, waren viele von ihnen geschockt. Sie konnten die erlebten kriegsähnlichen Zustände kaum in Worte fassen. Manche waren zudem entsetzt über die fehlende Organisation und Koordination der Einsatz- und Hilfskräfte vor Ort.

Einige der Halterner Landwirte – die mit Baggern, Traktoren und Lastwagen die Hilfsorganisationen unterstützen – verlassen die Katastrophengebiete mittlerweile dauerhaft. Dabei wird jede Hilfe weiterhin dringend benötigt.

„Zurzeit gibt es viele Spontanhelfer, was auch toll ist. Auf der anderen Seite teilweise aber auch Missmut in den Berichten aus den Hochwassergebieten, der Katastrophenschutz würde nicht gut helfen“, sagt auch Matthias Mersmann, stellvertretender Stadtbeauftragter der Malteser in Haltern.

Matthias Mersmann (gelbe Warnjacke) arbeitet seit 28 Jahren ehrenamtlich bei den Maltesern.
Matthias Mersmann (gelbe Warnjacke) arbeitet seit 28 Jahren ehrenamtlich bei den Maltesern. © Malteser © Malteser

Bevölkerung fehlen Informationen über Katastrophenschutz

In den vergangenen Wochen wurde die Einsatzorganisation von Helfern immer wieder bemängelt. Es würde keinerlei erkennbare Ordnung und viel Chaos vorherrschen. Viele betroffene Menschen hätten weinend vor ihren gefluteten Kellern gestanden und konnten nicht verstehen, warum zwei Blocks weiter eine Feuerwehreinheit auf einem Parkplatz stundenlang wartete und nicht zur Hilfe anrückte.

„Hier fehlen der Bevölkerung häufig Informationen, dass die Feuerwehr und das THW (Technisches Hilfswerk, Anm. d. Red. ) zunächst kritische Infrastruktur sichern muss und der Keller eines Krankenhauses wichtiger ist als der private Keller“, erklärt Matthias Mersmann.

Spontanhelfer sollen sich dauerhaft engagieren

Daher ruft der Halterner, der hauptberuflich als Bereichsleiter der Caritas beschäftigt ist, die Spontanhelfer auf, sich dauerhaft einer Hilfsorganisation anzuschließen. „Helfen im Katastrophenschutz geht eben nur durch ein langfristiges Engagement in einer der Organisationen, um die nötige fundierte Ausbildung zu erhalten“, sagt Matthias Mersmann.

In Haltern sind mit den Kräften der Feuerwehr, des THW, vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und den Maltesern viele Ortsgruppen vertreten.

Aber was ist eigentlich der Unterschied zwischen der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr? Und wie arbeiten die einzelnen Organisationen im Katastrophenschutz zusammen? Was sind ihre konkreten Aufgaben und wie können sich Interessierte überhaupt engagieren?

Dazu erscheint in den kommenden Wochen eine Berichtserie über die einzelnen Halterner Hilfsorganisationen in unserer Zeitung.

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Ist passionierter und aktiver Sportler aus dem schönen Bergischen Land und seit 2011, ursprünglich wegen des Studiums, im Ruhrgebiet unterwegs. Liebt die Kommunikation mit Menschen im Allgemeinen und das Aufschreiben ihrer Geschichten im Speziellen.
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