Die Lage an der Lippe hat sich entspannt. So sah der Fluss am Freitagmorgen an der Lippramsdorfer Straße aus. © Jürgen Wolter
Lippe

Auenlandschaften an der Lippe haben ihre wichtige Funktion gezeigt

Der Lippeverband gibt für sein gesamtes Zuständigkeitsgebiet Entwarnung. Der Pegelstand der Lippe in Haltern sinkt. Zum Hochwasserschutz haben die Auenlandschaften beigetragen.

In vielen Bereichen von Nordrhein-Westfalen ist die Lage noch immer dramatisch. Dagegen kann der Lippeverband für sein Zuständigkeitsgebiet Entwarnung melden. „Zum Glück entspannt sich die Lage an der Lippe gerade komplett“, teilte Sprecherin Ann-Kathrin Lappe am Freitagmorgen auf Anfrage mit. In Haltern lag der Pegel am Freitag (16. Juli) um 12 Uhr bei 3,35 Meter und zeigte sinkende Tendenz.

Am Abend zuvor war gegen 21 Uhr ein Höchststand von 4,32 Meter erreicht worden. Ein Pegelstand von 5,50 Meter, der Hochwasseralarm der Stufe 1 auslöst, wurde nur in Dorsten erreicht. Der Lippeverband beobachtete die Lage, musste aber in Haltern keine Mitarbeiter in Bereitschaft versetzen.

Eine Nische für Tiere und Pflanzen

Anne-Kathrin Lappe betonte den Beitrag der Auenbereiche an der Lippe, die in der Lage sind, Wasser aufzunehmen und als Retentionsräume dienen. Es handele sich um ökologisch hochwertige Bereiche, die auch Tiere und Pflanzen eine Nische bieten würden. „Das sind wichtige Pufferzonen“, sagte sie. Zuletzt sei beispielsweise am neuen Deich in Lippramsdorf eine rund 60 Hektar großen Auenlandschaft geschaffen worden. „Wir brauchen mehr davon“, so die Sprecherin des Lippeverbandes.

Laut Wetterprognose seien im Lippe-Gebiet und in Haltern in den nächsten zwei Tagen keine signifikanten Niederschläge zu erwarten, teilte Anne-Kathrin Lappe mit. Deshalb gehe man davon aus, dass sich die Lage weiter beruhige. Die nächsten beiden Tage werde es wohl niederschlagsfrei bleiben und teilweise sogar sonnig werden.

Die Lippefähre in Haltern bleibt außer Betrieb

Die Lippefähren in Haltern und Dorsten bleiben bis auf Weiteres außer Betrieb. Wegen des immer noch relativ hohen Wasserstandes und der Fließgeschwindigkeit bestehe ein zu großes Risiko, teilte Anne-Kathrin Lappe mit.

Sie ist in Gedanken jetzt viel bei ihren Kollegen des Erft- und Ruhrverbandes, wo Menschen ihr Leben verloren haben und das ganze Ausmaß der Hochwasserschäden noch gar nicht abzusehen ist.

Sie verwies darauf, wie wichtig es angesichts der Folgen des Klimawandels sei, jetzt zu handeln. Der Lippeverband mache sich für die Entsiegelung von Flächen stark und unterstütze beispielsweise die Initiative „Wasser in der Stadt von morgen“ des Regionalverbands Ruhr. Seit Jahren setze sich der Lippeverband für mehr Grün in den Städten ein, wozu unter anderem auch mehr Gründächer und weniger Schottergärten gehörten.

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Silvia Wiethoff

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