Anfang Januar wurden in den Halterner Seniorenheimen, hier im ASB Seniorenzentrum Karstege, die ersten älteren Menschen geimpft. Sie bekommen bald eine Auffrischungsimpfung. © Arne Pöhnert
Coronavirus

Auffrischimpfungen in Haltern starten bald – einzelne Dosen vernichtet

Nach der STIKO-Empfehlung ist die Nachfrage nach Kinderimpfungen in den Halterner Praxen gestiegen. Leider mussten auch schon Impfdosen vernichtet werden, weil Patienten nicht zum Impftermin kamen.

Aufgrund der jetzt vorliegenden Daten von deutlich mehr geimpften Kindern im Alter von 12 bis 18 Jahren kann die Impfung dieser Altersgruppe jetzt uneingeschränkt empfohlen werden. Unter Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses und der derzeit kursierenden Delta-Variante, die auch bei Jüngeren schwerere Verläufe hervorruft, rät die STIKO jetzt auch Jugendlichen zur Impfung mit Impfstoff von Biontech oder Moderna (mRNA-Impfstoff).

Kurzfristige Impftermine sind möglich

Dazu äußert sich Dr. Astrid Keller im Namen der Halterner Ärzteschaft: „Beide Impfstoffe sind sehr sicher und sehr wirksam. In der Regel sollten Eltern bei den Ärzten vorsprechen, bei denen die Kinder in Behandlung und damit bekannt sind. Impfstoff ist ausreichend vorhanden“, teilte Keller mit. Die Anfragen in den Praxen seien seit Bekanntwerden der STIKO-Empfehlung mehr geworden, trotzdem könne man recht kurzfristig Impftermine anbieten, so die Ärztesprecherin.

Allgemein impften die Halterner Praxen fast nur noch Biontech, erklärte Keller auf Nachfrage. Da die Einhaltung der Impftermine nicht mehr so verlässlich sei wie zu Beginn der Kampagne, habe man einzelne Dosen verwerfen müssen. „Wir versuchen im Kollegenkreis, überzählige Impfdosen zu verteilen oder rufen zusätzlich Patienten an. Wenn jetzt die Auffrischungen anlaufen, werden wir mit überzähligen Impfungen unsere Hausbesuchspatienten versorgen, so dass alles verbraucht werden kann“, erklärt die Ärztin.

Des Weiteren werden ab September in den Halterner Seniorenheimen Auffrischimpfungen durch die behandelnden Ärzte durchgeführt. Allen Personen über 80 Jahren und stark Immungeschwächten oder Immunsupprimierten wird eine Auffrischung sechs Monate nach der letzten Covid19-Impfdosis empfohlen. Hierfür können Patienten ebenfalls ab September bei Ihren Hausärzten Termine vereinbaren.

Auffrischimpfungen werden nicht unberechtigt eingefordert

Ebenso sollen alle Personen, die bisher den Vektorimpfstoff (Astrazeneca oder Johnson&Johnson) erhalten haben, sechs Monate nach der letzten Dosis eine Auffrischung mit mRNA-Impfstoff (Biontech/ Moderna) erhalten, um die Wirksamkeit gegenüber der Delta-Variante aufrecht zu erhalten. Auffrischimpfungen würden in Haltern oft nachgefragt, aber nicht unberechtigt eingefordert. Keller: „Alle Impfungen können bei den niedergelassenen Ärzten erfolgen, die Impfzentren werden ja demnächst geschlossen.“ Viele Patienten hätten ihre zweite Dosis des Astrazeneca-Impfstoffs ja erst im Juni/Juli erhalten, so dass die Auffrischung erst zum Jahreswechsel nötig sei.

Alle anderen Personen, die zwei Mal mit mRNA-Impfstoff (Biontech/Moderna) geimpft wurden oder eine Kreuzimpfung (Astrazeneca/Biontech) erhalten haben, erhalten in der Regel keine Auffrischung.

Auffrischimpfungen sind ein Angebot, beschlossen durch die Gesundheitsministerkonferenz. Die STIKO hat sich hierzu noch nicht geäußert, entsprechende Studien laufen, eine Stellungnahme der STIKO ist zu erwarten.

Eindruck: „Impfquote in Haltern überdurchschnittlich hoch“

Die Impfnachfrage für Erstimpfungen bei Erwachsenen in Haltern sei nicht sehr hoch, berichtet Keller. Patienten, die regelmäßig in den Hausarztpraxen vorsprechen, sind zu einem hohen Prozentsatz geimpft. „Leider haben wir für Haltern allein keine Statistik. Mein persönlicher Eindruck ist aber, dass wir eine überdurchschnittlich hohe Impfquote in Haltern haben“, so die Ärztin.

Erinnerung an die Grippeimpfung

In diesem Zusammenhang erinnern die Halterner Ärztinnen und Ärzte auch an die ab September/Oktober wieder verfügbare Impfung gegen Grippe, die ebenfalls nicht vergessen werden sollte. Dr. Astrid Keller und ihre Kollegen gehen davon aus, dass die Produktionsmengen angepasst wurden und ausreichend Impfstoff vorhanden sei.

Jeder könne sich gegen Grippe impfen lassen, besonders empfohlen ist die Impfung ab 60 Jahren, bei chronischen Erkrankungen (z.B. Diabetes, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen) und Immungeschwächten oder bei Menschen, die im medizinischen Bereich tätig sind oder sonst zum Beispiel durch ihren Beruf viele zwischenmenschliche Kontakte haben, schreiben die Halterner Ärzte.

Über die Autorin
Redakteurin
Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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