Dank eines guten Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamtlichen verlief die Impfaktion in der Flüchtlingsunterkunft Lorenkamp vorbildlich. Bürgermeister Stegemann dankte für den Einsatz. © Ingrid Wielens
Geflüchtete in Haltern

Aufnahmen seit Januar: Für 45 Geflüchtete wird Haltern zur neuen Heimat

Alle Wohnungen für geflüchtete Menschen am Lorenkamp und an der Wasserwerkstraße sind belegt. In den nächsten Tagen kommen noch zwei syrische Familien und eine alleinstehende Frau aus China.

Haltern nimmt in dieser und in der nächsten Woche zwei geflüchtete syrische Familien mit sechs beziehungsweise sieben Familienmitgliedern auf sowie eine alleinstehende Frau aus China. Diese wurden von der Bezirksregierung Arnsberg der Seestadt zugewiesen. Im Zeitraum zwischen Januar bis Mai suchten bereits 31 Geflüchtete in Haltern Schutz vor Krieg und Gewalt. Es handelt sich um Staatsangehörige aus Syrien, Afghanistan, der Mongolei und dem Iran.

„Das führt dazu, dass sämtliche Wohnungen an unseren Hauptstandorten Lorenkamp und Wasserwerkstraße inzwischen belegt sind“, erklärte Bürgermeister Andreas Stegemann im Ausschuss Generationen und Soziales, der am Dienstagabend (8. Juni) in der Seestadthalle tagte. Als kurzfristige Übergangslösung ist für drei Familien Platz in Klassenräumen der ehemaligen Erich-Kästner-Schule.

In nächster Zeit werden zehn weitere Personen erwartet

Aktuell leben in den städtischen Unterkünften und in den von der Stadt angemieteten Privatwohnungen 230 Menschen. Darüber hinaus gibt es drei Großfamilien mit insgesamt 25 Familienmitgliedern, die ein Zuhause in drei Einfamilienhäusern in Flaesheim gefunden haben. Diese Wohnungen stellt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zur Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung.

Nach der aktuellen Verteilerstatistik der Bezirksregierung Arnsberg werden nach Auskunft von Bürgermeister Stegemann in den nächsten Wochen möglicherweise noch weitere zehn Personen erwartet.

Bürgermeister dankt für gelungene Impfaktion

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, sich bei allen Beteiligten für die gelungene Impfaktion an der städtischen Unterkunft Lorenkamp am 1. Juni zu bedanken. Aus seiner Sicht habe das Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamt hervorragend funktioniert. Während die Verwaltung im engen Austausch mit dem mobilen Impfteam den organisatorischen Part erledigten, kümmerten sich die Mitarbeiter des Caritasverbandes mit Familienpaten um die Abfrage der Bereitschaft bei den Flüchtlingen. Darauf sei die hohe Resonanz von 133 Erwachsenen auf das Impfangebot zurückzuführen, betonte Stegemann.

Eine weitere schöne Aktion sei das Einsäen einer Blumenwiese am Lorenkamp, initiiert vom Netzwerk „Brücken bauen“. Stegemann: „Das Netzwerk konnte mit technischer Unterstützung der Firma Mertmann diese 250 Quadratmeter große Fläche bereits so weit bearbeiten, dass aus der zuvor ungenutzten Brachfläche hoffentlich eine blühende Blumenwiese entstehen wird.“

Stegemann: „Wirkung einer guten Sache verschenkt“

Andreas Stegemann ging im Ausschuss auch noch einmal auf die Aktion des Asylkreises Haltern am 5. Juni auf dem Marktplatz ein. Im Anschluss an diese Veranstaltung wurde ab 12 Uhr eine Fahrraddemonstration in Richtung Münster gestartet. Zu beiden Veranstaltungen hatte der Asylkreis eingeladen und bei der Einladung einen Aufruf der Initiatoren der Fahrraddemo aus Münster beigefügt. Darin wurde eine klare Wahlempfehlung gegen die CDU ausgesprochen.

„Daraufhin habe ich die zuvor vorgesehene Entsendung der Fahrraddemo abgesagt und mich lediglich zur Eröffnung der ersten Veranstaltung auf dem Marktplatz bereit erklärt. Mir ist wichtig, dass die gute Zusammenarbeit des Asylkreises mit der Verwaltung und der CDU in Haltern am See Bestand hat“, nahm er Stellung. Er halte die Versendung der Anti-Wahlempfehlung jedoch ausdrücklich nicht für eine „lediglich unglückliche Formulierung“, wie es in der Halterner Zeitung zu lesen gewesen sei.

Vielmehr habe in unserem Zeitungsbericht vom 3. Juni ausdrücklich gesagt: „Die Einladung spricht gegen mein Verständnis von Unparteilichkeit und ich finde es schade, dass die Wirkung einer guten Sache für den Wahlkampf verschenkt wird.“ In persönlichen Gesprächen vor Ort mit dem Asylkreis habe aus seiner Sicht eine Klärung erreicht werden können.

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Redaktion Haltern
Haltern am See ist für mich Heimat. Hier lebe ich gern und hier arbeite ich gern: Als Redakteurin interessieren mich die Menschen mit ihren spannenden Lebensgeschichten sowie ebenso das gesellschaftliche und politische Geschehen, das nicht nur um Haltern kreist, sondern vielfach auch weltwärts gerichtet ist.
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Elisabeth Schrief
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