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Alle Mängel behoben, meldet der Betreiber der „Seniorenresidenz Sythen am See“. Die Heimaufsicht fordert allerdings nachhaltige Lösungen.

Sythen

, 10.10.2018 / Lesedauer: 3 min

Der Belegungsstopp, den die Heimaufsicht des Kreises Recklinghausen für das Altenheim der Alloheim GmbH verhängte, besteht nach wie vor. Auf Anfrage der Redaktion bestätigte die Kreisverwaltung am Mittwoch, dass sie die Situation in der „Seniorenresidenz Sythen am See“ weiterhin überprüft und im Kontakt mit dem Betreiber ist.

Mitte September war der Aufnahmestopp nach einem unangekündigten Besuch der Heimaufsicht in der Einrichtung am Dietrich-Bonhoeffer-Weg vorläufig angeordnet worden. Mängel waren besonders bei der Personalbesetzung festgestellt worden. So waren bei der Kontrolle insgesamt zu wenige Mitarbeiter und darüber hinaus zu wenige Fachkräfte anzutreffen. Die Heimaufsicht war vom Heimbeirat des Hauses alarmiert worden, der sich um die Bewohner Sorgen gemacht hatte.

„Zu unserem Bedauern hat die ‚Seniorenresidenz Sythen am See‘ in der Vergangenheit vorübergehend nicht in allen Punkten unsere hohen Ansprüche erfüllt“, teilte das Unternehmen mit. Um ein „durchgängig gutes Qualitätsniveau herzustellen“, habe man zusätzliche Stammkräfte eingestellt. Nunmehr liege die Personalbesetzung in Sythen „nachweislich weit über dem gesetzlich vorgegebenen Pflegeschlüssel und auch deutlich über den mit den Pflegekassen verhandelten Werten“. In der Einrichtung seien jetzt „nahezu ausschließlich fest angestellte Pflegekräfte tätig“

Alloheim will das Qualitätsmanagement verbessern

Fachlich und organisatorisch werde die Pflegequalität durch ein zentrales Qualitätsmanagement unterstützt, das „an sieben Tage der Woche mit mehreren Experten vor Ort“ sei.

Vertreter der Alloheim GmbH werden am Donnerstag in der Ratssitzung zur ausführlicheren Stellungnahme erwartet. Die Stadt drängt auf eine Lösung, denn sie ist vertraglich an den Altenheimbetreiber Alloheim gebunden. Auch wenn die Einrichtung in Zukunft nicht zufriedenstellend geführt würde, gibt es keine Ausstiegsklause.

Der Vorsitzende des Heimbeirats, Jürgen Koch, hofft sehr, dass die Seniorenresidenz bald für gute Schlagzeilen sorgen wird. „Wenn sich das Ganze zum Guten wenden würde, wäre mir das sehr lieb“, sagte er am Mittwoch im Gespräch mit der Redaktion. Daran hat er auch ein persönliches Interesse. Seine Mutter befinde sich zurzeit zwar in einer Rehamaßnahme, aber sie möchte danach gern wieder in das Sythener Altenheim zurückkehren. Hier habe sie sich eingelebt und Kontakt gefunden“, erklärte Jürgen Koch.

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Der Heimbeirat wolle dem Betreiber Alloheim Zeit geben, um besonders die Personalprobleme nachhaltig zu lösen. Eine Lösung könne hier sicher nicht von heute auf morgen erreicht werden, verwies Jürgen Koch auf die insgesamt angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt in der Altenhilfe. Als Kontrollorgan habe der Heimbeirat die Lage in der Einrichtung aber weiter im Blick. Wie Jürgen Koch berichtete, hat Alloheim nach Bekanntwerden des Belegungsstopps in der Öffentlichkeit den Kontakt sowohl zum Heimbeirat als auch zu den Nachbarn des Altenheims gesucht. Beide hatten Missstände der Einrichtung benannt.

Heimaufsicht kündigit weitere Kontrollen an

Die Heimaufsicht kündigte am Mittwoch an, dass sie die Zustände in der Sythener Seniorenresidenz weiterhin kontrollieren werde. Dazu gehörten auch unangekündigte Besuche in der Einrichtung. Ein Belegungsstopp ist ein vom Gesetzgeber eingeräumtes Mittel, um Missstände in der Altenhilfe abzustellen. Es muss nicht allzu häufig angewendet werden. Im vergangenen Jahr hat die Heimaufsicht des Kreises, die für 119 Einrichtungen zuständig ist, einmal von diesem Instrument Gebrauch gemacht.

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