Toddy Geldmann, Iris Schumann und Martina Hörstrup (v.r.) reißen die Zäune ein: Jupps Biergarten öffnet wieder den Gastronomiebereich. © Jürgen Wolter
Außengastronomie öffnet wieder

Außengastronomie öffnet wieder: Bei „Jupp“ werden Zäune eingerissen

Die Gastronomen in Haltern am See werden aktiv: Sie bereiten die Öffnung der Biergärten und Außenbereiche vor. Nur ein kleiner Wermutstropfen trübt die gute Stimmung.

Toddy Geldmann reißt Zäune ein: Zusammen mit seiner Schwester Martina Hörstrup und Mitarbeiterin Iris Schumann baute der Inhaber von Jupps Biergarten die Begrenzungen ab, mit denen die Gäste während des Außer-Haus-Verkaufs daran gehindert wurden, auf den Bänken des Biergartens Platz zu nehmen.

„Ich freu mich riesig darauf, endlich wieder Bier in Gläsern zapfen zu können und nicht in Plastikbechern“, sagt Geldmann. Auch die Mengen an Verpackungsmüll waren eins der Probleme, die die Gastronomen während des Lockdowns beschäftigt haben. „Damit hatte ich echt ein schlechtes Gewissen“, sagt Geldmann.

Inzidenzwerte stimmen hoffnungsfroh

Am meisten fehlte den Wirten aber der Kontakt zu den Gästen, die Möglichkeit, sie wieder in den eigenen Räumen oder zumindest im eigenen Außenbereich bewirten zu können. Ab Freitag ist das wieder möglich. Die Inzidenzwerte im Kreis Recklinghausen sind seit Mittwoch fünf Tage lang in Folge unter dem Grenzwert von 100 geblieben. Damit dürfen wohl zunächst die Außengastronomiebereiche wieder öffnen.

Im  Sand am Spielplatz wachsen kleine Buchen: Rainer Grawe (r.) und  Thorsten Schumann tauschen in Jupps Biergarten deshalb den Sand aus.
Im Sand am Spielplatz wachsen kleine Buchen: Rainer Grawe (r.) und Thorsten Schumann tauschen in Jupps Biergarten deshalb den Sand aus. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

„Die Zahlen sehen zurzeit ermutigend aus“, freut sich auch Christian Zehren, Sprecher des Halterner Hotel- und Gaststättenverbandes und Betreiber von Rossini, Kajüte und Kombüse: „Wir werden am Freitag mit allen Betrieben wieder starten“, kündigt er an.

Nur das Wetter könnte eventuell nicht mitspielen. „Wir schauen ständig auf alle möglichen Wetterapps“, sagt Christian Zehren. „Das Wetter soll nicht grade optimal werden. Aber wir haben uns gesagt: Was soll‘s, wir fangen jetzt einfach an.“ Christian Zehren rechnet damit, dass auch bei schlechtem Wetter viele Gäste über das lange Pfingstwochenende kommen werden.

„Ich vermute mal, dass einige selbst bei Witterungsbedingungen draußen sitzen werden, bei denen sie normalerweise nicht kommen würden, sei es mit Schirm oder Regencape.“ Auch bei den Gästen ist das Bedürfnis groß, sich endlich mal wieder in der Gastronomie bewirten lassen zu können.

Besucherandrang lässt sich schwer abschätzen

Damit rechnet auch Stephan Föcker vom Landhaus Föcker in Lippramsdorf. „Wir müssen auch noch einige Detailfragen klären, aber zum Glück hatten wir jetzt einiges an Vorlaufzeit, um uns vorzubereiten“, sagt er. Ob alle bestellten Waren geliefert werden könnten, sei noch nicht ganz sicher. Auch den Besucherandrang könne man nur schwer abschätzen. „Aber insgesamt sind wir einfach froh, wieder loslegen zu können.“

Iris Schumann und Martina Hörstrup freuen sich, endlich wieder Gäste in Jupps Biergarten begrüßen zu dürfen.
Iris Schumann und Martina Hörstrup freuen sich, endlich wieder Gäste in Jupps Biergarten begrüßen zu dürfen. © Jürgen Wolter © Jürgen Wolter

Dass das Wetter vielleicht für einen etwas ruhigeren Betrieb sorgt, könne auch ein Vorteil sein, findet Toddy Geldmann. „So können wir langsam wieder hochfahren und werden nicht gleich überrannt“, sagt er. Schließlich gelte es, eine Reihe von Vorschriften zu beachten: Am Eingang wird ein Tisch stehen, an dem kontrolliert wird, ob der Gast zweimal geimpft ist, einen aktuellen Test nachweisen kann oder bereits von einer Coronaerkrankung genesen ist.

Das sind die Voraussetzungen, die für einen Besuch erfüllt werden müssen. Auch die Erfassung der Daten ist weiterhin erforderlich. „Das ist schon ein Aufwand, den wir erst mal bewältigen müssen. Es ist gut, wenn sich das einspielen kann“, so Toddy Geldmann. Er will am Rand des Biergartens eine eigene Teststation eröffnen.

Chat mit dem Ordnungsamt

Martina Hörstrup freut sich, dass das komplette Team der Mitarbeiter wieder an Bord ist. In Jupps Biergarten hat das Team dafür gesorgt, dass immer der gesamte Bereich gepflegt wurde. Dadurch sind jetzt nicht ganz so umfangreiche Vorbereitungen nötig, lediglich der Sand am Spielplatz wird noch ausgetauscht, dort haben sich viele kleine Buchen ausgesät.

Christian Zehren hat einen Chat für die Gastronomen mit dem Halterner Ordnungsamt organisiert. „Da können wir noch ausstehende Fragen klären und es muss nicht jeder einzeln bei der Stadt anrufen“, sagt er.

Über den Autor
Redaktion Haltern
Studium der Germanistik, Publizistik und Philosophie an der Ruhr Universität Bochum. Freie Autorentätigkeit für Buchverlage. Freier Journalist im nördlichen Ruhrgebiet für mehrere Zeitungshäuser. „Menschen und ihre Geschichten faszinieren mich nach wie vor. Sie aufzuschreiben und öffentlich zugänglich zu machen, ist und bleibt meine Leidenschaft.“
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Jürgen Wolter

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