Autofahrer aus Hullern ärgert sich über irritierende Ampelschaltung

hzNach tödlichem Unfall

Paul Ziplies macht eine irreführende Ampelschaltung für den tödlichen Unfall am Hullerner Kreuz verantwortlich. „Es wäre traurig, wenn hier nichts geändert würde“, sagt er.

Haltern

, 09.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der tragische Unfall ereignete sich am 4. August. Ein 19-jähriger Bergkamener fuhr stadtauswärts auf der Hullerner Straße und wollte am Hullerner Kreuz nach links in den Stockwieser Damm einbiegen. Dabei erfasste er einen aus der Gegenrichtung kommenden Motorroller, auf dem Vater (44) und Sohn (12) saßen. Der Familienvater aus Datteln erlag einen Tag später seinen schweren Verletzungen. Sein Sohn wurde mit dem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen.

In letzter Sekunde

„Diese Kreuzung bringt viele Autofahrer in Schwierigkeiten“, findet Paul Ziplies aus Hullern. Er selber ist täglich auf der Strecke unterwegs und bereits mehrmals Unfällen in letzter Sekunde entkommen. „Es passiert mir immer wieder, dass mir die Vorfahrt genommen wird“, sagte er gegenüber der Halterner Zeitung.

Die Gefahr macht er in der Ampelschaltung aus. Den Verkehr stadteinwärts von Hullern nach Haltern regelt am Hullerner Kreuz eine doppelte Ampel - das eine Signal gilt für die Geradeaus-Fahrer, das andere für die Linksabbieger (in den Flaesheimer Damm). „Diese Signalanlagen sind unterschiedlich geschaltet. Der Linksabbieger hat früher Rot als der Autofahrer auf der Geradeausspur“, erläutert Paul Ziplies.

Der Gegenverkehr achte in vielen Fällen nur auf den Wartenden, registriere aber nicht, dass auf der Geradeausspur noch Grün gelte. „Das ist total verwirrend“, findet der Hullerner. Er ist der Ansicht, beide Ampeln müssten gleichgeschaltet sein, um den entgegenkommenden Verkehr nicht zu verwirren.

Auf der Spur von Haltern kommend gibt es am Kreuz nur eine Ampel, die Linksabbieger müssen hier grundsätzlich aufmerksam sein und die Vorfahrt achten.

Landesbetrieb wird aktiv

Paul Ziplies hat vor gut einem halben Jahr beim Landesbetrieb Straßen NRW auf die Situation aufmerksam gemacht. „Alles ist tadellos, habe ich dort zur Antwort bekommen“, ärgert er sich.

Frank Hoffmann, Sachgebietsleiter „Betrieb und Verkehr“ bei Straßen NRW, ist die Problematik nicht bekannt. Sicherheit besitze bei der Schaltung von Ampeln oberste Priorität, entsprechend sei die Anlage am Hullerner Kreuz ausgerichtet. Aber Frank Hoffmann nimmt die Anregungen von Paul Ziplies auf, wird sie der Stadt Haltern und auch der bei der Bezirksregierung angesiedelten Unfallkommission vortragen. „Die Kommission muss dann entscheiden, ob Änderungen dort notwendig sind.“ Paul Ziplies hat einen weiteren Vorschlag: „Ein Linksabbieger-Signal würde Leben retten.“

„Unauffällige Kreuzung“

Laut Auskunft der Polizeibehörde Recklinghausen handelt es sich bei der Kreuzung nahe des Stausees nicht um einen „Unfall auffälligen Bereich“. Als Unfallschwerpunkt wird ein Streckenabschnitt oder ein Knotenpunkt bezeichnet, an dem sich ähnliche Unfallarten, -typen oder -ursachen häufen. Dafür werden Grenzwerte festgelegt, die bestimmen, ob ein Streckenabschnitt als Unfallhäufungsstelle bezeichnet wird. Polizeisprecher Michael Franz dazu: „Erst wenn sich an einer Stelle mehr als drei Unfälle gleicher Art pro Jahr ereignen, sprechen wir von einem auffälligen Bereich.“

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