Autokino zeigt bald letzten Film - Betreiber haben bereits neue Pläne

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Das Autokino am Bikertreff Vogel war eines der ersten seiner Art nach dem Ausbruch des Coronavirus. Doch bald läuft dort der letzte Film. Die Betreiber haben schon Pläne für die Zeit danach.

Haltern

, 17.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der erste Plan war für zwei Wochen, dann wurde das Autokino am Bikertreff Vogel um weitere 1,5 Monate bis Ende Mai verlängert. Bald dürfen Kinos aber wieder unter Corona-Auflagen öffnen. Doch die Betreiber der Marler Loe Studios und des Autokinos haben andere Pläne. Ein Autokino wird es ab Juni jedoch nicht mehr geben - dafür ist etwas anderes geplant.

Mit einem Rückgang der Besucherzahlen hatte Colin Germesin, der gemeinsam mit Max Meynigmann die Loe Studios betreibt, gerechnet, erzählt er. Die sinkenden Zuschauerzahlen würden vor allem an der großen Konkurrenz liegen. Schon Mitte April hatte er gesagt, weitere Autokinos „sprießen nur so aus dem Boden“.

70.000 Euro wurden in neue Technik investiert

Dennoch ist er mit den vergangenen Wochen zufrieden. Noch immer würden durchschnittlich über 50 Prozent der Tickets verkauft werden. „Unser Konzept ist voll aufgegangen“, sagt er. Im Zuge ihrer verlängerten Genehmigung für das Autokino hatten er und Meynigmann noch mal 70.000 Euro in neue Technik investiert.

Ein neuer Projektor und ein sogenannter „Air Screen“, eine aufblasbare Leinwand, wurden angeschafft. Dadurch konnten die beiden wieder kinoaktuelle Filme zeigen. Zuvor liefen im Autokino nur Filme, die bereits überall erhältlich sind - so wie es auch bei den meisten anderen Autokinos der Fall ist.

Mit dem Ablaufen der aktuellen Genehmigung bis Ende Mai wird nun aber auch das Autokino auf dem Gelände am Bikertreff Vogel enden. Derzeit befinden sich die Kinobetreiber mit der Stadt Marl in Gesprächen, um mit einem passenden Hygienekonzept ein Open-Air-Kino zu organisieren. Die Autos verschwinden also, das Kino aber soll bleiben.

Kinos dürfen wieder öffnen, wollen es aber nicht

„Die Leute können dann bei uns parken und es sich mit einer Picknickdecke bequem machen“, erklärt Colin Germesin das neue Konzept. Das Open-Air-Kino soll auf dem gleichen Gelände wie bislang das Autokino stattfinden. Für die Mitarbeiter der Loe Studios bedeutet der Wechsel zum Open-Air-Kino aber einen gewissen Mehraufwand. „Autos rangieren ist einfacher als Menschen zu rangieren“, sagt Germesin, der aller Voraussicht nach Ende Mai auch die Loe Studios wieder öffnen dürfte.

Aber: Ihr Kino wieder zu öffnen, kommt für die Betreiber derzeit nicht in Frage. Die Erlaubnis, den Betrieb wieder aufzunehmen, „hilft der Kino-Branche überhaupt nicht“, sagt Colin Germesin. Er schätzt, dass rund 80 Prozent der Kinobetreiber, mit denen er Kontakt hat, ebenfalls ihre Säle weiterhin geschlossen lassen. Würden sie öffnen und alle Corona-Auflagen einhalten, könnten gerade mal 20 Personen in einem 160-Plätze-Saal einen Film gucken, erklärt er. Im Open-Air-Kino hätten auf jeden Fall mehr Zuschauer Platz.

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