Die Bahn verspielt in Haltern das Vertrauen der Kunden Aus dem Alltag einer Pendlerin

Der Bahnhof in Haltern
Die Bahn in Haltern kommt in den vergangenen Wochen oft zu spät und verspielt damit das Vertrauen der Menschen, meint unsere Autorin. © Montage: Varga
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Nehmen wir an, Sie und ich wären Freunde, aber diese Freundschaft hat einen Haken. Jedes Mal, wenn wir uns verabreden, schreibe ich Ihnen, dass es heute leider 5 Minuten später wird. Diese Nachricht schreibe ich Ihnen alle fünf Minuten, bis ich nach einer Stunde dann doch mit einer nebulösen Erklärung einfach gar nicht mehr am Treffpunkt auftauche.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mir die Freundschaft nach ein paar Wochen aufkündigen würden, wäre sehr hoch – verständlicherweise. Und genau diese Art von toxischer Freundschaft führe ich seit Monaten mit dem Bahnverkehr in Haltern. Ich fahre wirklich gerne Bahn und bin mangels Auto auch darauf angewiesen, aber die Unzuverlässigkeit der vergangenen Wochen kann selbst eine hartgesottene Pendlerin in den Wahnsinn treiben.

Ständig verspäten sich Züge um mehr als 30 Minuten, fallen ohne Mitteilung gleich ganz aus oder der Schienenersatzverkehr fährt plötzlich fünf Minuten früher ab als geplant. Da hilft es auch überhaupt nicht, dass es am modernen und schicken neuen Bahnhof keine großen Displays gibt, auf denen Verspätungen angezeigt werden.

Schlechte Anzeigen und wenig Infos

Stattdessen müssen entnervte Bahnfahrer wie nicht ganz gescheit warten, bis die pixelige Durchlaufanzeige ihre Informationen kurz über den Bildschirm huschen lässt. Bei der Masse an Verspätungen kann man schon gut und gerne mal ein paar Minuten in der Landschaft stehen, bis man seine Informationen hat.

Es ist natürlich klar, dass Reparaturen und Gleisarbeiten durchgeführt werden müssen. Es ist nur die Art, die mich bei der Bahn in den Wahnsinn treibt. Entweder die Züge, die kommen, sind pünktlich oder man sorgt eben für vernünftigen SEV. Aber fast jeden Zug in Haltern zu spät kommen zu lassen und dann am Gleis noch nicht mal richtig zu informieren, ist ein Unding. Zur Verkehrswende gehört viel Vertrauen in die Schiene, aber genau das verspielt die Bahn in Haltern gerade. Schade.

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