Im Februar 2017 ermittelte die Polizei in Flaesheim, nachdem ein Mitarbeiter einen Überfall gemeldet hatte. © Foto: Jürgen Wolter
Prozess

Banküberfall in Flaesheim: Angeklagten wird jetzt der Prozess gemacht

2017 hatte ein Überfall auf die Volksbankfiliale in Haltern-Flaesheim für Aufsehen gesorgt. Wie sich später herausstellte, soll der Überfall fingiert gewesen sein. Jetzt kommt es zum Prozess.

Mehr als vier Jahre ist es her, als am 10. Februar 2017 in den frühen Morgenstunden die Filiale der Volksbank in Haltern-Flaesheim zum Schauplatz eines Banküberfalls wurde. So hat es zumindest der damals 54-jährige Bankangestellte aus Marl geschildert. Ein unbekannter Mann habe ihn bedroht und zur Herausgabe des Geldes im Tresor gezwungen. Doch der Tathergang war frei erfunden, glauben Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Angestellte habe mit dem „Täter“, einem 57-jährigen aus Oberhausen, gemeinsame Sache gemacht. Die Staatsanwaltschaft Essen erhob 2018 Anklage.

Über die Höhe der Beute wurde damals aus Sicherheitsgründen keine Angabe gemacht, etwa die Hälfte davon sei aber bereits kurz nach der Tat sichergestellt worden, so die Staatsanwaltschaft.

Außerdem sollen noch mehrere Helfer und Mitwisser an der Aktion beteiligt gewesen sein, darunter ein damals 52-jähriger Halterner und zwei weitere Oberhausener, 49 und 52 Jahre alt. Bis auf den Halterner bestreiten alle die Vorwürfe. Er hatte dem Oberhausener laut Anklage ein Fahrrad geliehen, mit dem dieser vom Tatort flüchtete.

Für Zeugen bestehe Gefahr für Leib und Leben

Was den Prozessauftakt bisher verhindert hat, war ein Zeuge, der im Zuge des Ermittlungsverfahrens ausgesagt hatte. Dessen Aussage war jedoch vom Innenministerium mit einem Sperrvermerk versehen worden. Dagegen hatte einer der Angeklagten Beschwerde eingelegt, die schlussendlich vor dem OVG Münster verhandelt wurde. Doch auch das OVG bestätigte, dass der Zeuge nicht aussagen müsse, weil in diesem Falle Gefahr für sein Leib und Leben bestehe. Bei dem Zeugen handelt es sich um eine Privatperson, und nicht wie vermutet um einen verdeckten Ermittler, einen sogenannten V-Mann.

Nun findet der Prozess ohne den Zeugen statt. Bis auf den 52-jährigen Halterner bestreiten alle Angeklagten die Vorwürfe. Der ehemalige Bankmitarbeiter ist wegen Untreue in einem besonders schweren Fall angeklagt, ihm drohen 6 Monate bis 10 Jahre Haft. Der mutmaßliche „Täter“ und der Halterner müssen sich wegen Beihilfe zur Untreue verantworten, die anderen beiden Männer aus Oberhausen sind wegen Beihilfe zur Untreue und wegen Hehlerei angeklagt.

Der Prozessauftakt ist am 31. August. Bis zum 6. Oktober sind insgesamt sechs Verhandlungstermine vor dem Landgericht in Essen angesetzt.

Über die Autorin
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Vor mehr als zwanzig Jahren über ein Praktikum zum Journalismus gekommen und geblieben. Seit über zehn Jahren bei Lensing Media, die meiste Zeit davon als Redakteurin in der Nachrichten- und Onlineredaktion in Dortmund. In Haltern seit September 2019.
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Ilka Bärwald

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