Auf dem katholischen Friedhof St. Sixtus an der Hullerner Straße hängen jetzt Eimer, in denen leere Batterien von Grablichtern entsorgt werden können. © Thieme-Dietel
Friedhöfe

Batteriebetriebene Grabkerzen werden für Halterns Friedhöfe zum Problem

Statt Kerzen bringen Angehörige immer häufiger batteriebetriebene LED-Lichter zu den Gräbern auf den Friedhöfen. Die brennen ohne Zutun monatelang, sorgen aber für ein besonderes Problem.

Werner Schröder aus Hamm-Bossendorf bewirtschaftet als Garten- und Landschaftsbauer seit dem Jahr 2000 den katholischen Friedhof St. Sixtus in der Innenstadt sowie weitere Friedhöfe in den Ortsteilen. Ein Problem brennt ihm und seiner Mitarbeiterin Katja Schweigel besonders unter den Nägeln. Immer mehr Besucher stellen batteriebetriebene LED-Lämpchen auf die Gräber. Die leuchten lange und müssen nicht, wie die Paraffin-Kerzen, ständig ausgetauscht werden. Sie benötigen nur ab und an neue Batterien.

Es geht nicht um Schuldzuweisung, sondern Umweltschutz

Hier liegt das besondere Problem. „Mich ärgert, dass Friedhofsbesucher die Batterien oder sogar ganze Lichter achtlos im Grünmüll entsorgen“, sagt Mitarbeiterin Katja Schweigel. In einem solchen Fall kann der Grünmüll nicht mehr als späterer Dünger auf den Komposthaufen geschichtet werden. Die umweltbewusste Katja Schweigel verurteilt die Benutzung dieser LED-Lämpchen nicht, weil es nicht allen Besuchern möglich ist, häufig zu den Gräbern der Angehörigen zu gehen, um auf klassische Weise immer wieder neue Kerzen anzuzünden. Aber: Batterien sind Sondermüll.

Auf vielen Gräbern stehen zum Gedenken an die Verstorbenen Grablichter. LED-Lichter lösen immer mehr die klassischen Friedhofskerzen (Foto) ab. © picture alliance / dpa © picture alliance / dpa

Katja Schweigel geht es nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Umweltschutz. Sie hat deshalb selbst die Initiative ergriffen. Auf dem katholischen Sixtus-Friedhof hängte sie vor Kurzem an einigen Stellen ausrangierte Eimer auf, in denen die Batterien aus den Grablichtern entsorgt werden können. Ein guter Gedanke, der ankommt. Nach zwei Wochen sind die Eimer voll, sagt ihr Chef Werner Schröder, der die Idee seiner Mitarbeiterin großartig findet.

LED-Grabkerzen leuchten dank Batterien lange und müssen nicht so oft ausgetauscht werden. Die Entsorgung der Batterien aber ist ein Problem. © Silvia Wiethoff © Silvia Wiethoff

Deshalb hat er sie vervielfältigt und zum Beispiel auch auf dem alten Dorffriedhof in Sythen Eimer aufgehängt. Sind sie voll, bringt der Friedhofsgärtner die Batterien zum städtischen Wertstoffhof an der Annabergstraße.

„Jedes zweite oder dritte Grab hat inzwischen batteriebetriebene Lichter, eine korrekte Entsorgung aber wurde bis jetzt nicht bedacht“, bedauert Werner Schröder.

Pfarrei St. Sixtus begrüßt die Initiative

Die Pfarrei St. Sixtus ist angetan von der Initiative. Kirchenvorstandsmitglied Peter Rütter, der für die katholischen Friedhöfe in Haltern verantwortlich ist, wird die Idee in sein Gremium tragen und mit dem Friedhofsgärtner sprechen. Er begrüßt die spontane, unbürokratische Aktion von Katja Schweigel als „sehr gute Anregung“.

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Elisabeth Schrief

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