Begleitung in der letzten Lebensphase: St. Sixtus und St. Anna bauen Hospizdienst aus

hzAltenwohnheime Haltern

Einen hospizlich-palliativen Dienst haben die Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna eingerichtet. So wird es möglich, Menschen umfassend zu begleiten, wenn Heilung nicht mehr möglich ist.

Haltern

, 24.11.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die katholischen Altenwohnhäuser St. Anna und St. Sixtus in Haltern haben ihr Angebot um einen hospizlich-palliativen Dienst erweitert. Im Rahmen der gesundheitlichen Versorgungsplanung geht es darum, die medizinische, pflegerische, psychologische und seelsorgerische Versorgung der Altenheimbewohner in ihrer letzten Lebensphase zu verbessern.

Christine Neuhaus, Qualitätsbeauftragte der Seniorenheime, hat das neue Angebot, das über die Krankenkassen abgerechnet wird, jetzt vorgestellt. „Wichtig ist uns, die Behandlungs- und Betreuungswünsche der Bewohner für ihre letzte Lebensphase in Erfahrung zu bringen“, erklärt die Diplom-Sozialarbeiterin. In Gesprächen mit dem Betroffenen und auch den Angehörigen solle herausgefunden werden, wie der alte Mensch sich seine Versorgung im Haus in der schwierigen Phase vorstellt.

Schmerzbehandlung und Sterbebegleitung im Fokus

„Die zentrale Frage ist dabei, wie er konkret von Heimpersonal und anderen Fachkräften begleitet werden will, erklärte Neuhaus weiter. Auch Fragen der Schmerzbehandlung, der medizinischen Versorgung und der Sterbebegleitung müssten geklärt werden. Große Bedeutung komme auch der Patientenverfügung, der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung zu.

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Christine Neuhaus informiert bereits jeden Hausbewohner über das neue Angebot. Erste Erfahrungen hat sie im Gespräch mit den Seniorinnen und Senioren sammeln können. „Natürlich spreche ich kein leichtes Thema an“, räumt sie ein. Vielen Menschen habe es aber ein gutes Gefühl gegeben, sich mit einer Patientenverfügung auf den Fall der Fälle vorbereitet zu haben.

Umfangreiche Zusammenarbeit mit Palliativnetzwerk und Caritas

Wenn keine Hoffnung mehr auf Heilung besteht, arbeiten die Altenwohnhäuser St. Sixtus und St. Anna zudem eng mit dem Palliativnetzwerk des Kreises Coesfeld zusammen. „Die Fachkräfte unterstützen die Arbeit des Arztes und der Pflegekräfte rund um die Uhr“, berichtet Christine Neuhaus. Auch mit dem Hospizdienst sowie der Beratungsstelle der Caritas in Haltern stehe man in ständigem Kontakt.

Kritik des Pflegeschutzbunds BIVA

Hospiz- und Palliativgesetz noch nicht flächendeckend umgesetzt

Pflegeheimbewohner haben kein Recht auf einen Platz in einem Hospiz. Der Grund: Heimpflege gilt als so umfassend, dass damit auch die Pflege am Lebensende abgedeckt sein soll. Das Hospiz- und Palliativgesetz, das Ende 2015 in Kraft trat, macht die Palliativversorgung im einem Pflegeheim ausdrücklich zum Bestandteil der Regelversorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Das heißt: Der hospizlich-palliative Dienst des Altenwohnheims wird über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet.

Viele Beschwerden im stationären Bereich

Die Umsetzung dieses Gesetzes lässt allerdings deutschlandweit noch zu wünschen übrig, stellte der Pflegeschutzbund BIVA fest. Es gebe nach wie vor eine hohe Beschwerderate wegen mangelhafter palliativer Versorgung im stationären Bereich. Probleme entstehen dort vor allem durch einen Mangel an Personal und finanziellen Mitteln sowie durch Platzkapazitäten.
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