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Behelfsbrücke am Bahnhof: „Wer nicht gut zu Fuß ist, hat keine Chance“

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Seit rund einer Wochen führt eine Brücke auf Gleis 2 des Halterner Bahnhofs. Die Unterführung ist derzeit gesperrt. Zwei Stürze hat es bereits gegeben. Viele Halterner sind empört.

Haltern

, 23.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Wenn es am Halterner Bahnhof aufgrund von Baumaßnahmen zeitweise unmöglich ist, auf den mittleren Bahnsteig zu den Gleisen 2 und 3 zu gelangen, muss eine Übergangslösung her. In Haltern wird dafür seit einer Woche auf eine Behelfsbrücke zurückgegriffen. Nach zwei Stürzen, von denen einer im Krankenhaus endete, gibt es auf der Facebook-Seite der Halterner Zeitung viele Diskussionen über das Provisorium.

„Mit Höhenangst eine Herausforderung“

„Mit Kinderwagen, selbst mit Babytrage und vor allem mit Höhenangst eine Herausforderung, der ich mich nicht stellen möchte“, urteilt Facebook-Nutzerin Nina Schroer über die Behelfsbrücke. Begrüßungen und Verabschiedungen werde sie demnächst vor der Brücke abhandeln. Damit ist sie nicht die einzige. Claudia Koryttko schreibt: „Ich muss beruflich nach Mülheim. Muss also über die Brücke. Habe aber auch Höhenangst. Also habe ich jetzt doppelte Kosten, weil ich mit dem Auto fahren muss. Komme ja nicht aus meinem Abo.“

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Besonders für Senioren oder Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrad sei die Treppe eine echte Herausforderung, urteilen viele User. Marianne Louis berichtet: „Wer nicht gut zu Fuß ist, hat keine Chance.“ Und Salem Saberhagen hat selbst bereits Erfahrungen gemacht: „Das Teil ist total wackelig und wie sollen die älteren Mitbürger mit Rollator da hochkommen? Oder Leute mit schwerem Gepäck oder Kinderwagen?“

Verbesserungsvorschlag: Eingleisige Strecke?

Einen Verbesserungsvorschlag hat er auch: „Man könnte eventuell die Züge auf Gleis 1 anhalten lassen, damit die Leute besser aussteigen können. Aber das ist ja bestimmt zu umständlich.“ Auch andere Nutzer plädieren für eine eingleisige Strecke. „Der Vorschlag die übrigen Züge in der Zeit auf Gleis 1 zu leiten, wäre die pfiffigste Lösung. Die Treppen sind zu bewältigen, jedoch bin ich jung und sportlich“, erklärt Claudia Wullow.

Doch die Behelfsbrücke kommt nicht überall schlecht an. Nutzerin Jessy We schreibt: „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Und das DB-Personal hilft bei Gepäck etc.. Habe ich selbst schon gesehen. Und sollte jemand absolut nicht dort rüber gehen wollen, gibt es ja Alternativen. Entweder auf Gleis 1 mit dem Zug um 55 oder in Sythen einsteigen. Dort ist es barrierefrei.“

Drei Fragen an den Sprecher der Deutschen Bahn

„Es ist nicht möglich, alle Züge auf Gleis 1 umzulegen“

Volontärin Johanna Wiening sprach mit einem Sprecher der Bahn über die Behelfsbrücke. Zugpassagiere haben unter Umständen einen Kinderwagen, einen Rollator oder auch schweres Gepäck dabei. Wurde das bei der Planung der Brücke bedacht? Natürlich. Auch der Bahnhofsmanager hat uns darauf aufmerksam gemacht. Der kennt ja seine Kundschaft. Wir haben alle Möglichkeiten genutzt, auch über die Zeitung, um auf die Brücke aufmerksam zu machen. Auch in unserem Navigator ist es eingestellt – damit jeder Bescheid weiß und sich darauf einstellen kann. Und es gibt Zugdurchsagen. Was sagen Sie zu dem Vorschlag, den Zugverkehr auf Gleis 1 umzulegen? Das ist gar nicht möglich. Bei den Zügen ist das ja überall auch dauerhaft im Fahrplan eingetragen, dass sie auf Gleis 2 halten. Eine Änderung ist da wirklich schwierig. Was raten Sie Bahnreisenden? Am schlauesten ist es, von Münster kommend, in Sythen auszusteigen. Besonders auch dann, wenn man ein Fahrrad dabei hat. Wer aus Essen kommt, kann mit der S9 nach Haltern fahren. Die fährt auf Gleis 1 ein.
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